Erst Zauberei, dann Zitterei: SVWW siegt in Saarbrücken 4:3

Viel Anlass zum Jubel hatten die Spieler des SV Wehen Wiesbaden beim Auswärtserfolg in Saarbrücken. Foto: Fotoschlichter/Andreas Schlichter

Der SV Wehen Wiesbaden legt beim 1. FC Saarbrücken vor der Pause vierfach vor, rettet den Vorsprung ins Ziel - und grüßt zumindest kurzzeitig von der Tabellenspitze.

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WIESBADEN. Was für ein verrücktes Fußballspiel: Nach 45 Minuten sieht der SV Wehen Wiesbaden nach den Toren von Ahmet Gürleyen (5.), Maximilian Thiel (10.), Thijmen Goppel (26.) und Emanuel Taffertshofer (45.) schon wie der sichere Sieger aus. Doch dann wurde es doch noch einmal so richtig eng. Tobias Jänicke (56.), Adriano Grimaldi (68.) und Justin Steinkötter (84.) schossen den 1. FC Saarbrücken auf 3:4 heran. Die Gäste brachten den Dreier allerdings irgendwie über die Zeit, letztlich siegte der hessische Fußball-Drittligist 4:3 (4:0). Nach 90 Minuten hieß es: im Kollektiv durchatmen. Durch den Dreier springen die Hessen vorübergehend an die Tabellenspitze.

Der SVWW - bei dem Kapitän Sebastian Mrowca (muskuläre Probleme) und Kevin Lankford (kleiner Faserriss) kurzfristig ausfielen - versuchte es in der vierten Minute direkt mit dem Schuss von Thiel. Und ging nur eine Minute später in Führung: Eine Ecke von Thiel köpfte Gürleyen (5.) problemlos zur 1:0-Gästeführung ein. Diesmal erwischten die Hessen also einen Traumstart. Das Team von Rüdiger Rehm drückte dann auch weiter, erspielte sich in der Folge ein paar Halbchancen. Und belohnte sich mit dem nächsten Treffer: Die Flanke von Thijmen Goppel, verlängerte Gustaf Nilsson auf Thiel, der per Kopf traf - das 2:0 (10.) für die Gäste.

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Goppel Premierentor bringt das 3:0

Die Hessen legten in Halbzeit eins ein überragendes Auswärtsspiel hin. Erst nach 15, 20 Minuten kam der FCS etwas besser ins Spiel, ohne jedoch zu Abschlüssen zu kommen. Die Gäste waren weiter das stärkere Team und eiskalt bei der Chancenverwertung. In der 26. Minute eroberte Thiel den Ball, schickte Goppel, der zum 3:0 (26.) traf. Es war sein erstes Tor im SVWW-Trikot. Ehe FCS-Coach Uwe Koschinat nach 35 Minuten wohl genug gesehen hatte und dreifach wechselte. Das erlebt man freilich auch nicht alle Tage im Profibereich. Doch erst in der 43. Minute wurde es im SVWW-Strafraum erstmals richtig brenzlig, als FCS-Stürmer Adriano Grimaldi mit dem Rücken zum Tor wühlte. Aber die Hessen bekamen die Situation mit Keeper Florian Stritzel, Sascha Mockenhaupt und Gino Fechner noch bereinigt - und schlugen kurz vor der Pause dann selbst nochmal zu. Diesmal bediente Dennis Kempe Emanuel Taffertshofer, der aus kurzer Distanz zum 4:0 (45.) einschob. Dann war auch erstmal Pause.

Aus der kam dann allerdings der FCS mit richtig Schwung: Der eingewechselte Jänicke (56.) traf recht schnell zum 1:4, nachdem die Gäste eine Situation im eigenen Strafraum nicht bereinigt bekamen. Kurze Zeit später hatte dann Manuel Zeitz eine gute Kopfballchance für Saarbrücken. Auch eine ungewollte Verschnaufpause - der Rasensprenger ging im Mittelkreis in der 63. Minute plötzlich an - brachte den Hessen keine Ruhe. Nach 68. Minuten stand es nur noch 2:4: Grimaldi hatte sehenswert per Kopf getroffen. Nun stand das Stadion natürlich komplett Kopf.

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Stritzel rettet mit einer Glanzparade die drei Punkte

Glück für die Hessen dann, dass Joker Justin Steinkötter eine Großchance zunächst liegen ließ. Doch gerade als sich der SVWW gefangen zu haben schien, stand es nur noch 4:3 aus Sicht der Hessen. In der 84. Minute traf Steinkötter dann doch - und das große Zittern begann. Die Bälle flogen gefühlt im Sekundentakt in den SVWW-Strafraum, Stritzel rettete in der 90 Minute mit einer Glanzparade und hielt die drei Punkte fest. Für die Hessen geht es am 11. September (14 Uhr) beim starken Aufsteiger Viktoria Berlin mit dem nächsten Auswärtsspiel weiter.