Spektakulärer Sieg und neuer Trainer bei Bieberau/Modau

Ausgelassener Jubel bei der HSG Bieberau/Modau mit Michael Malik an der Spitze, der nach Ablauf der regulären Spielzeit einen Freiwurf aus spitzem Winkel zum Siegtreffer verwandelte.Foto: Jürgen Pfliegensdörfer

Nachdem ein spektakulärer Seitfallwurf den Heimsieg besiegelt hatte, gab Handball-Drittligist den Namen des neuen Trainers bekannt: Dragan Markovic, früherer Nationalcoach in...

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GROSS-BIEBERAU. GROß-BIEBERAU. Es war ein erfolgreicher Freitag für die HSG Groß-Bieberau/Modau. Dem Handball-Drittligisten gelang ein 27:26-Erfolg im Derby gegen die HSG Nieder mit einem Treffer nach Ablauf der Spielzeit. Kurz danach päsentierten die Odenwälder ihren neuen Trainer für die kommende Saison. Dragan Markovic wird Nachfolger von Thorsten Schmid, dessen auslaufender Vertrag vom Vorstand der HSG nach fünf Jahren nicht verlängert wurde.

Ausgelassener Jubel bei der HSG Bieberau/Modau mit Michael Malik an der Spitze, der nach Ablauf der regulären Spielzeit einen Freiwurf aus spitzem Winkel zum Siegtreffer verwandelte.Foto: Jürgen Pfliegensdörfer
Dragan Markovic wird der in der nächsten Saison den Handball-Drittligisten trainieren als Nachfolger von Thorsten Schmid, dessen Vertrag nach fünf Jahren nicht verlängert wurde. Foto: Verein

Der 52-Jährige ist in der Region kaum bekannt. Markovic gilt aber als Fachmann, was seine Vita belegt. Er spielte unter anderem in seiner Heimat für Borac Banja Luka und Roter Stern Belgrad, später in Deutschland bei der HSG Wetzlar. Seine Trainerlaufbahn führte ihn wieder zu Borac Banja Luka und der HSG Wetzlar sowie dem TV Willstätt. Als bosnischer Nationaltrainer (2011 bis 2016) qualifizierte er sich mit seinem Team für die Weltmeisterschaft 2015 in Katar. Bei den Playoffs 2013 gelang ihm ein 33:24-Erfolg gegen Deutschland. Er gilt als Stratege und Taktiker und ist ein großer Verfechter des Tempospiels. "Ich will die junge Mannschaft konsequent weiter entwickeln und verbessern", wird Markovic zitiert.

"Wir haben uns lange mit der Trainersuche beschäftigt und freuen uns mit Dragan Markovic einen absoluten Praktiker und erfahrenen Mann verpflichtet zu haben", erklärte HSG-Manager Georg Gaydoul, der auch den aktuellen Trainer weiter an den Verein binden konnte. Thorsten Schmid war zwar überrascht und auch nicht eben begeistert von der Entscheidung des Vorstandes, wird bei den Bieberauern aber weiterhin die A-und B-Jugend trainieren.

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Am Freitag freute er sich natürlich erst einmal über einen Erfolg als Drittliga-Trainer. Zum 27:26 (14:12)-Erfolg im Derby führte ein direkter Freiwurf von Michael Malik als letzte Aktion des Spiels. Die Gefühlswelten der Beteiligten waren daher höchst unterschiedlich. So ging Jan Redmann noch lange nach dem Abpfiff auf und ab und schimpfte über den Ausgang des Spiels. "Dieser Ball darf niemals reingehen", ärgerte sich der Trainer der HSG Nieder-Roden. Gemeint war eben jene letzte Aktion , als Malik quasi von der Außenlinie für den Sieg der Gastgeber sorgte: Aus unmöglichem Winkel brachte der Routinier mit einem Seitfallwurf den Ball im Tor unter, die Gästespieler waren verdutzt und geschockt.

Dabei hätten sich die Rodgauer das Unentschieden durchaus verdient, hatten sie in den letzten zehn Minuten doch einen Drei-Tore-Rückstand egalisiert und waren oft der Führung nahe. Die ausgepumpten Gastgeber dominierten die Partie 50 Minuten lang, aber ohne sich einen komfortablen Vorsprung zu verschaffen. Im Rückraum überlegen, lagen die Bieberauer dreimal mit drei Toren vorne, jedes Mal verhinderten aber haarsträubende Fehler einen höheren Vorsprung und damit die vorzeitige Entscheidung. Die Gäste dagegen steckten nie auf, die Wende gelang ihnen aber nicht.

"Nimmt man den Spielverlauf, haben wir verdient gewonnen. Wir haben uns mit Fehlern, die wir eigentlich vorher angesprochen hatten, das Leben schwer gemacht", bilanzierte Schmid, der dennoch hochzufrieden war: "Die personelle Situation im Training und im Spiel ist extrem schwierig. Einige Spieler müssen durchspielen. Da kann ich nur den Hut vor meiner Mannschaft ziehen, wie sie die hohen Strapazen bewältigt", sagte der Sportwissenschaftler. Und richtete den Blick schon wieder auf diesen Mittwoch, wenn in der Großsporthalle (20 Uhr) das Nachholspiel gegen den TV Kirchzell ansteht. Da heißt es, die Kräfte einzuteilen.

Von Bernd Kalkhof