Familienurlaub am Bodensee

In Immenstaad werden Piratenfahrten mit dem Segelschiff für Familien angeboten.Foto: Christoph Düpper  Foto: Christoph Düpper

Eine Schatzsuche ist ja immer irgendwie reizvoll. Gerade Kinder lassen sich davon schnell begeistern. Rund um den Bodensee setzen die Gastgeber daher gern auf dieses Konzept, um...

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. Eine Schatzsuche ist ja immer irgendwie reizvoll. Gerade Kinder lassen sich davon schnell begeistern. Rund um den Bodensee setzen die Gastgeber daher gern auf dieses Konzept, um den Gästen zu gefallen. In Immenstaad muss man sich heutzutage aber nicht mehr mit einer abgenutzten Schatzkarte mit verwaschenen Kreuzchen drauf herumschlagen. Moderne GPS-Geräte weisen den Weg durch die Gemarkung. Am Ende der kurzweiligen Tour können die kleinen Entdecker wirklich etwas ausgraben.

Während also die Kinder irgendwelchen versteckten Radiergummis oder Schokoriegeln hinterherjagen, kommt für die Erwachsenen gelegentlich ein Moment, in dem sie mal kurz durchschnaufen können. Dann wandert der Blick vielleicht über die Rebzeilen und Obsthaine bis runter ans Seeufer. Wenn es dabei auch noch gelingt, über die Autos auf der stark befahrenen Uferstraße hinwegzuschauen, weiß man, dass der wahre Schatz dieser Region nicht irgendwo im Boden vergraben wurde, sondern in der wunderschönen Landschaft liegt. Eine gemütliche Kutschfahrt oder eine ausgedehnte Wanderung eignen sich wunderbar, um dieses aus der Nähe zu erleben.

Wo Wasser ist, ist auch ein Schiff. Wo Schiffe sind, sind auch Piraten. Wo mal Piraten waren, nutzt der Fremdenverkehr dies schamlos aus. Wir wissen nicht, wie groß die Freibeuterplage im Schwäbischen Meer einst war. Das Volk aber, das auf der „Lädine“ die Segel setzt, wirkt schon recht grimmig und bedrohlich. Das Schiff ist alt, war aber einst ein wenig abenteuerlicher und ziemlich ungefährlicher Lastensegler. Heute schippern damit Touristenfamilien auf den See hinaus und sicher wieder zurück – meistens. Auch hier gibt es unterwegs einige inszenierte Abenteuer zu bestehen und den großen Piratenschatz zu heben.

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Sollten die kleinen Abenteurer anschließend erst einmal eingedöst sein, könnten vielleicht die Erziehungsberechtigten mal wieder auf Schatzsuche gehen. Denn rund um den Bodensee gibt es eine große Zahl an guten Restaurants mit regionaler und internationaler Küche. Bei einem Glas Wein die Promenade oder die Boote zu beobachten, die Füße stillhalten und einfach mal abschalten und die Aussicht genießen – auch so kann gelungene Erholung am Bodensee aussehen.

Nicht alles am Bodensee dreht sich ums Wasser und um den Fremdenverkehr. Es gibt noch immer eine große Zahl an Bauernhöfen in den Ufergemeinden. Und natürlich spielt auch bei den Bauern der Tourismus eine kleine Rolle: Viele vermieten Ferienwohnungen. Wer schon das Abenteuer Schatzsuche erfolgreich überstanden hat, ist nun vielleicht bereit, es mit wilden Tieren aufzunehmen. Gut, Löwen oder Tiger streichen hier eher selten durchs Gestrüpp. Aber viele der Erlebnishöfe halten sich Ziegen, Enten, Gänse, Hühner und Esel sowie reichlich Hunde und Katzen, damit Stadtkinder Gelegenheit haben, sich einmal mit Tieren anzufreunden. Manche Bauern bieten sogar geführte Eselstouren an.

Wenn die Kinder auf diese Art mit Entdeckungsreisen beschäftigt sind, können derweil die Erwachsenen ihre Art der Schatzsuche vorantreiben. Die Landwirte der Region leben nämlich nicht in erster Linie vom Zimmervermieten, sondern vom Obstanbau. Da so viel Apfelkuchen kein Mensch essen kann, haben einige Obstbauern es zu einer gewissen Meisterschaft in der Weiterverarbeitung gebracht. Die Ergebnisse werden dann in kleine Glasflaschen abgefüllt und hinterlassen ein angenehmes Brennen im Hals. So lässt sich’s in geselliger Runde unter dem Nussbaum durchaus bis in die Abendstunden aushalten. Ohne Probleme.

Nicht nur kleine Kinder sind ja leicht zu begeistern, sondern auch Männer. Man gebe ihnen ein Spielzeug an die Hand, das sich mit einem Schlüssel bedienen lässt und „brumm“ macht – fertig. Von einigen Jachthäfen am Bodensee aus kann man eine kurze Schnuppertour per Segel- oder Motorboot buchen, um selbst einmal das Steuerrad in der Hand zu halten. Viele werden auf diese Weise wenigstens einmal lernen, wo steuerbord und wo backbord ist. Das kann man nach geglückter Rückkehr in den sicheren Hafen natürlich auch sofort wieder vergessen, es ist ja eine Abenteuer- und keine Bildungsreise.

Sind dann die Koffer wieder verstaut und die Heimfahrt steht an, hat man wahrscheinlich einen reichen Schatz mit an Bord: Erinnerungen und Eindrücke einer traumhaften Landschaft und vieler kleiner Abenteuer.

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Von Tobias M. Blank