Trotz Überzahl: FCK nur Remis gegen Bayern II

aus 1. FCK

Thema folgen
Viele Zweikämpfe, viele Spielunterbrechungen: Hendrick Zuck (li.) und der FCK ringen mit den Bayern um jeden Ball. Foto: imago

Auf den Derbysieg folgt ein kleiner Rückschlag. Der 1. FC Kaiserslautern spielt zwar gut, tritt aber wieder einmal auf der Stelle.

Anzeige

KAISERSLAUTERN. Viele Tugenden, die vor einer Woche zum Sieg führten, brachte der 1. FC Kaiserslautern gegen Bayern München II auf den Platz. Daraus und auch aus einer fast kompletten Halbzeit in Überzahl machte der Fußball-Drittligist beim 1:1 am Samstag jedoch zu wenig. Daniel Hanslik (72.) glich die Führung der Gäste durch Dimitri Oberlin (67.) zwar schnell aus. Aus den vielen weiteren Gelegenheiten machten die Pfälzer dann jedoch zu wenig und verpassen den Befreiungsschlag im Tabellenkeller.

FCK-Trainer Marco Antwerpen setzte nach dem überzeugenden Auftritt beim 2:0-Sieg im Derby bei Waldhof Mannheim nicht nur auf die gleiche Startelf. Er nominierte gar den gleichen 18er-Kader. Und die Roten Teufel setzten tatsächlich dort an, wo sie vergangene Woche aufhörten. Offensives Pressing, immer nah am Gegner und mit breiter Brust wollten sie auch die „kleinen“ Bayern bereits in den Anfangsminuten überraschen. Und fast wäre das dem FCK auch gelungen. Nach einem langen Ball von Verteidiger Alexander Winkler hinter die Bayern-Kette war Marius Kleinsorge auf und davon, scheiterte dann aber am stark reagierenden Bayern-Keeper Michael Wagner (13.). Vier Minuten später bediente Marvin Pourié erneut Kleinsorge, der gut nach innen zog, aber wieder in Wagner seinen Meister fand.

Anzeige

Aber auch die Gäste versteckten sich nicht, wurden aber erst mit einer Standardsituation gefährlich. Angelo Stiller, der kommende Saison für Bundesligist Hoffenheim spielen wird, brachte einen Freistoß gefährlich in den Strafraum, Josip Stanisic verlängerte, Winkler abfälschte, aber FCK-Torwart Avdo Spahic mit einem starken Reflex auch stark reagierte (19.). Danach egalisierten sich beide Teams, wobei der FCK aber in Ansätzen mit seinen langen Bällen immer wieder gefährlich wurde, seine Szenen aber nicht ausspielen konnte. Ansonsten litt das Spiel sehr unter der sehr kleinlichen Linie des Unparteiischen Nicolas Winter. Nach einer Ecke von Jean Zimmer war es dann aber nochmals gefährlich, da Wagner den Kopfball von Tim Rieder nicht festhalten konnte und so Carlo Sickinger nochmals die Chance hatte (37.). So war der letzte Aufreger der Halbzeit jedoch eine heftige Diskussion zwischen den Trainerbänken, die mit Marco Antwerpens zweiter Gelben Karte im zweiten Spiel für den FCK endete.

Kalte Dusche in Überzahl – und eine schnelle Antwort

Nach Wiederbeginn schwächten sich die Gäste dann selbst. Bright Akwo Arrey-Mbi, der in der ersten Halbzeit bereits verwarnt wurde, foulte Kenny Prince Redondo und musste mit Gelb-Rot runter (51.). Fast ein ganzer Durchgang im Überzahl vor Augen – das hemmte den FCK zunächst. Offensiv ging wenig und die Bayern nutzten dann hinten die Lücke. Christopher Scott spielte durch die Lücke und schickte Dimitri Oberlin auf die Reise, der an Spahic vorbei zum 1:0 der Gäste einschob (67.). Eine kalte Dusche für den FCK, der nun aber deutlich aufwachte. Der eingewechselte Marlon Ritter flankte und fand – unter Mithilfe der Bayern-Abwehr – den ebenfalls eingewechselten Daniel Hanslik. Der schnelle Ausgleich (72.) – und Hansliks erster Treffer im FCK-Dress. Und fast wäre der nächste Treffer direkt gefolgt. Wieder flankte Ritter gut, diesmal fand er Pourié, der Redondo bediente. Der Schiedsrichter entschied auf Abseits, eine Fehlentscheidung. Mit 1:1 ging es also in die Schlussphase.

Der FCK, der nach den Einwechslungen von Ritter, Hanslik, Simon Skarlatidis und Marvin Senger nun noch offensiver agierte, drückte nun auf den Sieg. Versuche von Pourié und Redondo wurden jedoch geblockt, Skarlatidis zielte nach einer Ecke deutlich zu hoch. In der 84. Minute war es dann wieder Skarlatidis, der eine Sickinger-Flanke direkt aufs Tor brachte, dieses aber knapp verfehlte. Wenig später war Pourié durch, verfehlte den Kasten aber ebenso hauchdünn (88.). Es war die letzte Großchance des Spiels. Für Kaiserslautern, die damit weiter tief im Abstiegskampf stecken, geht es in der kommenden Woche bei Aufstiegskandidat FC Ingolstadt weiter.

Von Tommy Rhein