Dynamites-Steigerung bleibt unbelohnt

Den Ball immer im Blick: Wie schon im Vorjahr zeigt Dynamites-Torfrau Nina Kolundzic in Bad Wildungen eine herausragende Leistung. Archivfoto: René Vigneron

Angeführt von der überragenden Torhüterin Nina Kolundzic halten die Bundesliga-Handballerinnen des FSV Mainz 05 bei der HSG Bad Wildungen gut mit, verlieren aber dennoch.

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BAD WILDUNGEN. Gute Geschichten fangen ja gerne mit den Worten „was wäre wenn“ an. Und das ist besonders dann ein guter Anfang, wenn die Geschichte schlecht ausgegangen ist, wie nun die Bundesliga-Handballerinnen des FSV Mainz 05 bei ihrem Gastspiel bei der HSG Bad Wildungen schmerzlich erfahren haben.

22:27 (8:10) verloren die Dynamites ihr zweites Saisonspiel – und fragten sich vor allem, was wohl gewesen wäre, wenn Rückraum-Shooterin Elisa Burkholder nicht kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen wäre. Sie fragten sich auch, was wohl gewesen wäre, wenn die Schiedsrichter gesehen hätten, dass beim Stand von 8:9 in der 29. Minute der Pass von Tina Kolundzic vom Bein einer Gegenspielerin ins Seitenaus gegangen ist und die Männer in Schwarz den Meenzer Dynamites und nicht den Wildunger Vipers den Einwurf zugestanden hätten. Anstelle von einem zumindest für den Kopf wichtigen 9:9 ging es mit einem 8:10 in die Kabine. Sie fragten sich schließlich – und dies nicht mehr ganz so ernsthaft – was gewesen wäre, wenn Larissa Platen, die mit acht Toren zur besten Schützin der Gastgeber avancierte, noch das Mainzer Trikot tragen würde. Und schließlich konnte niemand die ebenfalls nur rhetorische Frage beantworten, was gewesen wäre, wenn auch Alicia Soffel nicht zur HSG Bensheim-Auerbach gewechselt wäre. Die hatte nämlich in der vergangenen Saison beim 30:26-Erfolg der Dynamites in Bad Wildungen 14 Treffer beigesteuert, war neben der überragenden Torfrau Nina Kolundzic Garantin des zweiten Bundesliga-Sieges der Mainzerinnen überhaupt gewesen.

Kolundzic, die an der Ense-Halle in Nordhessen augenscheinlich großes Gefallen findet, lieferte erneut ein bärenstarkes Spiel ab. „Nina hat alles dafür getan, dass wir hier was mitnehmen“, lobte auch Trainer Florian Bauer seine Torhüterin. Und auch Neuzugang Stefanie Güter fand ihre Torhüterin „sensationell“.

Das Problem der Gäste, deren Torhüterin die 120 Zuschauer fast schon zum Verstummen gebracht hatte, lag nicht in der Abwehr. „Defensiv waren wir kaum wiederzuerkennen, das war richtig stark“, analysierte Bauer, „aber wir haben zu wenig Kapital daraus geschlagen, uns nicht belohnt.“

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So ging es also doch noch mit einem Rückstand in die Kabine. Und nach dem Wechsel sorgten frühe Zeitstrafen dafür, dass sich Bad Wildungen bis zur 39. Minute auf 16:11 absetzen konnte. „Die Zeitsrafen haben uns schon ein bisschen gekillt“, haderte Bauer, der allerdings auch lobend erwähnen konnte, dass sich seine Mannschaft auch nach dem 15:23 nicht hängen ließ. Unterm Strich blieb die Erkenntnis, dass es im zweiten Spiel nur noch Kleinigkeiten waren, die gegen die Dynamites sprachen, bei denen Nives Klobucar einen beeindruckenden Einstand feierte. „Das war heute eine Steigerung um 100 Prozent“, betonte „Steff“ Güter. „Ich freue mich jetzt schon auf das Rückspiel“, formulierte Bauer noch vor der Heimreise eine umissverständliche Kampfansage.

FSV Mainz 05: N. Kolundzic, Janssen; Gangel, Dorsz (3), Michailidis, Hampel (2), Guter, Adeberg (7/4), Großheim (1), Fischer (1), T. Kolundzic (4), Klobucar (4).