Eintrachts Amin Younes: Im Länderspiel ohne Ballberührung

aus Eintracht Frankfurt

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Amin Younes (links) und Timo Werner beim Aufwärmen vor dem Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Rumänien.  Foto: dpa/ Stefan Constantin

Kaum war Younes von Jogi Löw eingewechselt, wurde das Spiel gegen Rumänien abgepfiffen. Ähnlich ging es auch anderen Spielern von Eintracht Frankfurt auf internationalem Parkett.

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FRANKFURT. Amin Younes ist mit fünf Länderspieleinsätzen zur Nationalmannschaft gereist. 2017 hat er beim Gewinn des Confed-Cups mithelfen dürfen. Jetzt stehen für den Profi der Frankfurter Eintracht sieben Länderspiele in der Statistik. Bundestrainer Joachim Löw hat ihn gegen Island (3:0) und in Rumänien (1:0) eingewechselt. Gegen Island hat er siebenmal den Ball berührt, gegen Rumänien gar nicht. Younes war in der Nachspielzeit auf den Platz getrabt und gleich wieder runter. Schiedsrichter Turpin hatte abgepfiffen.

Man könnte durchaus sagen: Es war eine sinnlose Einwechslung des Bundestrainers, nicht einmal Zeit musste mehr von der Uhr genommen werden, um den Sieg zu sichern, denn die Zeit war abgelaufen. Und doch zählt es als Länderspiel und Younes wird sich gefreut haben. Wie es drinnen in einem ehrgeizigen Fußballer aussah, geht ja auch niemanden etwas an.

Angereist für Training und die Bank

Länderspiele sind grundsätzlich anders als Bundesligaspiele, das ist nichts Neues. Nationaltrainer ticken anders als Vereinstrainer, auf die Form im Ligaalltag kommt es nicht wirklich an. All dies wurde gerade an den Beispielen der Frankfurter Profis deutlich. Younes also durfte trotz starker Form kaum an den Ball. Dass Kevin Trapp als dritter oder vierter Torwart und damit nur zum Training zur Nationalmannschaft gereist ist, war vorher klar.

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Erstaunlich ging es bei den Schweizern zu: Djibril Sow, in Frankfurt seit Wochen in Topform, durfte bis auf vier läppische Minuten beim 3:1 in Bulgarien als auch beim 1:0 gegen Litauen nur zuschauen. Sein Kollege Steven Zuber, im Verein nur zweite oder dritte Wahl aber spielte im ersten Spiel der Eidgenossen von Beginn an, schoss dabei ein Tor und im zweiten Spiel wenigstens eingewechselt.

Selbst Tore am Fließband schützen nicht vor Bankplätzen in der Nationalmannschaft. Das musste André Silva erfahren. Der zweitbeste Torjäger der Bundesliga durfte sich das 2:2 von Portugal in Serbien komplett von draußen anschauen. Die Konkurrenz bei den Portugiesen ist allerdings riesengroß. Neben dem gesetzten Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) streiten sich mit Diogo Jota (FC Liverpool), Bernardo Silva (Manchester City), Joao Felix (Atletico Madrid) mit dem Frankfurter Star gleich vier Hochkaräter um eins, zwei Plätze.

Viel Spielzeit für Kostic

Immerhin, der serbische Trainer Dragan Stojkovic hat noch im richtigen Zeitpunkt gemerkt, wie gut in Form Filip Kostic ist. Nachdem der Frankfurter „Überflieger“ beim Spiel gegen Nordirland noch eine Halbzeit auf der Bank geschmort hatte, durfte er gegen Portugal ran über 71 Minuten ran. Kostic enttäuschte nicht, erzielte den so wichtigen 2:2-Ausgleichstreffer. Kollege Luka Jovic übrigens hatte wieder einmal 87 Minuten auf der Bank gesessen. Nicht gebraucht wurde am Sonntag auch Stefan Ilsanker beim 3:1 Österreichs gegen die Faröer. In Schottland am letzten Mittwoch hatte er noch durchgespielt.

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Heimtrainer Adi Hütter dürfte gar nichts so böse sein, dass seine Schützlinge mit Ausnahme der Reisestrapazen bislang keine wirklich hohen Belastungen auf dem internationalen Parkett hatten. Klar, Länderspieleinsätze sind auch gut fürs Selbstvertrauen. In erster Linie aber kosten sie in dieser Phase der Saison, zu Beginn der Zielgeraden, viel Kraft. Und wer nicht spielt, kann sich auch nicht verletzen, Das kommt als positiver Aspekt hinzu. Und so wird Hütter bei der letzten Runde der Qualia-Spiele am Dienstag und Mittwoch doch wieder gespannt auf seine Nationalspieler schauen.

Von Peppi Schmitt