Trotz starken Kampfes: Nackenheim verliert gegen Burghausen

Dass Denis Kudla (oben) Gewicht machen und erstmals in der Klasse bis 86 Kilo (Greco) antreten würde, hatten wohl die wenigsten erwartet.    Archivfoto: hbz/Jörg Henkel

Der Achtelfinal-Hinkampf der Nackenheimer Ringer hatte einiges zu bieten: einen überraschenden Auftritt von Denis Kudla, eine Kontroverse und einige Spitzenkämpfe.

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BODENHEIM. Dass sie nicht alles versucht haben, müssen sich die Ringer des SV Alemannia Nackenheim nicht vorwerfen lassen. Die 9:18-Niederlage im Achtelfinal-Hinkampf gegen Titelverteidiger SV Wacker Burghausen fiel am Ende zu deutlich aus. Spätestens mit der Bekanntgabe der Aufstellung war klar: Die Alemannen meinen es ernst. Leichtes Spiel sollte der Top-Favorit aus Burghausen nicht haben. Trainer Robin Ferdinand setzte auf alle verfügbaren Top-Athleten. Mit einem von diesen hatten die wenigsten gerechnet: Denis Kudla, der zuletzt in der Klasse bis 98 Kilo für die Nackenheimer aktiv war und mit dem daher erst für den Rückkampf gerechnet wurde. Der Olympia-Dritte von Tokio machte Gewicht und trat zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere in der Klasse bis 86 Kilo an. Nichtsdestotrotz stand am Ende eine klare Niederlage. Diese im Rückkampf (15. Januar, 19.30 Uhr) in Burghausen zu korrigieren, wird eine Mammutaufgabe.

Für den ersten Kampf des Abends pokerten die Nackenheimer und setzten darauf, dass Burghausen wie so oft in dieser Saison ein Eigengewächs in der Klasse bis 57 Kilo (Freistil) stellen würde. Um einen sicheren Sieg einzufahren, schickte Trainer Robin Ferdinand den Freistil-Spezialisten Furkan Yildiz auf die Matte, der fünf Punkte in der Mannschaftsaufstellung beanspruchte. Der SVA-Athlet traf allerdings unerwarteterweise auf den erfahrenen Givi Davidovi. Yildiz verlor 3:12 und gab damit in der Mannschaftswertung sogar noch einen Punkt mehr als wohl nötig ab. Zwischenstand: 0:3.

Im 130-Kilo-Greco-Limit hatte Laokratis Kesidis schweren Stand gegen Ramsin Azizsir. Der Alemanne ließ sich bereits früh im Kampf von der Matte drängen und blieb anschließend zu passiv. Kesidis unterlag 0:5. Zwischenstand: 0:5.

Eldaniz Azizli (61 Kilo, Greco) durfte sich gegen keinen Gegner auf Augenhöhe beweisen. Die Gäste schenkten den Kampf ab, ließen gegen den WM-Dritten von 2021 den in dieser Saison sieglosen Erwin Kobsar antreten. Azizli warf seinen Gegner nach Belieben über die Matte und strich bereits nach 16 Sekunden den Sieg per technischer Überlegenheit ein. Zwischenstand: 4:5.

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Akhmed Aibuev (98 Kilo, Freistil) wendete das Blatt zunächst zugunsten des SVA. Gegen den bis dato ungeschlagenen Akhmed Magamaev präsentierte er den ersten Weltklassekampf des Abends. Aibuev dominierte von Beginn an und gewann 13:6. Einziger Wermutstropfen: Seine herausragende Leistung reichte "nur" für zwei Mannschaftspunkte. Zwischenstand: 6:5.

Der Kampf in der Klasse bis 66 Kilo (Freistil) war schnell entschieden. Der chancenlose SVA-Athlet Mam Hai Milan Vu konnte den schnellen Schultersieg seines Gegners Iszmail Muszukajev nicht verhindern. Zwischenstand: 6:9.

Dann war es also so weit: Denis Kudla trat zu seinem ersten Bundesliga-Kampf in der Klasse bis 86 Kilo (Greco) an. Und das auch noch gegen seinen langjährigen Trainingspartner Roland Schwarz, seines Zeichens WM-Dritter. Dass sich die beiden kannten, spiegelte sich auf der Matte wider. Das enge Duell entschied Kudla 2:1 für sich. Zwischenstand: 7:9.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Ruslan Kudrynets (71 Kilo, Greco). Gegen Witalis Lazovski hatte der Alemanne zur Pause zwar 0:3 hintengelegen, mobilisierte anschließend aber all seine Kräfte. Mit dem 9:4 fuhr Kudrynets seinen achten Saisonsieg ein. Zwischenstand: 9:9

Eine Kontroverse spielte sich im Kampf zwischen Nackenheims Kubilay Cakici und Burghausens Ali-Pasha Umarpashaev (80 Kilo, Freistil) ab. Beim Stand von 2:4 pfiff der Ringrichter versehentlich, was die Sportler sichtlich irritierte. Ehe sich Cakici versah, wurde er gedreht. Weil seinem Gegner Augenblicke vor Schluss noch eine weitere Wertung gelang, verlor der Nackenheimer 2:8. Zwischenstand: 9:11.

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Im 75-Kilo-Freistil-Limit standen sich dann zwei Eigengewächse gegenüber. SVA-Ringer Koray Cakici wollte gegen Mansur Dakiev seinen ersten Saisonsieg einfahren, ließ sich aber zu oft abkochen. Mit 2:10 fiel seine Niederlage etwas zu deutlich aus. Zwischenstand: 9:14.

Dario Schmidhuber war im Kampf gegen Idris Ibaev (75 Kilo, Greco) chancenlos. Bereits wenige Sekunden nach Beginn erlaubte der Alemanne seinem Gegner eine Viererwertung, ließ sich anschließend dreimal nacheinander drehen. Ibaev siegte durch technische Überlegenheit. Endstand: 9:18.