Die Hiobsbotschaften reißen einfach nicht ab

Es bleibt erst einmal bei einer gemeinsamen Trainingseinheit: Marcel Goc (links) fällt verletzt aus, dafür erhält Alex Lambacher eine Bewährungschance im Adler-Trikot.Foto: AS-Sportfoto / Sörli Binder  Foto: AS-Sportfoto / Sörli Binder

Kleiner wurden die personellen Sorgen durch die Deutschland-Cup-Pause bei den Mannheimer Adlern nicht – im Gegenteil. Als sich für das Auswärtsspiel am Sonntag bei den...

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MANNHEIM. Kleiner wurden die personellen Sorgen durch die Deutschland-Cup-Pause bei den Mannheimer Adlern nicht – im Gegenteil. Als sich für das Auswärtsspiel am Sonntag bei den Iserlohn Roosters neben dem halben Dutzend ohnehin verletzten Spielern auch noch Brent Raedeke, Devin Setoguchi, John Rogl und Niki Goc mit Magen-Darm-Virus abmeldeten, wurde es auf der Auswechselbank vor Chefcoach Sean Simpson allmählich luftig. So wurden die Nordbadener nach der schwachen Vorstellung beim 2:6 am Freitag bei den Krefeld Pinguinen trotz einer Leistungssteigerung durch das 0:1 im Sauerland auf Platz sechs in der Tabelle durchgereicht. Am heutigen Dienstag ab 19.30 Uhr sind die Mannheimer in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wieder auf heimischem Eis gefordert. Einfacher wird es allerdings nicht, gastiert in der SAP Arena mit dem EHC München doch der deutsche Meister und reißen die Hiobsbotschaften einfach nicht ab.

Denn nun hat es auch Marcel Goc längerfristig erwischt. Der 34-Jährige laboriert an einer Oberkörperverletzung, wie die Adler per Pressemitteilung branchenüblich schwammig am Montagnachmittag verkündeten und seine Ausfalldauer bei optimalen Heilungsverlauf auf „rund vier Wochen“ ansetzten. Ohnehin ist die Zeit des Angreifers nach seiner Rückkehr nach Mannheim im Sommer 2015 von den St. Louis Blues von großem Verletzungspech geprägt. Insgesamt kam Goc seit seiner Rückkehr nur auf 64 Spiele in der DEL für die Adler. In seiner ersten Spielzeit konnte er nur sechs Partien bestreiten, in der vergangenen Saison setzte ihn ein Kreuzbandriss lange außer Gefecht, nun also der Oberkörper.

Auf die anhaltende personelle Misere haben die Mannheimer mit einer Rückholaktion reagiert: Der an die Kassel Huskies ausgeliehene Stürmer Alex Lambacher wird schon heute gegen München im Adler-Trikot auflaufen. „Aufgrund des anhaltenden Verletzungspechs haben wir uns entschieden, Alex die Chance zu geben, sich zu präsentieren und einen Platz zu erkämpfen“, so Manager Teal Fowler.

Aus den beiden Niederlagen zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs versucht Simpson derweil nach der besseren Leistung am Sonntag die positiven Aspekte zu ziehen: „Mit dem Ergebnis sind wir natürlich nicht einverstanden, mit dem gezeigten Einsatz aber schon“, meint der Coach mit Blick auf das 0:1 in Iserlohn.

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Der aktuell eng getaktete Spielplan kommt den Mannheimern angesichts der personellen Lage natürlich überhaupt nicht zupass. Erst nach dem Spiel bei den Straubing Tigers am 3. Dezember steht Simpson mit seinen Mannen wieder eine komplette Trainingswoche zur Verfügung. Bis dahin müssen aber noch sechs Spiele im Rhythmus Dienstag-Freitag-Sonntag absolviert werden.

Favoritenrolle liegt in diesem Fall klar beim EHC München

Zumindest heute Abend können die Adler nun befreit aufspielen. Werden die Mannheimer als Altmeister trotz aller Sorgen häufig in die Favoritenrolle gedrängt, gestaltet sich das gegen den EHC anders – auch in der heimischen SAP Arena. Die Münchener haben am Wochenende mit einem 6:2-Sieg in Köln nicht nur die Tabellenführung zurückerobert. Die Bayern sorgten mit ihrem Erfolg auch dafür, dass bei den Haien nach bislang enttäuschendem Saisonverlauf das Trainerkapitel Cory Clouston geschlossen wurde. Satte elf Punkte liegen mittlerweile zwischen dem Tabellenführer aus München und den Adlern – eine kleine Welt.

Von Philipp Sémon