Eulen Ludwigshafen verlangen Rhein-Neckar Löwen alles ab

Albin Lagergren (am Ball) ist im Derby bei den Eulen mit sieben Toren einer der besten Rhein-Neckar Löwen. Foto: Alfred Gerold

Im Kurpfalzderby der Handball-Bundesliga ist der Außenseiter lange ebenbürtig, bis ein Weltklassemann Verantwortung übernimmt und den Favoriten zum Sieg führt.

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. LUDWIGSHAFEN. Die Eulen Ludwigshafen haben den großen Favoriten geärgert, aber letztlich machten die Pfälzer dann doch ein paar Fehler zu viel. Die Rhein-Neckar Löwen feierten so einen glanzlosen 26:24 (14:13)-Auswärtserfolg im Kurpfalzderby der Handball-Bundesliga und gewannen damit auch ihr zweites Ligaspiel der Saison. 500 Zuschauer machten in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle gut Stimmung.

Bei den Eulen war man vor dem Spiel gespannt, wie laut es in der Halle sein würde. 500 Besucher waren genehmigt worden. Was dann während des Spiels los war, überraschte. Der Geräuschpegel fühlte sich an, als ob die Halle voll wäre. "Für 500 Zuschauer war es sehr laut", sagte Eulen-Coach Ben Matschke. "Ich bin sehr zufrieden. Das Lob gebührt allen Helfern und allen Fans", sagte Eulen-Geschäftsführerin Lisa Heßler. Die Friesenheimer hoffen für das nächste Heimspiel am 15. Oktober gegen den SC Magdeburg nun auf 1000 Zuschauer. "Wir könnten sicher mehr vertragen", machte Matschke klar.

Ob eine volle Halle die Eulen zu einem Überraschungssieg getragen hätte? Der Außenseiter spielte jedenfalls sehr gut mit. In der 43. Minute waren die Ludwigshafener noch auf Augenhöhe mit dem Titelkandidaten aus der Nachbarstadt. Da stand es 18:18. Dann traf Löwen-Mittelmann Andy Schmid zum 19:18 (44.). Kurz danach parierte der erst 18-jährige Torhüter David Späth, derzeit für den verletzten Mikael Appelgren der Ersatz für Andreas Palicka zwischen den Pfosten der Mannheimer, einen Siebenmeter von Pascal Durak.

In der Folge zogen die Löwen auf 25:21 (51.) davon. Schmid krönte den kleinen Lauf des Favoriten, der letztlich den Sieg nicht mehr aus der Hand gab. "Andy Schmid ist ein Weltklassemann, er hat Verantwortung übernommen. Aber ich bin richtig stolz auf unsere Mannschaft, an unserem Auftritt gibt es nichts zu meckern", sagte Eulen-Kapitän Gunnar Dietrich. Coach Ben Matschke analysierte: "Ein Punkt war drin. Entscheidend war, dass die Löwen im zweiten Durchgang auf den siebten Feldspieler umgestellt haben."

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Auffälligster Spieler bei den Eulen, vor allem in der Anfangsphase, war Neuzugang Christian Klimek. Der Kreisläufer tankte sich immer wieder durch und verrichtete auch in der Defensive gute Arbeit. "Es ist doch bezeichnend, dass die Löwen den siebten Feldspieler bringen mussten. Wir haben uns gesagt, so eine Leistung wie in Leipzig darf sich nicht wiederholen. Das war ein großer Schritt nach vorne", sagte Klimek. Stark bei den Eulen agierte auch Torwart Martin Tomovski, der letztlich auf zehn Paraden kam. Rückraumspieler Hendrik Wagner, der kurzfristig fit wurde und fünf Treffer erzielte, überzeugte ebenfalls. "Gegen so eine Mannschaft muss schon alles passen, um was zu holen. Aber es war ein großer Schritt in die richtige Richtung", sagte Wagner.

Zufriedenheit herrschte nach Spielschluss auch bei den Rhein-Neckar Löwen. Neuzugang Mait Patrail befand: "Solche Spiele gegen so eine unangenehme Mannschaft muss man erst einmal gewinnen. Das haben wir gemacht und deshalb sind wir glücklich."

Neben dem überragenden Schmid und Linksaußen Uwe Gensheimer, der sich als sicherer Siebenmeterschütze zeigte, spielte bei den Mannheimern Rückraumspieler Albin Lagergren stark auf. Der Schwede erzielte sieben Tore.

Die Eulen Ludwigshafen müssen schon am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, beim TBV Lemgo wieder ran. Die Löwen spielen am Sonntag, 16 Uhr, zu Hause gegen Aufsteiger TUSEM Essen, weiter ohne Zuschauer in der Mannheimer SAP Arena.