Eintracht-Trainer Hütter: „Tohuwabohu mit Freude und Tränen“

aus Eintracht Frankfurt

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Eine Szene, die sich bald wiederholen könnte, wenn auch ohne  Zuschauer auf den Tribünen. Hier jubelte Luka Jovic im Mai 2019 beim Europa League-Spiel der Eintracht Frankfurt gegen den FC Chelsea über das Tor zum 1:0. Archivfoto: Uwe Anspach/dpa

Luka Jović läuft für die Eintracht gegen Schalke auf. Auch ein anderer Spieler ist nach einer Verletzungspause wieder einsatzbereit.

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FRANKFURT. Es wäre ein Spiel wie gemalt für Zuschauer, voller menschlicher Geschichten, mit großen Emotionen. Doch die Ränge werden auch am Sonntag (18 Uhr) wieder leer sein, wenn die Frankfurter Eintracht auf den FC Schalke 04 trifft, dabei ihr Kapitän David Abraham (34) Abschied und Heimkehrer Luka Jovic (23) Einstand feiern werden. „Das wäre ein Tohuwabohu voller Freude, aber auch voller Tränen“, sagt Trainer Adi Hütter. Die Bedeutung beider Personalien fasste der Coach der Eintracht noch einmal kurz zusammen. „Wir verlieren mit David eine absolute Größe unserer Mannschaff“, sagt er zum letzten Spiel von Abraham nach fünfeinhalb Jahren im Trikot mit dem Adler. „Luka will zeigen, welche Klasse er hat“, sagt er zum bevorstehenden Debüt von Jovic.

Jovic als zweite Sturmspitze geplant

Der Madrid-Rückkehrer, den die Eintracht zunächst für ein halbes Jahr von Real ausgeliehen hat, wird auf jeden Fall dabei sein. Alle an diesem sensationellen Transfer Beteiligten hätten gute Arbeit geleistet. „Lob an die Vereine, an die Berater, an unsere Mitarbeiter, dass sie es geschafft haben, dass er heute schon mittrainieren konnte“, sagte Hütter am Freitagmittag. „die Spielerlaubnis ist da, er ist einsatzbereit.“ Noch nicht einmal die Pandemie konnte in diesem Fall einen Strich durch die Rechnung machen. Da Jovic bereits im letzten Oktober an Corona erkrankt war, musste er nun nicht mehr in Quarantäne. Zumindest im Kader werde der ehemalige Torjäger dementsprechend stehen. Doch Hütter hält noch mehr für möglich. „Ob ich ihn gleich von Anfang an reinhaue, werde ich erst am Sonntag entscheiden“, sagte er. Jovic könne sehr wohl an der Seite von André Silva als zweite Sturmspitze agieren. „Wir haben eine spielerisch sehr starke Mannschaft, davon wird er profitieren“, glaubt der Trainer, der beim ersten Training einen guten Eindruck gewonnen hat. „Wenn man in Lukas Gesicht schaut, sieht man ein Lachen“, sagt Hütter, „die ganze Mannschaft sieht, welches Zeichen der Verein und welches Zeichen er setzt.“ Gerade auch bei seinem dicksten Kumpel, Landsmann Filip Kostic, sei die Freude „besonders groß“.

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Jovic scheint mit dem vorübergehenden Abschied von Real wie von einer Last befreit. In Frankfurt hat er sich an den ersten beiden Tagen ungewohnt emotional gezeigt. „Ich fühle mich phänomenal“, sagte er, „ich bin stolz wieder hier zu sein und es wird mir eine Ehre sein, wieder für die Eintracht zu spielen.“ Er habe in Madrid, wo er so wenig zum Einsatz gekommen ist, „so vieles vermisst“. Jovic machte in seinem ersten Interview den Eindruck eines jungen Mannes, der sich einfach nur darauf freut, endlich wieder Fußball spielen zu dürfen.

Younes nach Verletzung wieder fit

Dem Frankfurter Trainer werden sich am Sonntag ganz viele personelle wie taktische Möglichkeiten bieten. Am Freitag hat auch der zuletzt überragende Amin Younes nach seiner in Leverkusen erlittenen Knöchel- und Achillessehnenverletzung wieder trainiert. „Es geht ihm gut“, berichtet der Trainer, die medizinische Abteilung werde nun bis zum Spielbeginn alles daransetzen, „dass er auch hundertprozentig fit ist.“ Younes wird also spielen. Und Djibil Sow wird ebenfalls zurückkehren ins Team. Der 23 Jahre alte Schweizer Nationalspieler ist in der Nacht zum Freitag stolzer Vater einer Tochter geworden. „Das wird ihn zusätzlich motivieren“, glaubt sein Coach.

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Bei all den guten Nachrichten vor dem Spiel ließ Hütter die Gelegenheiten nicht aus, seine Spieler zur Konzentration zu mahnen. „Wir haben keinen Grund, irgendwen zu unterschätzen und das werden wir auch nicht machen“, sagt er. Die Schalker gehörten vom Personal her ganz sicher nicht so weit unten in die Tabelle. Der 4:0-Erfolg gegen Hoffenheim wurde in Frankfurt genauso registriert wie die Rolle von Neuzugang Sead Kolasinac, die verbesserte Form von Amine Harit und die drei Tore von Matthew Hoppe. Das führt zu Respekt, aber nicht zu Furcht. Schließlich habe die Eintracht auch eine gute Serie, drei Siege in Folge und in dieser Saison zu Hause ungeschlagen, erinnerte der Trainer, „dementsprechend selbstbewusst werden wir ins Spiel gehen.“

Von Peppi Schmitt