Eintracht: Was ist wirklich dran am Jovic-Gerücht?

aus Eintracht Frankfurt

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Bleibt wohl ein Traum der Eintracht-Fans: Luka Jovic dürfte kaum nach Frankfurt zurückkehren. Archivfoto: imago

Der ehemalige Eintracht-Spieler Luka Jovic spielt bei Real Madrid keine Rolle mehr. Eine Rückkehr nach Frankfurt wäre für die Hessen ein Gewinn. Aber wie sieht es finanziell aus?

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FRANKFURT. Es ist eine Meldung, die von den Fans der Frankfurter Eintracht als zu schön um wahr zu sein empfunden wird: Luka Jovic will zurückkehren nach Frankfurt. Das hat die spanische Agentur EFE mit Bezugnahme auf das „persönliche Umfeld“ des Spielers gemeldet. Danach habe Jovic Real gebeten, den Klub verlassen und auf Leihbasis zur Eintracht zurückkehren zu dürfen. Von der Eintracht-Führung gab es zu dem Gerücht keinen Kommentar, kein Dementi, schon gar keine Bestätigung. Also: Was ist wirklich dran an der Nachricht um die Rückkehr des serbischen Torjägers, der als Mitglied der legendären „Büffelherde“ in der Saison 18/19 wettbewerbsübergreifend 27 Tore in 48 Spielen für die Frankfurter erzielt hatte?

Die Grundannahme, Jovic wolle Real verlassen, ist schon mal richtig. Zu frustrierend ist seine erste Saison verlaufen, zu enttäuschend der Start in die neue Saison. In insgesamt 27 Einsätzen in vier Wettbewerben, davon nur achtmal von Beginn an, hat er gerade mal zwei Tore erzielt. Bei Trainer Zinedine Zidane spielt er keine Rolle. Das hat der Real-Coach am letzten Sonntag beim Saisonstart der „Königlichen“ in San Sebastian (0:0) noch einmal deutlich gemacht, als er Jovic nicht einmal einwechselte und ihm mit Marvin und Arribas zwei Spieler aus der eigenen Jugend vorzog. Auch die Quelle des Gerüchts, die Agentur EFE, ist als seriös einzustufen, sie ist die viertgrößte Nachrichtenagentur der Welt mit Sitz in Madrid.

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Geht es zu AS Monaco?

Freilich sprechen deutlich mehr Fakten gegen den Wahrheitsgehalt der Meldung und gegen eine Rückkehr. Da ist vor allem der finanzielle Aspekt. Jovic ist vor einem Jahr für 60 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) von Frankfurt nach Madrid gewechselt. Real will ihn mit ziemlicher Sicherheit eher meistbietend weiterverkaufen als verleihen. Einzige Hintertür: Die Überlegung, dass Jovic in seinem gewohnten Umfeld bei der Eintracht zu alter Stärke zurückfindet und dann für Real doch noch einen Mehrwert bekommen könnte. Die Wahrscheinlichkeit, das Real Jovic an andere Klubs in Spanien, England oder auch Frankreich (AS Monaco mit seinem väterlichen Förderer Niko Kovac), ist aber deutlich höher.

Für eine Rückkehr nach Frankfurt könnte das sportliche Heimweh sprechen, das den 22 Jahre alten Serben offenbar erfasst hat. Jovic soll die Nase voll haben von der großen, weiten Fußballwelt und sich in Madrid alles andere als wohl fühlen. Zudem hat er den Wunsch, endlich wieder Fußball spielen zu können. Dafür erscheint ihm die Eintracht als aktuell beste Adresse. Um diesen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen, bedürfe es dreier Grundvoraussetzungen. Erstens: Jovic müsste von seinem geschätzten Gehalt von 10 Millionen Euro mindestens auf die Hälfte verzichten. Zweitens: Real müsste zudem noch einen weiteren Teil des Gehaltes übernehmen. Und drittens: Jovics Berater Fali Ramadani, der ein bekannt gutes Verhältnis zu Eintracht-Boss Fredi Bobic pflegt, müsste ebenfalls große Zugeständnisse machen.

Drei Mittelstürmer im Aufgebot

Das ist die finanzielle Seite, die einen Wechsel zurück fast aussichtslos erscheinen lassen. Und sportlich? Da könnte die Rückholaktion Sinn ergeben. Dass Jovic für die Eintracht auf Anhieb eine Verstärkung wäre, scheint klar. Auch wenn dann mit Bas Dost, André Silva und ihm wieder drei Mittelstürmer im Aufgebot stehen würden. Das könnte aber passen, denn Jovic ist durchaus ein anderer Spielertyp. Für Jovic selbst wäre es eine gute Konstellation, um in einem bekannten Umfeld schnell wieder zur alten Form zurückzufinden. Und auch für Real hätte es einen gewissen Charme, den teuren Stürmer für ein Jahr noch einmal auf die „Fußballwiese“ Bundesliga zu schicken, um zu überprüfen, ob es doch noch zu mehr reichen kann.

Viele Wenn und Aber also, eigentlich zu viele. Und so wird wohl der Wunsch der Vater des Gedankens bleiben.

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Von Peppi Schmitt