Meister-Mix aus 14 Sportarten in Berlin

"Die Finals" bündeln zum dritten Mal nationale Titelkämpfe. 190 Entscheidungen in vier Tagen mit Leichtathletik und Turnen im Fokus.

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BERLIN. Das nationale Sport-Wochenende steht im Zeichen einer XXL-Veranstaltung. In Berlin werden "Die Finals" entschieden. Nachfolgend die wichtigsten Fakten zum Multisport-Ereignis in der Hauptstadt.

Was sind die Finals?

2019 gab es erstmals eine terminliche und örtliche Bündelung deutscher Meisterschaften in Berlin. Die zweite Auflage im Vorjahr war auf Dortmund, Duisburg und Berlin verteilt und ging wegen der Pandemie weitgehend ohne Zuschauer vor Ort über die Bühne. Nun ist wieder allein die Hauptstadt Schauplatz der nationalen Titelkämpfe in diesmal 14 Sportarten, in denen 190 Deutsche Meistertitel vergeben werden.

Welche Motivation steckt hinter dem Konzept?

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Die Verantwortlichen sprechen von kleinen Olympischen Spielen. Mit eben jenem Effekt, dass auch Randsportarten im Zusammenspiel mit den Kernsportarten öffentliche und vor allem mediale Aufmerksamkeit erfahren. "Meiner Meinung nach ist dieses Konzept das beste, um neue Mitglieder für unsere Vereine zu gewinnen und unseren Sport nachhaltig zu machen." Der Satz steht durchaus stellvertretend für die kleineren Sportarten. Ausgesprochen von Malte Drescher als Organisationschef des Deutschen Kanu-Verbandes, der die große Bühne nutzt, um auf der Spree auch mit Disziplinen wie Kanu-Sprint, Kanu-Polo, Standup-Paddling oder Para-Kanu auf sich aufmerksam zu machen.

Welche Sportarten sind dabei?

3×3-Basketball, Bogensport, Gerätturnen, Kanu, Kanupolo, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Radsport Trial, Rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen und Triathlon waren auch im vergangenen Jahr an Bord. Erstmals dabei sind Wettkämpfe im Fechten, Rudern und Trampolinturnen.

Wo sind die Wettkämpfe zu sehen?

ARD und ZDF übertragen von Beginn an alle Wettbewerbe auf ihren digitalen Kanälen im Internet. Los geht es am Donnerstagmorgen (9 Uhr) mit Trampolin. Live-Berichterstattung und Zusammenfassungen im Fernsehen gibt es am Donnerstag (14.20 bis 17.50 Uhr) und Samstag (10 bis 19.40 Uhr) in der ARD sowie am Freitag (13.05 bis 16.45 Uhr) und Sonntag (10.15 bis 18.55 Uhr) im ZDF.

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Wer sind die möglichen Stars?

"Wir sind das Zugpferd der Finals", hat Idriss Godschinska selbstbewusst gesagt. Die TV-Quoten geben dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Leichtathletik-Verbandes recht. Entsprechend steht auch das Berliner Olympiastadion im Fokus der Übertragungen mit Olympia-Größen wie Weitspringerin Malaika Mihambo an der Spitze. Zudem geht es hier wie in vielen anderen Sportarten um WM- und EM-Qualifikationen. Im Gerätturnen führen Tokio-Silbermedaillengewinner Lukas Dauser und Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz die komplett vertretene Nationalmannschaft an. Im Schwimmen gab es dagegen eine unglückliche terminliche Überschneidung mit den Weltmeisterschaften, wo fast alle deutschen Asse im Einsatz sind.

Und sonst noch?

Die Macht der Fernsehbilder hat der Moderne Fünfkampf zu spüren bekommen nach dem Reit-Drama um Annika Schleu bei Olympia. "Um nicht Gefahr zu laufen, wieder solche Bilder zu produzieren, verzichten wir bei den Finals aufs Reiten", sagt Michael Dörr als Präsident des deutschen Verbandes. Ein Grund für die Reduzierung auf einen Vierkampf sei auch, dass gerade junge Athleten das Reittraining zunehmend reduzieren, weil die Disziplin nach Olympia 2024 ohnehin durc Hindernisparcours (ohne Pferd) ersetzt wird. Annika Schleu wird bei den deutschen Meisterschaften in ihrer Heimatstadt übrigens nicht dabei sein - sie ist schwanger.