Hellmann: „Habe nicht vor, die Eintracht zu verlassen“

aus Eintracht Frankfurt

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Axel Hellmann, Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt Fußball AG.

Stadionausbau, wirtschaftliche Lage, Ziele für die neue Saison und personelle Fragen: Wie es bei der Eintracht weitergeht, erklären die Vorstände Axel Hellmann und Markus Krösche.

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FRANKFURT. Mehr als eine Stunde haben sich die Vorstände der Frankfurter Eintracht, Axel Hellmann (51/ Sprecher) und Markus Krösche (42/ Sport), am Donnerstag zum ersten Mal im nagelneuen Presseraum im Proficamp den Fragen der Medienvertreter gestellt. Die wichtigste personelle Nachricht: Hellmann, der aktuell für ein halbes Jahr auch Geschäftsführer der Deutschen Fußball (DFL) ist, wird zur neuen Saison komplett zurückkehren. „Ich bin bei der Eintracht verortet und habe nicht vor, die Eintracht zu verlassen”, sagte er. Das große Ziel: Auch in der nächsten Saison will die Eintracht wieder international spielen. „Wir wollen uns nicht nach oben begrenzen, das gilt nicht nur für die Spieler, sondern für alle“, sagte Krösche. „Wenn wir an 100 Prozent kommen, können wir jeden schlagen.“ Für die ersten drei Spiele, am Samstag gegen Schalke, am Mittwoch in Freiburg, dann in München seien „neun Punkte“ das Ziel. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat die wichtigsten Aussagen der Bosse aufgezeichnet:   Hellmann zum Stadionausbau: „Wir sind richtig gut im Zeitplan. Komplett fertig sein wird es erst zur neuen Saison. Bis dahin werden wir aber immer ein Fassungsvermögen von 48.000, 49.000 Zuschauer bieten können. Das größte Problem ist für uns wie für viele andere, dass es unheimlich schwer ist, Mitarbeiter zu finden. Der Fachkräftemangel trifft uns eklatant. Wir können in vielen Bereichen, wie Hospitality, Security, Catering nicht mit voller Stärke fahren.“

Zur wirtschaftlichen Lage: „Wir haben die Coronafolgen ganz gut überwunden, unsere wirtschaftliche Tragkraft ist wieder besser geworden. Auch die Energiekosten sind aktuell ja ein bisschen eingefangen. In Kernverträgen wie mit unserem Hauptsponsor, aber auch anderen, haben wir Stabilität. Die Umsatzerlöse wurden zuletzt signifikant gesteigert, nicht nur durch die Champions-League. Allerdings wäre ohne den Europa-League-Sieg und die CL-Teilnahme die Bettdecke deutlich kürzer. Dann wären nicht nur die Füße im Kalten gewesen, sondern ab den Knien abwärts wäre es kühler geworden.“

Zur Zukunft des deutschen Fußballs: „Wir müssen uns der Basis verpflichtet fühlen und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit herstellen. Mit der Premiere League können wir nicht mithalten.  Aki Watzke hat gesagt, wir dürfen das Rattenrennen nicht mitmachen, da hat er recht. Wir dürfen aber sicher nicht wie Käfer auf dem Rücken liegen, das kann nicht der Ansatz sein. Die Situation verlangt aktives Handeln, Entschlossenheit, Entscheidungsfreudigkeit. Der deutsche Fußball muss den Mut haben, mit unseren Eigenheiten, basierend auf der 50 plus eins Regel, Voraussetzungen zu schaffen, dass wir Spitze sein können.“

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Zur Kritik von Tierschützern an der Anwesenheit von Adler Atilla im Stadion und von Fans an den erhöhten Ticketpreisen gegen Neapel: „Beides sind berechtigte Anliegen, genau wie die Einwände an unserer Asien-Reise oder am Dubai-Trainingslager. Als Klub dürfen wir uns aber nicht vor alle Karren spannen lassen und dürfen in dieser Kompromisswelt nicht zu sehr auf einige Anspruchsgruppen hören. Atilla wird weiter im Stadion sein, wir sehen keine Anzeichen, dass dies Tierquälerei sein könnte. Bei den Ticketpreisen müssen wir den Blick auf die Ausgewogenheit behalten. In der Gruppenphase der CL hatten wir mit Abstand in Deutschland, wahrscheinlich in ganz Europa, die niedrigsten Durchschnittspreise. Gegen Neapel wurden sie nun erhöht, das stimmt. Es ist aber auch ein besonderes Spiel. Wir überlegen uns sehr genau, was wir tun und allen kann man es nie recht machen.“  

Markus Krösche zur Vorbereitung: „Die war gut, reibungslos. Die Jungs haben es gut gemacht. Die Einheiten waren sehr intensiv. Die Automatismen kommen langsam wieder. Aber Vorbereitung ist Schall und Rauch. Es gilt, die gute Form, in den drei Spielen der ersten Woche jetzt auch auf den Platz zu bekommen. Jedes Bundesligaspiel ist schwer zu gewinnen, da ist es egal ob gegen Schalke oder Bayern. Aber wenn wir an 100 Prozent kommen, können wir jeden schlagen. Das Ziel für die erste Woche sind neun Punkte.“

Eintracht will auch in der nächsten Saison international spielen

Zur Zielsetzung für die neue Saison: „Übergeordnet ist, dass wir wieder international spielen. Wir wollen das Maximum erreichen und uns nicht nach oben begrenzen. Wir wollen Grenzen verschieben und das nächste Level erreichen. Wir wollen besser werden, um gut zu bleiben. Das gilt für die Männer, für die Frauen und den Nachwuchs. Es ist der Auftrag uns weiterzuentwickeln. So müssen wir es auch schaffen, dass wir regelmäßig Spieler aus unserem Nachwuchs im Bundesliga-Kader haben und dort Spielminuten bekommen.“ 

Zur Zukunft von Kamada und Ndicka, deren Verträge auslaufen: „Es liegt nicht immer am Geld. Es gibt auch sportliche und karrierebedingte Überlegungen. Das braucht Zeit und ich bin auch kein Freund von Ultimaten. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Spielern sehr klar aufgezeigt haben, was wir planen, was wir vorhaben, mit der Eintracht und mit ihnen.“

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Zum neuen Star Randal Kolo Muani: „Er hat eine großartige WM gespielt. Er weiß zu 100 Prozent, dass er dies auch der Eintracht zu verdanken hat. Er ist bodenständig und dankbar, weiß das alles zu schätzen. Er fühlt sich wohl und zahlt mit Leistung zurück, das ist schön zu sehen. Er ist der Beweis, dass die Geschichte, die wir den Spielern erzählen, auch der Wahrheit entspricht. Randal hat eine großartige Entwicklung genommen, er wird aber noch Zeit brauchen.“

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