Berlin ist Berlin, ob Erster oder Neunter

Die Adler Mannheim wollen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Eisbären aus der Hauptstadt endlich den Premierensieg in dieser Saison.

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MANNHEIM. Wenn Adler Mannheim und Eisbären Berlin die Klingen kreuzen, dann ist das in der Deutschen Eishockey-Liga immer ein besonderes Duell. So einige Play-off-Schlachten zwischen beiden DEL-Schwergewichten schafften es in die Geschichtsbücher der Klubs. So ist es nicht verwunderlich, dass für die „Unter-der-Woche-Partie“ am Donnerstagabend in der SAP Arena (19.30 Uhr) bereits 11 200 Karten verkauft wurden. Ein erstaunlicher Wert.

Aber auch fernab dieses Duells zweier ewiger Rivalen haben die Adler ihren Zuschauerschnitt zuletzt auf über 11 000 steigern können. Das hat mit Sicherheit etwas mit der Tabellenposition eins zu tun, aber auch mit der attraktiven Spielweise, die das Team unter Trainer Pavel Gross aufs Eis bringt.

„Es macht uns sehr viel Spaß, vor den Fans zu spielen. Wir bekommen die volle Unterstützung, aber wir erarbeiten uns das auch in den Trainingseinheiten“, fasst Kapitän Marcus Kink die sportlich gute Lage bei den Nordbadenern zusammen. Kein Wunder, dass die Fans in Scharen in die Arena pilgern, verteidigt dort doch die beste Abwehr und stürmt die beste Offensive im deutschen Eishockey unter einem Dach.

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Dass der kommende Gegner aktuell nur auf Rang neun notiert ist und mit neun Punkten Rückstand auf Platz sechs nicht gerade beste Aussichten auf eine direkte Play-off-Qualifikation hat, ändert am Prestige kaum etwas. „Es ist egal, ob sie Erster oder Achter, Neunter, Zehnter sind“, sagt Kink. Extra anstacheln dürfte die Adler die Tatsache, dass die Eisbären die letzte verbliebene Mannschaft im DEL-Ranking sind, gegen welche die Mannheimer diese Saison noch nicht gewinnen konnten. „Ich würde lügen, wenn das nicht zusätzliche Motivation wäre“, sagt auch Cheftrainer Pavel Gross. Gerade das letzte Duell wurmt die Mannheimer noch gewaltig, kassierten sie den Berliner Siegtreffer durch Florian Busch doch erst 18 Sekunden vor Spielende.

Diese und manch andere kurz vor Schluss erlittene Pleite hat bei den Adlern zusätzlich die Sinne geschärft, nicht zu früh abzuschalten. Zuletzt brachten sie so manche enge Partie deutlich souveräner über die Zeit. „Wir versuchen natürlich immer, kleine Dinge zu verbessern oder im Meeting aufzufrischen“, sagt Cheftrainer Gross. Das Puck-Management in den heißen Phasen sei tatsächlich besser geworden, hat auch Gross beobachtet. Mannheim erlaubt sich weniger Turnover in den entscheidenden Momenten und gefährlichen Zonen.

Für Berlin brauche es eine „aggressive und clevere“ Spielweise, „außerdem müssen wir von der Strafbank wegbleiben“, fordert Gross. Bereits vier Treffer haben die Kurpfälzer in den beiden Spielen gegen den Hauptstadtklub in Unterzahl kassiert.