Adi Hütter: „Im Mittelfeld habe ich ein Luxusproblem“

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Frankfurts Sebastian Rode (r) und Schalkes Weston McKennie im Zweikampf.  Foto: dpa

Vier Spieler streiten sich bei der Frankfurter Eintracht um zwei Positionen. Da muss Trainer Adi Hüter jede Woche neu entscheiden. Die Auswahl hängt besonders von einer Sache ab.

Anzeige

FRANKFURT. Sebastian Rode (30) ist der spielstärkste Profi der Frankfurter Eintracht im defensiven Mittelfeld. Stefan Ilsanker (31) ist der zweikampfstärkste. Djbril Sow (23) ist der laufstärkste. Und Dominik Kohr (26) ist der kampfstärkste. Vier Spieler streiten sich um zwei Positionen in der Schaltzentrale des Frankfurter Spiels. Trainer Adi Hütter muss Woche für Woche entscheiden, welche Mischung gegen den jeweiligen Gegner die erfolgversprechendste ist. „Ich habe ein Luxusproblem auf der Sechserposition“, hat der Frankfurter Coach nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund gesagt. Die Bezeichnung „Luxus“ für die Frankfurter Mittelfeldspieler ist freilich ziemlich hoch gegriffen, vereint das Quartett doch im Grunde gehobenes Mittelmaß. Was durchaus der Mannschaft angepasst ist, die ja auch im Mittelfeld der Bundesliga verharrt.

Rode trägt das „Siegergen“ in sich

Das größte Potential hat sicherlich Sebastian Rode, dem man Woche für Woche anmerkt, dass er einst bei den Großen gespielt hat, beim FC Bayern München unter Pep Guardiola und bei Borussia Dortmund unter Thomas Tuchel. Rode trägt das „Siegergen“ in sich, geht in jeden Zweikampf als sei es sein letzter, vereint Fleiß und Mut mit Technik und schlauen Pässen. Ist er gesund, dann ist er bei Hütter gesetzt. Siebenmal hat Rode an den ersten zehn Spieltagen in der Startelf gestanden, zweimal war er verletzt, einmal ist er nach einer Verletzungspause eingewechselt worden.

Anzeige

Mit Dominik Kohr an der Seite von Rode war die Eintracht im September in die Saison gestartet. Doch nach einer schwachen Halbzeit gegen Arminia Bielefeld hat Kohr seinen Stammplatz verloren. Fortan spielte Stefan Ilsanker. In acht von zehn Spielen stand er von Beginn an auf dem Rasen, sozusagen ist der österreichische Nationalspieler interner „Tabellenführer“ der Frankfurter „Sechser“. Gegen Dortmund blieb er zunächst draußen, weil er sich unter der Woche bei einem Zweikampf mit Almamy Touré das Nasenbein gebrochen hatte. Doch Ilsanker hatte nach seiner Einwechslung auch mit Gesichtsmaske keinen Zweikampf und auch kein Kopfballduell gescheut. Kohr ist da nur noch „Backup“, also Ersatzmann.

Noch einen Spieler in der Hinterhand

Eine ganz andere Komponente bringt Djibril Sow ins Spiel. Er ist ein feinerer Fußballer als seine Kollegen, technisch versiert, auch schneller als die anderen drei. Doch es gelingt ihm zu selten, seine PS auch auf den Rasen zu bringen. Als Stammspieler in der Schweizer Nationalmannschaft musste er bei der Eintracht bis zum achten Spieltag warten, ehe er beginnen durfte. Seit dem Leipzig-Spiel aber behauptet er seinen Platz im Team. Gegen Dortmund war er mit 12,67 Kilometern der mit Abstand laufstärkste Spieler auf dem Rasen. „Djibril hat das sehr ordentlich gemacht, auch Dominik hat es nach seiner Einwechslung gut gemacht“, lobte der Trainer und sprach in diesem Zusammenhang dann von seinem „Luxusproblem“. Die Auswahl „zwei aus vier“ hänge Woche für Woche vom „jeweiligen Gegner“ ab.

Apropos Luxusproblem. Mit Makoto Hasebe (36) hat der Frankfurter Trainer noch einen weiteren Spieler in der Hinterhand, der die Sechserposition „gelernt“ hat und dem er zutraut die eine oder andere Partie dort zu bestreiten. Allerdings rechnet Hütter mit dem baldigen Ende der Karriere von Hasebe. „Makoto wird 37, im Sommer wird die Fußballerkarriere ziemlich sicher zu Ende sein", sagte der Trainer am Rande des Dortmund-Spiels. Bis dahin wird der älteste Spieler der Liga wohl eher als „Libero“ in der Dreier-Abwehr gebraucht.

Im Januar werden die Karten neu gemischt

Aktuell hat sich dort zwar Martin Hinteregger festgebissen, aber spätestens im Januar werden die Karten neu gemischt. Dann wird David Abraham ja seine Karriere beenden und die Eintracht verlassen. Ein Platz in der Dreierkette wird dann frei. Vorgesehen als Ersatz ist Tuta (21). Ob der junge Brasilianer freilich schon an die Qualität Abrahams heranreicht, ist mehr als fraglich. Obwohl „Linksfuß“ würde sich Hinteregger die Rolle auf der rechten Seite der Abwehrkette auch zutrauen, dann wäre wieder Platz in der Mitte für Hasebe. Und mit Ilsanker gibt es ja auch einen aus dem „Luxus“-Mittelfeld, der schon häufig Innenverteidiger gespielt hat. Ein „polyvalenter Spieler“, wie Hütter sagt, also einer, der auf mehreren Positionen eingesetzt werden kann. Das ist für den Trainer dann der wahre Luxus.

Anzeige

Von Peppi Schmitt