Schwach gespielt, trotzdem gewonnen: Lilien-Sieg in Würzburg

aus SV Darmstadt 98

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Daniel Haegele (Würzburger Kickers, li.) im Zweikampf mit Victor Palsson (SV Darmstadt 98). Foto: Jan Huebner/ Kevin Voigt
© Jan Huebner/ Kevin Voigt

Der SV Darmstadt 98 kann nach dem Sieg bei den Würzburger Kickers endgültig für eine weitere Saison in der Zweiten Liga planen.

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DARMSTADT. Schwach gespielt, drei Punkte geholt: Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 8 hat am Dienstagabend beim Tabellenletzten Würzburger Kickers mit 3:1 (1:0) gewonnen und ist nur noch einen Schritt vom auch rechnerisch sicheren Klassenerhalt entfernt. Serdar Dursun, Tim Skarke und Felix Platte trafen in einem schwachen Spiel, in dem nur der Sieg zählte.

Lilien-Trainer Markus Anfang setzte auf die Mannschaft, die zuletzt ein 2:2 gegen das Spitzenteam Spvgg Greuther Fürth erreicht hatte. Mit einer Ausnahme: Nicolai Rapp ersetzte Fabian Schnellhardt. Und eine weitere Rückkehr gab es auch noch: Tim Skarke stand nach seiner Verletzung (Adduktoren) zumindest wieder im Kader.

Serdar Dursun vom SV Darmstadt 98 jubelt nach dem versenkten Elfmeter. Foto: Jan Huebner/ Kevin Voigt
Serdar Dursun vom SV Darmstadt 98 jubelt nach dem versenkten Elfmeter.
© Jan Huebner/ Kevin Voigt
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Die erste gute Chance hatten die Gastgeber: Marvin Pieringer tauchte frei vor Lilien-Keeper Carl Klaus auf, der parierte ganz stark (3.). Lilien-Coach Anfang gefiel überhaupt nicht, was er sich zunächst ansehen musste: „Das ist zu wenig!“, rief er laut in Richtung seiner meist recht unbeweglichen Spieler. Die bekamen die Partie aber nicht wirklich in den Griff, Patrick Sontheimer prüfte Klaus erneut (21.). Die Würzburger wirkten trotz der jüngsten 0:4-Niederlage beim FC St. Pauli durchaus selbstbewusst.

Tobias Kempe von Darmstadt 98 (Mitte) setzt sich gegen Tobias Kraulich (li.) und Daniel Haegele von den Wuerzburger Kickers durch.  Foto: Jan Huebner/ Kevin Voigt
Tobias Kempe von Darmstadt 98 (Mitte) setzt sich gegen Tobias Kraulich (li.) und Daniel Haegele von den Wuerzburger Kickers durch.
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Holland wird kein Torjäger mehr

Nach und nach fanden die Darmstädter zwar etwas besser ins Spiel. Fabian Holland wird aber mit Sicherheit kein Torjäger mehr, sein Versuch aus kurzer Distanz flog weit am Tor vorbei (24.). Es war aber nur ein kurzes Aufflackern – die aktivere Mannschaft blieben die Kickers. Sontheimer prüfte nach einem Ballverlust von Nicolai Rapp erneut Klaus (33.).

Trainer Markus Anfang vom SV Darmstadt 98. Foto: Jan Huebner/ Kevin Voigt
Trainer Markus Anfang vom SV Darmstadt 98.
© Jan Huebner/ Kevin Voigt
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Und doch gingen die Lilien mit einer Führung in die Pause. Dursun zog einen schnellen Konter an, passte links auf Mathias Honsak – und der schoss Lars Dietz den Ball an die Hand. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dursun – sein 19. Saisontreffer (45.+1). Schön für den 29-Jährigen, unverdient für die Lilien. Denen das freilich völlig egal war.

Nach dem Wechsel spielte sich das meiste zunächst im Mittelfeld ab. Die Lilien verlegten sich aufs Kontern, die Würzburger suchten derweil vergeblich nach einer Chance, mal durch die gut gestaffelte Darmstädter Defensive durchzukommen. Hinzu kamen unheimlich viele Fehlpässe der Gastgeber, allzu anstrengend war es nicht für die Lilien-Akteure. Und doch waren es die Würzburger, die die bis dahin besten Gelegenheiten im zweiten Durchgang hatten. Zunächst wurde Rajiv van la Parras Schuss gerade noch so zur Ecke abgefälscht (62.), dann war es jedoch Dietz, der nach einer Ecke Sekunden später das Durcheinander nutzte und Klaus keine Chance ließ – 1:1 (63.).

Der Torschuss zum 0:1 durch Serdar Dursun (SV Darmstadt 98) per Elfmeter. Foto: Jan Huebner/ Kevin Voigt
Der Torschuss zum 0:1 durch Serdar Dursun (SV Darmstadt 98) per Elfmeter.
© Jan Huebner/ Kevin Voigt

Die Gastgeber waren am Drücker – doch sie schwächten sich. Der gefährliche van la Parra stieg völlig unnötig gegen Matthias Bader ein und sah dafür völlig zurecht die Gelb-Rote Karte (67.). Pieringer hätte aus kurzer Distanz und völlig frei dennoch das 2:1 schießen müssen – erneut war Klaus zur Stelle. Eine ganz starke Tat des coolen Keepers, der die Lilien vor dem Rückstand bewahrte (69.). Auf der anderen Seite meldeten sich die Lilien durch Erich Berko zurück, der völlig frei stand, aber fahrlässig vorbeischoss – das war einfach nur schwach (72.). Etwas näher dran war Bader, der aber aus 20 Metern Entfernung drüberschoss (78.). Und so war es letztlich Skarke, der einfach mal den Ball in Richtung Tor jagte – der saß (79.). Felix Platte setzte in der Nachspielzeit dann sogar noch einen oben drauf.