SVWW führt beim Spitzenreiter und verliert doch

Baris Atik (FCM) im Zweikampf mit Bjarte Jacobsen (SVWW). Foto: Frank Heinen/rscp

Am Ende war der 1. FC Magdeburg doch zu stark. Fußball-Drittligist SV Wehen Wiesbaden muss sich vor 13.564 Zuschauern 1:3 geschlagen geben.

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MAGDEBURG. Der Fußball-Drittligist SV Wehen Wiesbaden macht es eigentlich lange Zeit nicht schlecht und ging sogar durch den Torjäger in Führung. Doch der Spitzenreiter 1. FC Magdeburg zeigte beim 3:1 (1:1) vor allem nach dem Wechsel seine Klasse. Angepeitscht von 13564 Zuschauern baute der einsame Tabellenführer damit seine Position aus, während sich der SVWW langsam aber sicher von der Vorstellung verabschieden muss, in dieser Saison noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen.

SVWW-Trainer Markus Kauczinski veränderte seine Startelf gegenüber der 0:1-Niederlage gegen Duisburg auf drei Positionen. Sascha Mockenhaupt, der gegen den MSV sein 200. Pflichtspiel für den SVWW absolviert hatte, war wegen seiner muskulären Probleme gar nicht im Kader. Für ihn kam Sebastian Mrowca. Und Maximilian Thiel und Bjarke Jacobsen verdrängten Dominik Prokop und Mehmet Kurt auf die Bank. John Iredale musste sich derweil nach einem positiven Test in die Corona-Quarantäne begeben.

Der SVWW-Coach prophezeite schon vor dem Spiel, dass sich hinter der hohe Magdeburger Kette Räume für sein Team ergeben würden. In der Tat: Gab es einige Szenen, in denen dies der SVWW hätte besser ausnutzen können, so klappte es in der 14. Minute perfekt. Der schnelle Thjimen Goppel vernaschte Amara Conde auf dem Flügel. Seine diesmal punktgenau Flanke verwertete Gustaf Nilsson per Kopfballaufsetzer ins lange Eck zur Führung. Der zwölfte Treffer des Schweden, der damit seine Torflaute in diesem Jahr ohne eigenen Treffer beendete. Der Tabellenführer tat sich schwer, in der Wiesbadener Wand irgendwelche Lücken zu finden. Spielerisch konnten sie den Riegel kaum knacken. Wenn es mal gefährlich wurde, half der SVWW meist irgendwie mit. Schon nach sieben Minuten fielen Jozo Stanic und Ahmet Gürleyen beim Klärungsversuch zu Boden, doch Tatsuya Ito brachte den Ball nicht am schnell reagierenden Torwart Florian Stritzel vorbei.

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Stanic verursacht Elfmeter und sieht fünfte Gelbe

Der kleine Japaner stand auch in der 37. Minute im Mittelpunkt. Im Strafraum war der wuselige Spieler mit dem tiefen Körperschwerpunkt einen Schritt vor Stanic am Ball, der den Japaner voll am Bein traf. Die fünfte Gelbe Karte für den Rechtsverteidiger und Strafstoß waren die Folge. Den Elfmeter verwandelte Jason Ceka halb im Wegrutschen mittig ins Tor zum Ausgleich. Mit dem Tor wachte auch die Kulisse auf den Rängen (darunter acht im Gästeblock) auf. Auf einmal war Feuer auf den Rängen und im Spiel. Draußen zofften sich auch die beiden Trainer Kauczinski und Christian Titz, die dafür von Schiedsrichter Arne Aarnink jeweils den Gelben Karton sahen. Auf dem Feld noch einmal richtige Torgefahr in der ersten Halbzeit, als Raphael Obermair mit einem Flachschuss an der Fußabwehr von Stritzel scheiterte. Ein Fehlpass von Jacobsen im eigenen Strafraum ging dieser Chance zuvor.

45 Minuten mit 65 Prozent Ballbesitz für Magdeburg aber mit einem durchaus verdienten Remis für die Gäste waren vorbei. Interessanter Aspekt im FCM-Spiel. Keeper Dominik Reimann ist praktisch als zentraler Mann weit vor seinem Kasten immer ins Aufbauspiel einbezogen. Kein Wunder, dass der weit vorgerückte Schlussmann damit die meisten Pässe aller Akteure der Liga spielt.

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Die Magdeburger, die nach 35 Minuten schon zweimal aus taktischen Gründen gewechselt hatten, erhöhten nach dem Wechsel nochmals den Druck. So stellte Ito die SVWW-Abwehr dann wieder in der 57. Minute vor einer großen Aufgabe. Stritzel war aber erneut Endstation. Aber auch Goppel zeigte auf der Gegenseite immer wieder, dass er die Magdeburger vor Denksportaufgaben stellen konnte. Nach einer guten Stunde reagierte Kauczinski auch personell. Benedict Hollerbach und Dominik Prokop ersetzten Maximilian Thiel und Kevin Lankford. Der SVWW versteckte sich nicht, es ging teilweise hin und her.

Standard sorgt für Magdeburger Führung

Ausgerechnet ein Standard sorgte dann für die Magdeburger Führung (67.). Eine tolle Freistoßflanke vom derzeit besten Spieler der Liga, Baris Atik, landete auf dem Kopf des 1,73 Meter kleinen Conde, der dem 1,96 Meter großen Nilsson entwischte. In der Folge drängte der Favorit auf die Vorentscheidung. Aber auch Prokop hätte mit einer Direktabnahme freistehend aus zwölf Metern für das 2:2 sorgen können (78.). Kurz darauf schwächte sich der SVWW wieder mal selbst. Der gute Taffertshoffer holte sich völlig überflüssig die Gelb-Rote Karte (79.) ab. Atik machte dann in der 83. Minute mit seinem 13. Saisontreffer und seiner 29. Torbeteiligung den Deckel drauf. Ein 4:1 oder 5:1 wäre dann sogar in der Schlussphase noch möglich gewesen.

Am Sonntag, 13. Februar, empfängt der SVWW um 14 Uhr den 1. FC Saarbrücken in der Brita-Arena.