20 Minuten lang sind die Lilien Spitzenreiter

aus SV Darmstadt 98

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Fabian Holland vom SV Darmstadt 98 (nicht im Ausschnitt sichtbar) versenkte diesen Treffer zum 2:1 im Karlsruher Tor.  Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner

Der SV Darmstadt 98 und der Karlsruher SC trennen sich in einer begeisternden Partie 2:2. Klaus Gjasula trifft dabei auf beiden Seiten.

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DARMSTADT. Der SV Darmstadt 98 bleibt Tabellenführer FC St. Pauli in der Zweiten Fußball-Bundesliga auf den Fersen: Gegen den Karlsruher SC spielten die Lilien am Samstagabend 2:2 (0:1). Es war ein wahres Topspiel, eine begeisternde Partie. In der auch ein Sieg locker drin gewesen wäre.

Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht hatte seine Elf gegenüber dem letzten Spiel vor der Winterpause bei Jahn Regensburg (2:0) auf drei Positionen verändert. Wieder dabei waren erwartungsgemäß Klaus Gjasula (nach Gelbsperre) und Luca Pfeiffer (nach Wadenverletzung), zudem rückte der gebürtige Karlsruher Marvin Mehlem nach seiner Knie-Operation erstmals überhaupt in dieser Saison in die Startformation. Nemanja Celic, Emir Karic und Aaron Seydel saßen dafür zunächst draußen.

Nach 100 Sekunden die Gelbe Karte

Gjasula sah bereits nach 100 Sekunden nach einem Foul an Lucas Cueto die Gelbe Karte von Schiedsrichter Deniz Aytekin – und das völlig zu Recht. Fünf Minuten später hatte der Albaner nach einer Ecke von Tobias Kempe das 1:0 auf dem Kopf, der Ball flog über das Tor (7.). Ein 20-Meter-Schuss von Mehlem strich kurz darauf links am Tor vorbei (13.), ein feiner Heber von Luca Pfeiffer landete auf dem Tornetz (16.) - die Anfangsphase gehörte ganz klar den Lilien. Kempes Hammer aus knapp 20 Metern stellte KSC-Keeper Marius Gersbeck dann erstmals vor richtig große Probleme – er parierte stark zur Ecke (20.).

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Tobias Kempe (SV Darmstadt 98) gegen Marco Thiede (Karlsruher SC, KSC) Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner
Tobias Kempe (SV Darmstadt 98) gegen Marco Thiede (Karlsruher SC, KSC) (© Florian Ulrich/Jan Huebner)

Das Tor fiel auf der anderen Seite – und das kam für alle im Stadion völlig überraschend. Marvin Wanitzek brachte einen Freistoß zu schnell für die sich noch formierende Darmstädter Abwehr vors Tor, Gjasula fälschte den Ball im Zweikampf mit Fabian Schleusener unglücklich ins eigene Tor ab (22.). Luca Pfeiffer hätte postwendend auf 1:1 stellen müssen, doch völlig freistehend köpfte er am Tor vorbei (25.). Das passiert ihm nicht oft. Gjasula verfehlte ebenfalls per Kopf, sein Kopfball flog drüber (26.). Es war richtig Feuer drin.

KSC immer gefährlich

Der KSC war jedoch immer gefährlich und lauerte stets auf seine Chance. Und er wurde zusehends aggressiver: Ricardo van Rhijn prüfte Schlussmann Marcel Schuhen (32.), Daniel O´Shaughnessy schoss Zentimeter rechts am Tor vorbei (35.).

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Nach der Pause war es dann erneut Luca Pfeiffer, der einen Kopfball aus bester Position über das Tor köpfte (46.). Doch die Lilien wären nicht die Lilien, wenn sie so etwas umhauen würde. Und der Fußball schreibt halt wirklich schöne Geschichten: Gjasula erzielte per Kopf nach einer Ecke das 1:1 (47.). Sein zweiter Treffer, der erste indes ins richtige Tor.

Lesen Sie hier die Einzelkritik zum Spiel: Der spezielle Abend des Klaus Gjasula

Und der Wahnsinn ging direkt weiter: Fabian Holland zog nach einem Konter ab – und traf aus 16 Metern genau ins rechte Eck (51.). 21.39 Uhr – der SV 98 war erstmals an diesem Abend Tabellenführer. Was von den Fans mit Sprechchören gefeiert wurde – „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“

Marvin Mehlem hätte für Vorentscheidung sorgen können

Und der SV 98 legte nach: Marvin Mehlem hätte für die Vorentscheidung sorgen können, doch Gersbeck blieb Sieger (57.). Tim Skarke prüfte Gersbeck aus der Distanz, doch der reagierte stark (65.). Der eingewechselte Braydon Manu traf zudem aus spitzem Winkel den Pfosten (69.) – die Lilien suchten jetzt die Entscheidung. Doch sie schaffte es nicht, und das rächte sich. Denn wieder schlug der KSC aus dem Nichts zu – Schleusener traf per Direktabnahme zum 2:2 (71.). Und es kam vermeintlich sogar noch schlimmer für die Gastgeber: Diesmal kombinierten sich die Karlsruher über links nach vorne, Cueto traf (74.). Vorlagengeber Schleusener stand jedoch im Abseits – was nach knapp drei Minuten Videostudium entschieden wurde. Glück für den SV 98.

Klaus Gjasula (SV Darmstadt 98) schießt das Tor zum 1:1 Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner
Klaus Gjasula (SV Darmstadt 98) schießt das Tor zum 1:1 Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner (© Florian Ulrich/Jan Huebner)

Es war eine Wahnsinns-Partie, ein wahres Topspiel. Darmstadts Mathias Honsak fand in Gersbeck seinen Meister (78.). Drei Minuten später verpasste Honsak den richtigen Zeitpunkt zum Abschluss – Gersbeck klärte zur Ecke (81.). Thomas Isherwood vergab aus bester Position (83.) – es sollte einfach nicht mehr sein. Und es hätte gar noch anders ausgehen können, doch Hofmann (82.) und Schleusener (87.) vergaben für den KSC.

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