Die Eintracht und der Fall Bobic: Einigung in Sicht?

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Insbesondere beim Thema "Ablösemodalitäten" scheinen sich die Eintracht und ihr Sportvorstand Fredi Bobic näher zu kommen. Foto: dpa/Uwe Anspach

Der Abschied des Sportvorstands von der Frankfurter Eintracht ist im Prinzip beschlossene Sache. Immerhin scheinen die größten Zerwürfnisse ausgeräumt. Hält der Burgfrieden?

Anzeige

FRANKFURT. Die nächste Runde im Poker um den Abschied von Fredi Bobic (49) von der Frankfurter Eintracht ist eingeläutet. Es könnte die letzte sein. Einen K.o. wird es im Kampf zwischen dem Sportvorstand, der den Klub trotz eines Vertrages bis 2023 verlassen will, und dem Aufsichtsrat (AR), der dem nur gegen Zahlung einer „Ablösesumme“ zustimmen will, nicht geben. Wer am Ende Punktsieger sein wird, liegt dann im Auge der Betrachter.

Jedenfalls haben sich Bobic und AR-Chef Philip Holzer in mehreren Gesprächen in ihren Vorstellungen angenähert. In erster Linie geht es bei den Verhandlungen um die sogenannten „Vertragsaufhebungskosten“, aber auch darum, dass Bobic zu seinem neuen Arbeitgeber, aller Voraussicht nach Hertha BSC, keine weiteren Mitarbeiter gegen den Willen der Eintracht mitnehmen kann. Laut „Bild“ sind die Frankfurter bereit, bei den ursprünglich geforderten fünf Millionen Euro Abstriche zu machen. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht, zumal es noch nicht zu einer endgültigen Einigung gekommen sein soll. Angestrebt aber wird eine einvernehmliche Lösung in den kommenden beiden Wochen, um Störungen im Endspurt der Liga so gering wie möglich zu halten.

Anzeige

Kurzfristige Vertragsauflösung scheint vom Tisch

Beide Seiten haben nach anfänglichen gegenseitigen Vorwürfen und Verstimmungen seit einiger Zeit wieder zu einem normalen Umgang zurückgefunden. Bobic arbeitet professionell daran, die Saison erfolgreich zu Ende zu bringen. Sollte der Weg bis in die Champions-League führen wäre das ja auch für ihn der bisherige Höhepunkt seiner Manager-Karriere. Zu einer kurzfristigen Vertragsauflösung wird es nicht kommen, das heißt, der Sportvorstand soll diese Saison noch mit allen Vollmachten zu Ende bringen, Ausnahme ist seine eigene Nachfolge. Das zeigt, dass ein Mindestmaß an Vertrauen, auch innerhalb des Vorstandes, weiter vorhanden ist. Voraussichtlich wird der Vertrag zum 30. Juni dieses Jahres aufgelöst.

Mit einem Nachfolger für Bobic beschäftigt sich der AR schon lange, es sollen bereits vielversprechende Gespräche geführt worden sein. Amüsiert verfolgen sie bei der Eintracht in diesem Zusammenhang angebliche Absagen von Managern, die nie gefragt worden sind. So soll es nach Informationen dieser Zeitung weder mit Bastian Schweinsteiger, wie Bild gemeldet hatte, noch mit Christoph Freund von RB Salzburg, wie Sport-Bild in den Raum stellte, auch nur eine Kontaktaufnahme gegeben haben. Bestätigt hat die Eintracht lediglich ein Interesse an Ex-Eintracht-Verteidiger Christoph Spycher von Young Boys Bern, der aber wegen eines bis 2022 laufenden Sportchef-Vertrages nicht zur Verfügung steht.

Von Peppi Schmitt