Mondbilder, Rotkohl und verschlüsselte Daten

Haben sich mit ihrem Mondprojekt für den Landesentscheid qualifiziert: (von links) Sven Kröckel, Niklas Deworetzki und Leon Sieke vom Herborner Johanneum-Gymnasium.  Foto: Ewert

Neues erfinden, Nützliches austüfteln – dazu sind Schülerinnen und Schüler im Wettbewerb "Jugend forscht – Schüler experimentieren" eingeladen. Am...

Anzeige

Lollar/Dillenburg/Herborn. Neues erfinden, Nützliches austüfteln – dazu sind Schülerinnen und Schüler im Wettbewerb "Jugend forscht – Schüler experimentieren" eingeladen. Am Regionalwettbewerb Hessen-Mitte haben sich 70 Nachwuchsforscher beteiligt.

Sie präsentierten während eines ganzen Tages 26 Arbeiten in der Buderus-Akademie in Lollar. Die Bosch Thermotechnik GmbH unterstützt als Patenunternehmen auch 2017 den Wettbewerb "Jugend forscht".

Eine 20-köpfige Jury unter der Leitung von Mathias Burk vom Johanneum-Gymnasium Herborn und dem Patenbeauftragten Ingo Hollenbeck von der Bosch Thermotechnik GmbH nahm die Projekte aus den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik genau unter die Lupe.

Gravitation 
mit einer 
Pendelwaage nachzuweisen, war nicht so einfach

Anzeige

Fünf Wettbewerber aus der Region dürfen ihre Forschungsprojekte am 14. und 15. März beim Landesentscheid in Darmstadt präsentieren, darunter auch drei junge Leute aus dem nördlichen Teil des Lahn-Dill-Kreises: Leon Sieke (18 Jahre alt) aus Herbornseelbach, Sven Kröckel (17) aus Greifenstein und Niklas Deworetzki (17) aus Uckersdorf.

Die drei Nachwuchsforscher besuchen das Johanneum-Gymnasium in Herborn. Ihr Thema in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften: "Die experimentelle Monatsbestimmung mit Hilfe von Mondbildern". Die Gymnasiasten zeigten auf, dass es in der Astronomie möglich ist, nicht nur mit Hightech, sondern auch mit "Eifer in der Sache" zu forschen. Einziges Hilfsmittel bei der Aufgabe, die Länge der Monate als Naturkonstante ohne Satellitenbilder oder Lasertechnik zu bestimmen, waren eine Digitalkamera, ein PC und ein selbst entwickeltes Berechnungsprogramm.

Der 17-jährige Jon Amos Fehling aus Driedorf, ebenfalls vom Johanneum-Gymnasium, forscht im Bereich der Kryptographie. Er hat einen symmetrischen Verschlüsselungsalgorithmus entwickelt, der nicht nur begrenzt für Datensicherheit sorgen kann. Im Bereich Mathe/Informatik gab es dafür einen zweiten Preis.

Joel Herbert (18) aus Dillenburg, Lukas Hanß;mann (17) aus Gönnern und Elias Birkenfeld (17) aus Oberscheld hatten das Ziel, die Gravitation mit Hilfe einer Pendelwaage nachzuweisen und gegebenenfalls den Wert der Gravitationskonstante zu messen. Letzteres schien in der Theorie einfach zu sein, erwies sich in der Praxis aber als schwierig, da die Gravitationskraft extrem gering und daher der Versuch sehr störanfällig ist. Die Schüler der Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg erhielten in der Kategorie Physik einen zweiten Preis.

Der 14 Jahre alte Erik Schaaf aus Offenbach ist ebenfalls Schüler am Johanneum-Gymnasium. Er wollte ermitteln, welcher pflanzliche Naturindikator synthetisch hergestellte Universalindikatoren ersetzen kann. Bei seinen Versuchen erwies sich Rotkohl als wirkungsvoller, natürlicher Indikator. Der Jury war der Beitrag einen ersten Preis wert.

Anzeige

"Jugend forscht wurde 1965 vom damaligen "Stern"-Chefredakteur Henry Nannen initiiert.