Eintracht: Slapstick-Tor und Sehschwäche beim Video-Schiri

aus Eintracht Frankfurt

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Beim 5:2-Sieg der Frankfurter Eintracht gegen Union Berlin gab es Kurioses zu bestaunen. Foto: dpa

Ein klares Foul, das nicht gepfiffen wird und ein Eigentor, das wohl in jedem Jahresrückblick zu sehen sein wird. Die Partie gegen Union Berlin war teils kurios.

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FRANKFURT. Ab der 7. Minute spielte Makoto Hasebe mit einer hochgekrempelten schwarzen Turnhose. Das hatte keine modischen Gründe, sondern medizinische. Hasebes Oberschenkel war nach einem Tritt des Berliners Julian Ryersen blutig, zeigte deutliche Spuren der Eisenstollen des Gegners. Das kommt vor im Fußball und wäre nicht der Rede wert, wenn nach diesem Tritt nicht ein Tor für die Berliner gefallen wäre. Ryerson hatte den Zweikampf gegen den Frankfurter Libero mit unfairen Mitteln gewonnen, Max Kruse daraus Profit gezogen und das 1:1 erzielt. Der Schiedsrichter hatte nichts gesehen und der Video-Assistent (VAR) auch nicht. Günter Perl hatte im Kölner Keller signalisiert, „alles In Ordnung“. Da war eine krasse Fehlentscheidung, was den VAR einmal mehr in die Diskussion brachte. „Es ist mir ein Rätsel, wie dieses Tor zählen konnte“, sagte Thorsten Kinhöfer, einst selbst Bundesliga Referee in der „Bams“.

"Es war ein klares Foul vor dem 1:1"

Die Frankfurter konnten das Versagen der Unparteiischen nicht glauben. „Der Schiedsrichter selbst hat in der Halbzeit gesagt, das ist ein klares Foul“, erzählte Kevin Trapp später, „er hat es sich nur nicht angeschaut, weil die in Köln gesagt haben 'Ähm vielleicht'". Der Betroffene war nicht einmal sauer. „Es war ein klares Foul vor dem 1:1“, sagte Hasebe, „aber wir haben 5:2 gewonnen, also alles gut.“ Fredi Bobic lenkte den Blick aufs Große und Ganze. „Es ist einfach ärgerlich, dass bei einer so klaren Sicht auf eine solche Szene vom VAR nichts passiert“, sagte der Sportvorstand. Es ist erst ein paar Wochen her, da hatte die Eintracht im Spiel gegen die Bayern trotz eines klaren Fouls keinen Elfmeter bekommen, auch da hatte der VAR versagt, damals Marco Fritz.

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Pech also für die Frankfurter beim 1:1, Glück beim 2:1. Das Eigentor von Robert Andrich, der mit einer Rückgabe aus mehr als vierzig Metern seinen Torwart Andreas Luthe überwand, wird in jedem Jahresrückblick zu sehen sein. „Robert hat den Ball gut getroffen“, hatte der Berliner Torwart schnell wieder seinen Humor gefunden. Luthe war beim Rettungsversuch auch noch ausgerutscht, was den Treffer endgültig zur „Slapstick“-Nummer werden ließ.

Von Peppi Schmitt