Ringen: Protest des ASV Mainz 88 abgelehnt

Akzeptieren die Entscheidung des DRB: die 88er um Vorstandschef Baris Baglan. Archivfoto: hbz/Jörg Henkel

DRB fällt Entscheidung: Die Waage beim Kampf beim KSV Witten war nicht fehlerhaft. Die Hypothek der 88er im Kampf um die Endrunde wächst damit auf schon drei Niederlagen.

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MAINZ. Es bleibt dabei: Der ASV Mainz 88 hat seinen Kampf beim KSV Witten Mitte September 13:15 verloren. Gegen die Wertung hatte der rheinhessische Ringer-Bundesligist im Anschluss Protest eingelegt, weil die Waage nach Ansicht der 88er beim Wiegen ihres Athleten Elcin Ali fehlerhaft war. Nun, vier Wochen später, fällte der Rechtsausschuss des Deutschen Ringer-Bundes sein Urteil: Die Übergewichtsmessung beim türkischen Greco-Ringer bleibt bestehen. Hauptgrund für die Abweisung des Protests sei, "dass die Waage bei den 19 anderen Athleten ohne Zweifel funktionierte", berichtet DRB-Vizepräsident Florian Geiger. Der Mainzer Trainer David Bichinashvili hatte am Tag nach dem Kampf in Witten geschildert, dass die Anzeige beim Wiegen Alis "geschwommen war". Die 88er reichten zur Untermauerung ihres Protests Bild- und Videomaterial ein. Ein Abweichen von den Regularien hatte allerdings dadurch nicht nachgewiesen können, führt DRB-Vize Geiger aus. "Laut Aussagen des Kampfrichters und des Gegners ist die Waage ausgependelt", so Geiger weiter, "auch die Dokumentation der Waagenkalibrierung war lückenlos." Eine Ersatzwaage, wie sie die Mainzer im Zuge ihres Protests forderten, sei deshalb nicht nötig gewesen.

Dass das Urteil insgesamt fast vier Wochen auf sich warten ließ, lag daran, dass die Parteien - 88er, Witten, Kampfrichter - die Fristen für ihre Stellungnahmen lange ausreizten, erklärt DRB-Vize Geiger. Zudem habe der Rechtsausschuss zwischenzeitlich eine Einschätzung des Kampfrichterausschusses eingeholt.

Die 88er hätten zwar nun Gelegenheit, in zweiter Instanz gegen das Urteil vorzugehen. ASV-Vorstandsvorsitzender Baris Baglan teilte allerdings bereits am Samstagmorgen mit: "Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung des Rechtsausschusses."

Aktuell im Hintertreffen in der Gruppe West

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Für die Mainzer Ringer bedeutet die Abweisung des Protests, dass sie nach nur vier Kämpfen bereits drei Niederlagen - zuvor gegen Nackenheim und Heilbronn - kassiert haben. Eine hohe Hypothek im Kampf um den Play-offs-Einzug in der Bundesliga-Gruppe West, die aktuell die Red Devils Heilbronn und der KSV Witten (bekommt den Kampf gegen Düren-Merken wegen eines Fehlers in der Aufstellung des Gegner zugesprochen) mit je vier Siegen anführen, gefolgt von Alemannia Nackenheim (zwei Siege, eine Niederlage).

Da in dieser Saison die ersten vier Teams aus einer Gruppe in die Endrunde einziehen, liegt diese für die 88er aber weiterhin im Rahmen des Möglichen. Angesichts ihrer Kaderstärke verkaufen sich die Mainzer bislang deutlich unter Wert. In den ersten beiden Kämpfen hatten einige ihrer Leistungsträger nicht zur Verfügung gestanden. Ihr Potenzial stellten sie hingegen zuletzt beim deutlichen 24:5 gegen den RC Düren-Merken unter Beweis.

"Wir wollen in den weiteren Kämpfen an die Leistung vom Kampfabend gegen Merken anknüpfen und weitere Punkte sammeln, um unser Saisonziel, die Play-offs, zu erreichen", sagt Baglan. Klar ist allerdings: Viele weitere Fehltritte dürfen sich die 88er nach dem missglückten Saisonstart nicht mehr erlauben.

Von Nils Salecker