Die Poesie der Loipe beflügelt

aus Zeit-Lupe

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Sixten Jernberg ist in der Loipe in seinem Element. Foto: dpa

Der schwedische Skilangläufer Sixten Jernberg gewinnt bei den Olympischen Spielen 1956 in Italien in jedem Rennen eine Medaille.

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CORTINA D’AMPEZZO. Die Langlaufski untergeschnallt, zwei Stöcke in den Händen, ein wollenes Mützchen auf dem rotleuchtenden Haar – und ab in die Einsamkeit des verschneiten Waldes. Für Sixten Jernberg gehörte die Atmosphäre der Loipe zur Poesie des Lebens, wie er einmal sagte. Diese Kunst, die im Training nicht selten auch mit ordentlicher Schufterei verbunden war, genoss der Schwede in seiner sportlichen Glanzzeit zwischen 1954 und 1964 nahezu jeden Tag. 350 Tage Langlauf-Training pro Jahr waren eine Art Markenzeichen.

Sixten Jernberg ist in der Loipe in seinem Element. Foto: dpa
Sixten Jernberg ist in der Loipe in seinem Element. Foto: dpa

Um ausreichend Zeit dafür zu haben, wechselte der 1929 im schwedischen Lima geborene Jernberg sogar seinen Job – statt als Dorfschmied verdiente er seinen Kronen als Holzfäller. Die Verbundenheit zum Wald – sie war kein Zufall.

Der Aufwand lohnte sich. Nicht nur, dass Jernberg, der 1952 durch eine Kaderverjüngung überraschend ins Sverige-Team gespült wurde, vier Olympiasiege feiern durfte. Der Langstreckenspezialist schaffte 1956 bei den Spielen im italienischen Cortina d’Ampezzo, was nicht vielen Langläufern nach ihm gelang – bei jedem seiner Starts eine Medaille zu gewinnen.

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Gold in Jernbergs Paradedisziplin 50 Kilometer bildete den ersten Meilenstein seiner mit 134 Siegen herausragenden Karriere, dazu holte der damals 26-Jährige jeweils Silber über 15 und 30 Kilometer sowie Bronze mit der schwedischen Staffel.

Für seine Erfolge, aber auch sein Engagement im Langlaufsport wurde der „Blitz von Lima“ vielfach geehrt. Sixten Jernberg starb 2012 nach langjährigem Krebsleiden in seiner schwedischen Heimat.

Von Björn-Christian Schüßler