Anschleichen an Pfeiffer Vacuum?

Der Verdacht des "Anschleichens" und des heimlichen Beteiligungsaufbaus steht im Raum. Beim Ankauf von Pfeiffer-Vacuum-Aktien soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein....

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Aßlar/Hamburg. Der Verdacht des "Anschleichens" und des heimlichen Beteiligungsaufbaus steht im Raum. Beim Ankauf von Pfeiffer-Vacuum-Aktien soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen einen Bankenmitarbeiter.

Gegen einen Mitarbeiter der Berenberg Bank laufen strafrechtliche Ermittlungen. Er soll für die Bank Aktien erworben, ohne die nötigen Stimmrechtsmeldungen abgegeben zu haben. Sobald Aktionäre mehr als drei, fünf oder zehn Prozent der Stimmrechte an einem Unternehmen halten, sind sie verpflichtet, dies zu melden. Neben den Anteilen am Aß;larer Spezialpumpenhersteller ging es um Aktien einiger weiterer Unternehmen.

Auslöser für die Ermittlungen waren Erkenntnisse der Finanzaufsicht BaFin, die den Kauf von 15 Prozent der Pfeiffer-Vacuum-Anteile durch die Busch-Gruppe untersucht hatte, erklärte die Hamburger Oberstaatsanwältin Nana Frombach auf Nachfrage dieser Zeitung und bestätigte damit einen Bericht der Wirtschaftswoche. Aktuell werde nicht gegen die Busch-Gruppe ermittelt, erklärte Frombach, sondern allein gegen den Bankenmitarbeiter. Dies könne sich im Falle neuer Erkenntnisse ändern. Der Fall werde offen in alle Richtungen untersucht.

Als der baden-württembergische Branchenkonkurrent Busch vor zwei Jahren mitteilte, im Besitz von 15 Prozent der Pfeiffer-Vacuum-Aktien zu sein, hatte das in der Vorstandsetage in Aß;lar für eine Überraschung gesorgt. Zuvor befanden sich die Pfeiffer-Aktien stets in absoluten Streubesitz. Bislang musste deshalb davon ausgegangen werden, dass die Aktienpakete von mehreren Investoren stammten. Nach dem im Juni abgebrochenen freiwilligen Übernahmeangebot halten die Maulburger aktuell rund 35 Prozent an Pfeiffer Vacuum.

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Das Strafmaß; für den Verstoß; gegen die Mitteilungspflichten reicht von einer Geld- bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Im Fall einer Verurteilung des Bankers führe dies nicht unmittelbar zur Rückabwicklung der Aktienkäufe, erklärte Frombach, dafür seien die Zivilgerichte zuständig.

Pfeiffer-Vacuum-Vorstandschef Manfred Bender hatte erst durch den Bericht der Wirtschaftswoche von den Ermittlungen erfahren. "Wir halten es prinzipiell für richtig, dass die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nachgeht", sagte er.