United Volleys: Auflagen nicht rechtzeitig erfüllt

Liga straft Hessen mit Punktabzug ab und setzt aufgrund zeitlicher Vorgaben Playoff-Viertelfinale gegen SVG Lüneburg an. Für United-Geschäftsführer Alexander Korosek „eine Farce“

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FRANKFURT. Die Hoffnung der United Volleys, trotz des von der Volleyball-Bundesliga verhängten Punktabzugs durch einen Heimsieg gegen Düren die Zwischenrunde als Dritter abzuschließen und damit der wahrscheinlichen Begegnung mit Spitzenreiter Berlin im Halbfinale aus dem Weg zu gehen, hat sich zerschlagen. Die Partie, die ursprünglich für diesen Samstag vorgesehen war, kann aufgrund mehrerer Corona-Fälle im Kader der Gegner vor 9. März nicht ausgetragen werden. Ein späterer Termin kommt laut Daniel Sattler, Sprecher der Liga-Geschäftsführung, nicht infrage. Die Playoffs sollen am 12. März beginnen. Die mit der Lizenz der TG Rüsselsheim spielenden Frankfurter erwarten somit am 13. die SVG Lüneburg zum ersten Viertelfinale in der Ballsporthalle. Abzuwarten bleibt, ob die Volleys dagegen Rechtsmittel einlegen.

United-Gesellschafter Alexander Korosek hatte die Entscheidung der Liga in einer Mitteilung harsch kritisiert. Der Abzug von sechs Punkten sei „eine Farce“. Der Lizenzausschuss gehe davon aus, dass die Volleys nicht in der Lage seien, ihre Verbindlichkeiten zu bedienen. „Fakt ist, dass keiner der Spieler oder Angestellten auf ihr Geld warten“, sagt Korosek. Trainer Christophe Achten bestätigt das: Es habe nur einmal eine Verzögerung gegeben, aber mit dieser seien die beiden Geschäftsführer offen umgegangen. Die Gefahr einer möglichen Insolvenz streitet Korosek ab. Sattler betont, dass es derzeit keine Anzeichen dafür gebe, dass die Volleys die Saison nicht zu Ende spielen könnten. „Wenn die Frage des wirtschaftlichen Überlebens im Raum gestanden hätte, hätten wir nicht über Punktabzüge geredet, sondern die Lizenz entzogen“, sagt er.

Die Bundesliga-Vereine müssen zum Stichtag 1. September zu 80 Prozent ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen. Clubs, bei denen größere Unsicherheiten bestehen, müssen regelmäßige, im Falle der Volleys monatliche, Reports abgeben, mit denen sie getroffene Zusagen belegen. Dabei gab es, so Sattler seitens der Frankfurter, bei denen der langjährige „Macher“ und Hauptfinancier Jörg Krick seit dieser Saison keine hohen Summen mehr zuschießt, wiederholt Versäumnisse, die im Januar im Punktabzug mündeten. Beim Versuch einer außergerichtlichen Einigung wurden einige wirtschaftliche Dinge „geheilt“. Der Punktabzug erfolge jedoch dafür, dass die Auflagen nicht rechtzeitig erfüllt wurden. Die Liga habe alternativ eine Geldstrafe angeboten, auf deren Höhe man sich nicht habe einigen können.

Schon früher seien die Hessen ein Dutzend mal mit kleineren Strafen belegt worden. „Bislang“, sagt Sattler, „haben sich die United Volleys nicht dadurch ausgezeichnet, dass sie Fristen und Zusagen einhalten.“