Younes-Zoff bei der Eintracht: Geht er nach Dubai?

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Amin Younes von Eintracht Frankfurt und Leipzigs Justin Kluivert (re.) in Aktion. Foto: dpa/ Jan Woitas

Die Namen Kostic und Zuber fallen immer wieder, wenn es bei der Frankfurter Eintracht um potenzielle Abgänge geht. Doch was wird aus Amin Younes? Klar ist nur: Es ist kompliziert.

Anzeige

FRANKFURT. 6:1 gegen ein Regionalligisten wie den FC Gießen ist für die Frankfurter Eintracht eigentlich nicht der Rede wert. Doch wie dieser Sieg herausgespielt wurde, leicht, locker, druckvoll, spielerisch, aber auch kämpferisch, beförderte es dann doch die These, dass sich die Mannschaft immer weiter entwickelt. Trainer Oliver Glasner war „sehr zufrieden“, hätte sich nur noch ein paar Tore mehr gewünscht. Der Weg sei aber sicher richtig. „Wichtig ist mir, dass unsere Offensivspieler ihre Kreativität zeigen und schnell umschalten, wenn wir in der Vorwärtsbewegung den Ball verlieren“, sagte er. Den Spielern macht die Art und Weise des Glasner-Fußballs sichtlich Freude. „Jeder hat Spaß und vor allem Bock auf die Einheiten“, sagte Aymen Barkok. Das Geheimnis der Freude seien die vielen guten Fußballer im Team. Barkok: „Wir haben viele Zocker in der Mannschaft, die mit dem Ball gut umgehen können.“ So weit, so gut. Zumal ja mit Kevin Trapp, Stefan Ilsanker, Martin Hinteregger, Djibril Sow, Steven Zuber, Tuta, Erik Durm und Sebastian Rode noch mögliche Stammspieler gar nicht dabei sind.

Aber es ist längst nicht alles gut bei den „Adlern“. Denn die „Zocker“ sind nicht nur auf dem Platz mit wachsendem Vergnügen an der Arbeit, sondern auch an den Verhandlungstischen. Nahezu täglich wird die Öffentlichkeit überrascht von Gerüchten über bevorstehende Abgänge.t Bei Filip Kostic haben sich die meisten Anhänger schon dran gewöhnt. Bei Steven Zuber ist es nach dessen guter Europameisterschaft keine Überraschung. Bei Amin Younes dagegen ist es verblüffend.

Geht Kostic zur Hertha, oder nicht?

Bei Kostic gibt es seit Wochen nichts Neues. Die von ihm und seinem Berater Fali Ramadani erhofften werthaltigen Angebote aus Italien, die sowohl den Spieler als auch die Eintracht zufriedenstellen würden, sind bislang ausgeblieben. Kostic würde zwischen 20 und 30 Millionen Euro Ablöse kosten, da schrecken viele zurück. Und ob es Kostic tatsächlich zur Hertha nach Berlin zieht, ist auch eher ungewiss. Freilich: Mit Geld ist alles zu regeln. Fredi Bobic wird da ziemlich in die Tasche greifen müssen, um die Eintracht zu ärgern.

Anzeige

Bei Steven Zuber sind die Ablösen lange nicht so hoch, die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels dafür umso höher. „Ich denke, mein Berater hat schon ein bisschen zu tun“, sagte er gegenüber dem Schweizer „Blick“. Dynamo Moskau, der FC Turin und Norwich City werden als Interessenten genannt. Zuber ist vor einem Jahr im Tausch mit Mijat Gacinovic aus Hoffenheim ablösefrei gekommen. Jetzt wäre die Eintracht nicht abgeneigt, ihn für fünf bis sieben Millionen Euro gehen zu lassen. „Ich werde am 26. Juli wieder in Frankfurt im Training einsteigen, alles andere werden wir sehen,“ sagt Zuber.

Streit ums liebe Geld

Unklar ist die Lage um Amin Younes. Der Nationalspieler betont seit Monaten wie wohl er sich bei der Eintracht fühlt und doch soll er nun mit einem Wechsel nach Dubai liebäugeln. Dies hat zumindest die „Bild“ gemeldet. Hintergrund: Als Younes vor einem Jahr auf Leihbasis aus Neapel kam, hat er auf viel Geld verzichtet. Angeblich spielt er für zwei Millionen Euro bei der Eintracht, in Neapel sollen es vier gewesen sein. Nun möchte er gerne, dass sein Gehalt wieder angehoben wird. Darüber soll es zu Streit gekommen sein. Vertraglich ist die Lage klar: Younes „gehört“ noch Neapel, doch die Eintracht hat ihn bis 2022 ausgeliehen und könnte eine Kaufoption über drei Millionen Euro ziehen. Ein Verkauf wäre also nur über den Umweg dieser Option möglich. Sportlich denken sie in Frankfurt sowieso nicht daran, Younes abzugeben.

Dessen Berater Mario Knez hat am Dienstag versucht Schärfe aus der Angelegenheit zu nehmen. „Wir stehen in einem sehr guten und konstruktiven Austausch mit der Eintracht und speziell mit Markus Krösche", sagte er dem „sid“, „die Eintracht ist Amins erster Ansprechpartner und erste Option." Von Abschied ist da nicht die Rede. Der Leihvertrag sei „bewusst“ über zwei Jahre geschlossen worden, sagte Knez, „Amin ist topmotiviert und freut sich auf die anstehende Bundesliga-Saison."

Ob Kostic, Zuber oder Younes: Es geht einzig ums Geld. Und die „Zocker“ stehen auf beiden Seiten. Denn auch die Eintracht ist nicht abgeneigt, nach André Silva weitere Spieler zu verkaufen.

Anzeige

Von Peppi Schmitt