Abseits-Tor hier, strittiger Elfer dort: FCK 1:1 im Topspiel

aus 1. FCK

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Kapitän Jean Zimmer (rechts) feiert im Topspiel sein Startelf-Comeback beim 1. FC Kaiserslautern.    Foto: imago/regio24

Die umkämpfte Partie auf Augenhöhe hatte besonders nach der Halbzeit ihre Höhepunkte. Kaiserslautern und Braunschweig unterstreichen, dass sie Aufstiegskandidaten sind.

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BRAUNSCHWEIG. Taktik-Schlacht oder Spektakel? Am Ende erlebten die Zuschauer des Drittliga-Topspiels Eintracht Braunschweig gegen den 1. FC Kaiserslautern beides. Eine Halbzeit war geprägt von Kampf und wenig Torraumszenen. Nach der Pause begegneten sich zwei Spitzenteams mit offenem Visier. Am Ende steht ein 1:1 (0:0), das angesichts der Spielanteile gerecht ist. Kurios jedoch: Über beide Tore darf fleißig diskutiert werden. Jomaine Consbruchs Treffer zum 1:0 ging eine klare Abseitsposition voraus (49.) und das Foulspiel, das zum Elfmeter und so zum 1:1 der Roten Teufel sorgte, war zumindest streitbar. Marlon Ritter verwandelte dennoch und besorgte damit den Endstand (55.).

Zwei Änderungen gab es in der Startelf des 1. FC Kaiserslautern. Pünktlich zum Topspiel meldete sich Felix Götze, den zuletzt Rückenprobleme ausbremsten, wieder fit und rückte für Hikmet Ciftci ins Team. Auf der rechten Außenbahn erhielt etwas überraschend Kapitän Jean Zimmer den Vorzug vor Dominik Schad und den wieder genesenen Philipp Hercher (beide Bank). Das System änderte sich indes nicht. Der FCK agierte erneut mit seiner zuletzt extrem stabilen Dreierkette und einem Fünfer-Mittelfeld davor. Gegen ebenfalls sehr sicher stehende Braunschweig ergab ich zunächst entsprechend das erwartet zähe und umkämpfte Spiel.

Zuck scheitert zweimal aus kurzer Distanz

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Die Anfangsphase ging dabei noch ein wenig an die Gäste. Kenny Prince Redondo hatte per Kopf die erste, nicht wirklich gefährliche Torchance (4.). Kevin Kraus prüfte Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic wenig später mit einem ebenfalls nicht sehr platzierten Schuss (11.). Danach wurde Braunschweig stärker, fand hier und da Lücken im FCK-Bollwerk. Immer wieder stieß Lion Lauberbach durch diese Lücken, scheiterte aber wiederholt am starken FCK-Schlussmann Matheo Raab (14./28./34./37.). Von Kaiserslautern kam nur noch wenig und als man gerade das Gefühl hatte, der FCK müsse sich in die Halbzeit retten, hätten die Pfälzer fast doch noch die Führung besorgt. Redondo setzte Götze ein, der einen starken Pass auf Zuck spielte. Der Linksverteidiger nahm im Fünfmeterraum stark an, scheiterte aber an Fejzic (42.).

So zäh die erste Halbzeit auch phasenweise war, so aufregend war das Spitzenspiel dann nach der Pause. Den Anfang machten die Gastgeber. Enrique Pena Zentner zwang Raab zur nächsten Parade, den Abstauber sicherte sich Jomaine Consbruch – 1:0 für Braunschweig (49.). Allerdings stand Pena Zentner bei seiner Ballannahme im Abseits. Der Treffer hätte nicht zählen dürfen. Doch der Ärger seitens des FCK blieb unerhört und die Pfälzer hatten wenige Minuten Probleme, wieder zu ihrer Konzentration zu finden. Yari Otto hätte fast davon profitierte, scheiterte mit seinem starken Schuss aber knapp (53.). Der FCK fand aber wieder ins Spiel und antwortete prompt. Redondo fiel im Strafraum im Zweikampf mit Philipp Strompf – Elfmeter für die Roten Teufel. Wieder eine mindestens strittige Entscheidung, die in dem Fall aber als ausgleichende Gerechtigkeit gelten darf. Marlon Ritter trat an und verwandelte sicher zum 1:1 (55.).

Plötzlich doch ein offener Schlagabtausch

Alles auf Anfang? Keineswegs. Das Spiel hatte durch die heiße Anfangsphase der zweiten Halbzeit an Schwung aufgenommen. Beide Mannschaften wollten mehr, setzten den Gegner unter Druck. Beim FCK hätte erneut Zuck zum Helden werden können, nach tollem Zuspiel von Mike Wunderlich verzog er aber komplett frei aus kurzer Distanz (60.). Auf der Gegenseite scheiterte Brian Behrendt mit einem satten Freistoß am Pfosten (63.). Die 5000 Zuschauer sahen nun doch den offenen Schlagabtausch, den FCK-Trainer Marco Antwerpen im Vorfeld der Partie noch ausgeschlossen hatte. Beide Abwehrreihen boten ungewohnt viel Platz an, weil beide Teams ins Risiko gehen wollten. Einige Unterbrechungen störten den Spielfluss vor der Schlussphase dann nochmals ein wenig. Die Trainer nutzten diese Phase und reagierten nochmals. Antwerpen, der zuvor bereits Hercher für Zimmer brachte (63.), schickte mit Nicolas Sessa (für Ritter/80.) einen frischen Offensivmann ins Spiel. Fünf Minuten später folgten Elias Huth und Muhammed Kiprit (für Hanslik und Redondo).

Spannend, umkämpft, aber nicht im hochklassig kamen dann die Schlussminuten daher. Beiden Mannschaften gelang es jedoch nicht mehr wirklich, ihre Angriffe sauber zu Ende zu spielen. Viele Fehlpässe unterbrachten die im Ansatz weiterhin gefährlichen Angriffe. Braunschweigs Luc Ihorst hatte in der 90. Minute mit einer abgefälschten Bogenlampe dann wieder eine Siegchance, konnte Raab damit aber nicht überlisten. In der Nachspielzeit standen die Abwehrreihen dann wieder stabil. Es blieb bei einem 1:1, das keinem entscheidend weiterhilft, aber an der Ausgangslage für das neue Jahr auch nicht viel ändert. Kaiserslautern und Braunschweig bleiben Top-Kandidaten auf die Aufstiegs-, bzw. den Relegationsplatz.

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Von Tommy Rhein