Von Tagesmüttern betreute Kinder gut auf den Besuch in der Kita vorzubereiten – das ist das Ziel des Projektes „TaKKT II“. Nach knapp zweijähriger Zusammenarbeit haben Tagesmütter und Erzieherinnen in Dillenburg eine positive Bilanz gezogen.   Archivfoto: Stratenschulte/dpa

Kindern den Übergang von der Betreuung durch eine Tagesmutter in eine Kita zu erleichtern – das ist das Ziel von "TaKKT II". Dabei handelt es sich um ein Projekt des...

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Dillenburg. Kindern den Übergang von der Betreuung durch eine Tagesmutter in eine Kita zu erleichtern – das ist das Ziel von "TaKKT II". Dabei handelt es sich um ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

In Hessen starteten im Jahr 2016 vier Modellprojekte, eines davon im heimischen Raum. Dort haben sich die Kommunen Dillenburg, Herborn und Breitscheid zusammengetan. Die Abkürzung "TakkT" steht für "Tagespflege in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen". Bereits 2006 war das Projekt in neun hessischen Regionen erstmals erfolgreich umgesetzt worden.

Nach zwei Jahren Laufzeit endet TaKKT II" im Dezember 2018. In Dillenburg haben Tagesmütter, Vertreter der beteiligten Kitas und der Verwaltung ein halbes Jahr vor dem Ablaufen des Modellprojekts eine positive Bilanz gezogen. Bei einem Treffen in der Oranienstadt waren sie sich einig: "Die Zusammenarbeit muss unbedingt weitergehen, und es sollten zusätzliche Teilnehmer gefunden werden." In Dillenburg machen zwei Kindertagesstätten und vier Tagesmütter mit. Die Beteiligten nutzten zunächst die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Alle Partner nutzen die Chance, sich und ihre Arbeitsweisen vorzustellen.

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Vor Projektbeginn hätten sich Tagesmütter und Kita-Personal oft nicht gekannt. Es habe keine Kontakte zwischen den Einrichtungen gegeben. "Das ist jetzt anders", sagt Roswitha Zoth, Leiterin des Kindertagespflegebüros Nord. Tagesmütter kämen mit ihren Schützlingen regelmäß;ig in die Kitas, so dass die Kinder behutsam auf den Besuch in der Tagesstätte vorbereitet werden könnten. Auch die Erzieherinnen in der Kita würden die Kinder schon kennen, bevor sie in die Betreuung kommen.

Die Tagesmütter berichteten, dass der Wechsel in die Kita für die Kinder deutlich einfacher sei, weil sie schon mit den Erzieherinnen und Erziehern und dem Tagesablauf vertraut seien

Im Lahn-Dill-Kreis werden 200 Mädchen und Jungen von 80 Tagesmüttern betreut

Durch das durch "TaKKT II" entstandene kleine Netzwerk sei es auch möglich, dass sich Kita und Tagesmütter gegenseitig unterstützten. Eine Tagesmutter könne beispielsweise die Betreuung eines Kindes übernehmen, wenn in der Kita gerade kein Platz frei sei.

"Wir sollten die Chance nutzen, diese Kooperation weiter zu entwickeln", sagte Zoth.

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Das sehen auch die Beteiligten in Dillenburg so. Als kurzfristiges Ziel wünschen sie sich den Abschluss einer offiziellen Kooperationsvereinbarung zwischen der Oranienstadt als Trägerkommune und den beteiligten Kitas sowie den Tagesmüttern. Detaillierte Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit wollen sie im September 2018 vorstellen. Zu diesem Zweck sollen alle Tagesmütter und die Mitarbeiter sämtlicher Dillenburger Tagesstätten eingeladen werden. Am "TaKKT" II-Projekt nehmen in der Oranienstadt die Kitas Manderbach und "Kleiner Prinz" Dillenburg teil.

Laut Zoth werden im Lahn-Dill-Kreis rund 200 Mädchen und Jungen von 80 Tagesmüttern betreut.