Eintracht-Spieler wollen Hütter Sieg schenken

aus Eintracht Frankfurt

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Vier Spiele, vier Siege: Die Rückrunde verläuft für die Frankfurter Eintracht bisher erfolgreich. Archivfoto: Jan Hübner

Obwohl es bei den Frankfurtern momentan so gut läuft wie schon lange nicht mehr, gilt es am Wochenende gegen den 1. FC Köln eine äußerst mickrige Serie vergessen zu machen.

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FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht hat in den letzten Wochen einige Negativserien gebrochen, hat dabei unter anderem zum ersten Mal in der Bundesligageschichte in Mainz gewonnen, und Bestmarken eingestellt, wie gerade jetzt drei Siege in Folge zu Beginn der Rückrunde. Da wäre es keine besonders große Überraschung, wenn die Eintracht auch am Sonntag (15.30 Uhr) im 100. Aufeinandertreffen gegen den 1.FC Köln etwas schafft, was ihr zuletzt nicht gelungen ist.

Tatsächlich hat Erfolgstrainer Adi Hütter, der zum Beispiel die TSG Hoffenheim sechsmal in Folge geschlagen hat, ausgerechnet gegen den 1.FC Köln noch nie gewonnen. Zwei 1:1-Unnentschieden 2020 und eine bittere Heimniederlage im Dezember 2019, die Hütter im Rückblick als eine „der bittersten Niederlagen meiner Amtszeit“, beschreibt. Damals hatte die Eintracht 2:0 geführt und doch noch 2:4 verloren. Diesmal stehen die Zeichen auf Sieg. Und dies nicht, weil sich der Frankfurter Trainer, der am Donnerstag seinen 51.Geburtstag gefeiert hat, als nachträgliches Geschenk von seinen Spielern einen Sieg wünscht.

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Die Frankfurter sind seit neun Spielen ungeschlagen

Vielmehr, weil die Frankfurter seit Wochen in bestechender Form spielen. „Wenn wir Topleistungen bringen, sind wir schwer zu schlagen“, sagt Hütter. Neunmal in Folge ist dies nun schon gelungen. Der zehnte streich soll folgen. „Ich werde die Euphorie ganz sicher nicht bremsen“, sagt er. Der Eintracht-Coach sieht auch keine Anzeichen, dass seine Spieler nachlassen könnten. Alle seien während der Übungseinheiten unter der Woche „zu 100 Prozent bei der Sache gewesen“, hat er festgestellt, „es macht richtig Spaß zuzuschauen.“ Er beobachte jeden einzelnen ganz genau, um eventuelle Defizite in der Einstellung zu bemerken.

„Aber da muss ich aktuell nicht großartig eingreifen“, sagt er. Wenn es doch einmal vorkommt, „dass die Inhalte nicht so umgesetzt werden, wie ich das gerne hätte“, würde er eine ganze Gruppe zum Gespräch rausnehmen oder sich auch einmal einen einzelnen vorknöpfen. Doch in diesen Tagen ist das nicht nötig. Alle hätten verinnerlicht, dass nachlassende Konzentration „die größte Gefahr“ in der aktuellen Erfolgsserie sei.

Hütter lobt die medizinische Abteilung

Hilfreich ist bei allen Bemühungen zum einen die Begeisterung, die rund um die Mannschaft auch ohne Zuschauer herrscht, zum anderen die breite personelle Auswahl, die dem Trainer zur Verfügung steht. „Uns fehlen die Fans“, erklärt Hütter, „aber wir spüren trotzdem, was so rundherum los ist.“ Bei den Fans herrscht Begeisterung und Vorfreude auf große Ziele. Der Trainer kann beim Erreichen dieser Ziele aus den Vollen schöpfen. Kein einziger Spieler ist so verletzt oder angeschlagen, dass er gegen Köln nicht spielen könnte. „Das ist ein Phänomen“, sagt der Frankfurter Trainer und lobt die medizinische Abteilung, die ganz offensichtlich ganze Arbeit leistet.

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In den letzten Tagen ist auch Aymen Barkok wieder auf den Platz zurückgekehrt, der sich in Hoffenheim am letzten Sonntag vor dem Anpfiff eine Rückenverletzung zugezogen hatte. Und die kleine Trainingspause von Torwart Kevin Trapp sei sowieso nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Die kuriose Statistik, dass die Eintracht bei all ihren Erfolgen der letzten Monate seit fünfzehn Spielen zu Hause nicht mehr „zu Null“ gespielt hat, bringt den Frankfurter Coach nicht aus der Ruhe. Das sei „die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“. Manchmal würden durch die offensive Einstellung „zu große Räume“ entstehen, die der Gegner nutzt. Im Training werde daran gearbeitet, dies zu minimieren. „Aber wenn ich es mir aussuchen darf, wollen wir lieber weiter kreativ nach vorne spielen“, sagt Hütter, und dabei eben auch mal ein Gegentor hinnehmen. Das sei „Jammern auf hohem Niveau.“

Von Peppi Schmitt