WLV-Läufer Marc Reuther scheitert bei Europameisterschaften...

Vergeblich gekämpft: Marc Reuther kommt zeitgleich mit Tamás Kazi ins Ziel. Für das Halbfinale hat es nicht gereicht. Foto: Sven Hoppe/dpa

Ein Desaster für Marc Reuther. Für die Europameisterschaften hatte er sich viel vorgenommen, konnte sein Können im ersten Vorlauf über 800 Meter aber nicht abrufen.

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BERLIN. Was für ein bitteres Aus: Er hatte sich so viel vorgenommen, fühlte sich fit, wollte ins Finale. Doch Marc Reuther scheiterte bereits im Vorlauf über 800 Meter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin. Seine Zeit nicht annähernd das, was in ihm steckt. 1:48,37 Minuten brauchte Reuther, um die Ziellinie zu überqueren. Rund eine Sekunde langsamer als bei dem unglücklichen Lauf bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg, wo er Dritter wurde. Wegen der Behinderung eines Kontrahenten wurde Reuther im Anschluss an den Vorlauf sogar disqualifiziert. Ein Desaster für den WLV-Läufer.

Schmidt: „Disqualifikation war lächerlich“

Es sei das „Worst-Case-Szenario“, beschreibt Trainer Georg Schmidt den Ausgang des Laufes. „Die Disqualifikation war lächerlich. Ein Rempler während eines 800-Meter-Laufs passiert eben mal.“ Da die Zeit von Reuther aber in keinem Fall zum Weiterkommen gereicht hätte, wurde auf einen Einspruch verzichtet. Schmidt kann keine offensichtlichen Gründe für das Scheitern nennen. „Marc hat sich gut gefühlt und ist mit maximalen Erwartungen da reingegangen“, sagt der Trainer. Vielleicht sei er dabei einfach zu sehr fokussiert gewesen, zu sehr motiviert. Für Reuther selbst sei es ein Schock, für Schmidt ebenfalls. „Seine letzten Trainingsergebnisse waren besser als die Jahre zuvor, seit Oktober 2017 arbeitet er für diese Europameisterschaft. Aber es sollte einfach nicht sein“, resümiert Schmidt und scheitert an der Ungewissheit.

Der 22-jährige Reuther zeigte sich nach dem Rennen dementsprechend geknickt. Nur ein kurzes ZDF-Interview, dann zog er wortlos mit gesenktem Kopf in die Katakomben des Berliner Olympiastadions zurück. Für eine Stellungnahme war er nicht mehr zu erreichen.

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Von Lisa Marie Christ