Weg für Skater und Biker ist frei

Das war knapp: In beinahe letzter Sekunde hat die Sinner Gemeindevertretung den Sperrvermerk für 100 000 Euro für eine Skate- und Bikeanlage aufgehoben. Hätte das Gremium...

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SINN. Das war knapp: In beinahe letzter Sekunde hat die Sinner Gemeindevertretung den Sperrvermerk für 100 000 Euro für eine Skate- und Bikeanlage aufgehoben. Hätte das Gremium dies nicht getan, wäre die Förderung aus dem Leader-Programm der EU weg gewesen.

Aus dem Topf sollen 53 000 Euro für das Vorhaben nach Sinn gehen, dass bei der Region Lahn-Dill-Bergland als Vorzeigeprojekt gilt. Am 24. Mai hatte das Entscheidungsgremium mitgeteilt, dass der Skate- und Bikepark die Förderung bekommen soll. Diese Entscheidung ist vier Wochen gültig. In dieser Zeit muss der Antrag für die Förderung eingereicht werden.

Am 29. Mai waren im Sinner Finanzausschuss noch Fragen offen. Unter anderem ging es dabei um naturschutzrechtliche Aspekte, Folgekosten, die Besitzverhältnisse des Grundstücks, auf dem die Anlage entstehen soll, und Konzepte vom TV Jahn und vom BC Sinn für das Areal.

Hintergrund für die Fragen sei gewesen, dass der Sperrvermerk auf einer anderen Grundlage gefasst worden sei, erläuterte FWG-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinrich Becker: „Damals sollte die Anlage noch im Lennelbach entstehen und nicht an der Dill. Da tauchten dann Fragen auf.“ Es gehe definitiv nicht darum, etwas hinauszuziehen, sondern darum, auf einer sicheren Basis zu entscheiden.

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SPD-Fraktionschef Michael Krenos griff Kritik auf, die auf Facebook laut geworden war: „Es war niemand daran interessiert, die Anlage zu verwerfen.“ In einer Facebookgruppe war gestreut worden, dass der „Skatepark gekippt werden soll zu Gunsten eines Volleyballfeldes“.

Die Fragen des Finanzausschusses wurden am Dienstag beantwortet. Bürgermeister Hans-Werner Bender (parteilos) machte dabei deutlich, dass die Zeit drängt. „Es war beschlossen worden, erst wenn die Zuschüsse sicher sind, wird der Sperrvermerk aufgehoben. Aber nur wenn der Sperrvermerk aufgehoben ist, gibt es die Förderung. Wenn wir den Sperrvermerk lassen, ist der Zuschuss weg“, legte er den Parlamentariern dar.

Naturschutzrechtlich bestünden seitens des Lahn-Dill-Kreises keine Bedenken. Das Grundstück zwischen Jahnhalle und Aldimarkt gehöre der Gemeinde und sei an die Vereine verpachtet. Die dort eingerichtete Lauf- und Sprunganlage werde seit zehn Jahren nicht mehr genutzt, sagte Bender. Sowohl der TV als auch der BC Sinn hätten „ja“ zu der Skate- und Bikeanlage gesagt – der eine Verein mündlich, der andere schriftlich. Die Folgekosten seien für die nächsten Jahre mit insgesamt 1000 Euro kalkuliert.

Von den kalkulierten Gesamtkosten in Höhe von 93 000 Euro bleiben 33 000 Euro bei der Gemeinde hängen

Von den Gesamtkosten von 95 000 Euro brutto bleiben 33 000 Euro bei der Gemeinde. Außer dem Zuschuss der EU sind 10 000 Euro von der Fanta-Spielplatzinitiative für das Projekt eingeplant.

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Die Abstimmung, den Sperrvermerk aufzuheben, war nicht einstimmig. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Peter Ballatz (SPD), zählte eine „Nein“-Stimme.

Von Katrin Weber