"Hessengold" für Fynn Lenzner von der TSG Wehrheim

Volle Konzentration bei Fynn Lenzner (TSG Wehrheim), der bei den "Hessischen" das Speerwerfen der U18 mit starken 55,71 Metern sicher gewann.  Foto: kie

Hessische Leichtathletik-Titelkämpfe: Okai Charles vom Königsteiner LV glänzt mit tollem Auftritt und Kreisrekord auf Stadionrunde. Fynn Lenzner von der TSG Wehrheim wird...

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. HOCHTAUNUS (kie). Was für ein Rennen. Okai Charles (Königsteiner LV) lieferte bei den hessischen Meisterschaften in Gelnhausen im Bereich der Altersklasse U18 das überragende Ergebnis ab. Der Mittelstreckler entschied sich gegen die 800 Meter und für einen Tempotest auf der Stadionrunde. Bereits am Ausgang der Startkurve machte der KLVler weiter gehörig Druck, ging bereits auf der Gegengeraden in Führung und gab diese Position bis ins Ziel auch nicht mehr ab. Der beeindruckende Alleingag bei extrem windigen Bedingungen endete mit hervorragenden 49,73 Sekunden. Damit verbesserte Okai vor den Augen von Mittelstrecken-Bundestrainer Georg Schmidt den bereits zwölf Jahre alten Kreisrekord von Felix Frömel (TSG Wehrheim/50,18 Sekunden) um gleich 0,45 Sekunden - eine "ganze Menge Holz" im Langsprint. Damit ist Okai Charles aktuell auf dem sechsten Platz der Jahresbestenliste und wird auch bei den "Deutschen" am ersten September-Wochenende in Heilbronn den 400 Metern den Vorzug geben.

Mit von der Partie im Hessen-Finale waren noch zwei weitere Taunus-Athleten. Sven Müller (MTV Kronberg) stellte erst am vorherigen Wochenende in Mainz mit 50,84 Sekunden eine neue Bestzeit auf. Der Langhürdenspezialist kam an diese Marke diesmal nicht heran, konnte sich aber nach 51,21 Sekunden mit der Vizemeisterschaft trösten. Einen starken Auftritt hatte Finn Kohlenbach (ebenfalls KLV), der erst seit rund sechs Monaten ernsthaft Leichtathletik betreibt und in seinem zweiten "400er" mit 52,96 Sekunden Hessen-Bronze holte.

Einen weiteren Titel für die Cracks aus dem Taunus gab es durch Fynn Lenzner, der seiner Favoritenrolle im Speerwerfen vollauf gerecht wurde. Mit 55,71 Metern hatte der Techniker von der TSG Wehrheim klar die Nase vorne und nähert sich langsam dem Kreisrekord seines Vereinskollegen Ruslan Ulancenko an, der vor drei Jahren 57,19 Meter markierte. Für einen DM-Start reicht es bei Lenzner in diesem Jahr noch nicht, hierfür wären glatte 58 Meter nötig gewesen. Lenzner ging dann auch noch beim Diskuswerfen in den Ring, verbesserte sich hier auf gute 43,60 Meter und hatte damit "Bronze" sicher.

Das letzte Edelmetall aus Hochtaunus-Sicht ging an Arne Kracke (LG Bad Soden-Sulzbach-Neuenhain). Der Steinbacher stürmte mit einer Vorlaufzeit von 11,50 Sekunden ins 100-Meter-Finale. Hier steigerte sich der Sprinter bei leichtem Gegenwind auf die neue Bestzeit von 11,45 Sekunden und wurde Dritter. Mit dem ungeliebten vierten Platz musste Conrad Heinemann zufrieden sein. Der Neuzugang beim Königsteiner LV wurde über 800 Meter mit 2:00,21 Minuten gestoppt. Im gleichen Rennen verbesserte sich Elias Klink (TSG Wehrheim) als Neunter auf 2:08,80 Minuten. Der Friedrichsdorfer Marlon John (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) beendete die 1500 Meter (4:38,54 Minuten) auf dem fünften Rang.

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Eigentlich wäre Nick Lehl (TSGW) im Stabhochsprung eine "sichere Bank" für eine Medaille gewesen. Doch das große Talent erlebte mit einen rabenschwarzen Tag. Ein "salto nullo" bei Nicks Einstiegshöhe von 4,00 Metern bedeutete das Aus aller Edelmetall-Träume. Von dem Aus seines Teamkollegen profitierte Joshua Thiede, der mit seinem einzigen gültigen Sprung über 2,80 Meter Dritter wurde. Lediglich zwei Starter gingen beim Dreisprung auf Zentimeterjagd, womit der Wettkampf keine offizielle Meisterschaft war. Alexander Ries (MTV Kronberg) konnte sich hier mit 12,74 Metern in die Siegerliste eintragen. Im Weitsprung lief es für den MTVler mit lediglich 5,93 Metern (7.) jedoch nicht nach Plan.

Sehr überschaubar war der Auftritt des heimischen Nachwuchses bei den Mädels der U18. Raphaela Zali (TSG Wehrheim/noch W15) verbesserte sich über 200 Meter als Neunte auf 27,57 Sekunden. Überragend hier die Siegeszeit von Holly Okuku (GSV Eintracht Baunatal/ebenfalls noch W15), die mit pfeilschnellen 24,66 Sekunden allen Gegnerinnen die Hacken zeigte. Katharina Ramos Büchel (HTG Bad Homburg) beendete das B-Finale über 100 Meter Hürden (15,22 sec.) als Erste. Über 800 Meter waren ihre Vereinskolleginnen Maren Meyer (12. in 2:32,11 min.) sowie Marie-Sophie Kaucher (15. in 2:46,22 min.) mit von der Partie. Beim Diskuswerfen verbessere sich Lea Borngräber (MTV Kronberg) auf 29,03 Meter (5.). Mit dem Speer (28,78 m/8.) blieb die MTVlerin jedoch klar unter ihren Möglichkeiten.