Interessante Perspektive: Sechseinhalb Stunden dauerte es, bis der Riesenkran aufgebaut war.  Foto: K. Weber

Bei Outokumpu in Dillenburg ging es am Freitag buchstäblich hoch hinaus: Ein riesiger Kran hob die sogenannte Muffel des Ofens in dem höheren der beiden Türme mitten auf dem...

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Dillenburg. Bei Outokumpu in Dillenburg ging es am Freitag buchstäblich hoch hinaus: Ein riesiger Kran hob die sogenannte Muffel des Ofens in dem höheren der beiden Türme mitten auf dem Werksgelände heraus und eine neue hinein.

Ein Muffelofen ist ein besonderer Ofen, der verhindert, dass Sauerstoff an die Edelstahloberfläche gelangt und somit dafür sorgt, dass das Material glänzend bleibt. Thomas Foss, derzeit stellvertretender Werkleiter, erläuterte die Funktion der Einrichtung, die in den beiden markanten grünen Wahrzeichen des Dillenburger Werks eingebaut ist.

Am Dienstag soll
die komplette Ofenanlage 
wieder in 
Betrieb gehen

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Jeder der beiden Öfen hat ein Ofenmuffel. Nun musste eine der beiden ausgetauscht werden. Die groß;e, 24 Meter lange und 17 Tonnen schwere Röhre wurde mit Hilfe eines riesigen Krans aus dem Turm gehoben.

Zu diesem Zweck war eigens ein weiterer Schwerlastkran auf dem Gelände: Er musste den "groß;en Bruder" mit den tonnenschweren Gewichten beladen. Sechseinhalb Stunden dauerte es, bis der Riesenkran aufgebaut war und arbeiten konnte.

Dann ging alles vergleichsweise schnell. Die alte Ofenmuffel wurde an den Haken gehängt, wenige Minuten später hatte sie 70 Meter weiter unten Bodenkontakt. Mitarbeiter des Outokumpu-Werks lösten die starken Seile, befestigten diese an der benachbarten neuen Ofenmuffel und gaben dem Kranführer das Startsignal. Wieder nur wenige Minuten später verschwand die glänzende Röhre im Turm.

Wenn alles nach Plan verläuft, dann ist die Anlage spätestens Dienstagfrüh wieder betriebsbereit. Der andere Ofen wird ohne Kran ausgetauscht. Die Röhre ist "nur" 18 Meter lang und kann in den Hallen durch eine neue ersetzt werden.

Von Katrin Weber