05-Stimmen: „Das war nicht Bundesliga-tauglich“

aus Mainz 05

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Augsburgs Andre Hahn (Mitte) und Mainzer Luca Kilian im Kopfballduell. Foto: dpa

Ein weiterer herber Rückschlag im Spiel gegen Augsburg und ein neuer Negativ-Rekord - das sorgt nicht nur bei Mainz 05 für schlechte Laune. Die Stimmen zum Spiel.

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MAINZ. Daniel Brosinski war mächtig angefressen, als er zum TV-Interview nach dem 1:3 (0:1) des FSV Mainz 05 beim FC Augsburg schritt. Als die Reporterin fragte, ob der Linksverteidiger die Zuschauer an seinen Gedanken teilhaben lassen könne, entfuhr es dem Routinier: „Lieber nicht. Es sieht ganz schlecht aus. Es schauen bestimmt ein paar Jugendliche zu, die sollten das lieber nicht hören.“ Kurz darauf sprach Brosinski von „Schlafwagen-Fußball“, monierte: „Das war nicht Bundesliga-tauglich.“ Die Reaktionen:

Danny Latza (FSV-Kapitän bei Sky): „In der ersten Halbzeit waren wir viel zu passiv, haben nur hinten rum gespielt. Das 0:1 fällt viel zu einfach, ein langer Ball hat gereicht. In der zweiten Hälfte waren wir sehr präsent, haben Augsburg nicht ins Spiel kommen lassen. Nach dem 1:2 hatte man dann direkt wieder das Gefühl, dass die Köpfe runtergehen. Insgesamt war das zu wenig von uns. Es ist klar, dass wir uns jetzt wieder Gedanken machen. Wir stehen nach sechs Spielen ohne Punkte da. Wir müssen schnellstmöglich den Turnaround schaffen.“

Jeremiah St. Juste (Mainzer Rechtsverteidiger): „Wie wir die erste Halbzeit begonnen haben, ist weit unter dem Level, das wir eigentlich haben. In der zweiten war es viel besser. Ich weiß nicht, warum wir es nicht schon von Anfang an gemacht haben. Was mir gefiel: Die Jungs draußen haben uns nach der Pause unterstützt, zum 1:1 beigetragen. Wir müssen mehr Aufmerksamkeit der Defensive schenken. Vorne haben wir nicht genug getroffen. Das ist sch...“

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Daniel Brosinski (05-Linksverteidiger bei Sky): „Die ersten 45 Minuten waren Schlafwagen-Fußball von uns. Von allen elf Spielern auf dem Platz. Wir haben verdient das 1:1 gemacht, aber dann wieder unverständlicherweise ein Stück zurückgefahren. Von allen elf Spielern, die angefangen haben, war das nicht Bundesliga-tauglich. Gegen Leverkusen und Mönchengladbach haben wir auch Gas gegeben, aber das müssen wir gerade in den Spielen machen, in denen wir auch punkten können. Das war heute wieder ein kleiner Rückschlag in alte Zeiten. Wir haben nicht das umgesetzt, was der Trainer uns gesagt hat. Das müssen wir intern aufarbeiten.“

Rouven Schröder (Mainzer Sportvorstand): „Das ist natürlich enttäuschend. Wir wussten, dass wir auf eine gute Mannschaft treffen. Trotz allem haben wir uns natürlich in der ersten Halbzeit ganz andere Dinge vorgenommen. Zumal wir uns aus den vergangenen Spielen Energie gezogen haben. Das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir in der ersten Halbzeit aber gar nicht gesehen. Wir haben uns in Passfolgen selbst eingeschläfert, konnten nicht die zweiten Bälle holen. Es fehlte eine gewisse Aggressivität. Jan-Moritz (Lichte) hat das natürlich in der Pause hinterfragt, sehr gute Worte gefunden und den Finger in die Wunde gelegt. Den Jungs gesagt, dass sie den Plan besser umsetzen müssen, wenn sie hier was holen wollen. Wir kamen dann ganz anders raus, haben uns das 1:1 verdient. Und jeder hatte das Gefühl, dass wir das 2:1 machen. Leider sind wir dann nach einer Chance der Augsburger zu wackelig geworden in der Defensive. Das ist natürlich alles nicht okay, aber das wissen die Jungs selbst. Wir müssen uns belohnen. Gegen Schalke wissen wir, wo der Auftrag ist.“

Jan-Moritz Lichte (05-Trainer): „Wir sind insgesamt enttäuscht vom Ergebnis, aber auch von dem, was wir in der ersten Halbzeit auf den Platz gebracht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir eine gute Antwort gefunden. Und mit der Chance von Gregoritsch hat Augsburg wieder das Gefühl, gefährlich werden zu können. Das 2:1 fällt dann zu einfach, weil wir nicht griffig genug sind. Und dann kommen wir zurück. Aufbauen können wir die Mannschaft, in dem wir ihnen konkret zeigen, was sie besser machen kann.“

Heiko Herrlich (Augsburg-Trainer): „Mainz war der erwartet schwere Gegner. Wir waren erstmals in dieser Saison in der Favoritenrolle. Wichtig war, dass wir diszipliniert gegen den Ball gestanden haben. Wir hatten trotzdem Phasen, in denen wir den Ball zu schnell verloren hatten. Ich denke, dass wir zurecht in Führung gegangen sind. In einer Umschaltsituation macht Mainz den Ausgleichstreffer. Danach hatten wir in einer Szene etwas Glück. Das 2:1 haben wir dann hervorragend herausgespielt und insgesamt verdient gewonnen.“