Dieser Kombi ist superb

Foto: Škoda

Viele Jahre lang war der Superb aus dem Hause Škoda so etwas wie ein Geheimtipp, der günstigere (und in vielerlei Hinsicht bessere) Passat. Mit dem wachsenden Erfolg von...

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. Viele Jahre lang war der Superb aus dem Hause Škoda so etwas wie ein Geheimtipp, der günstigere (und in vielerlei Hinsicht bessere) Passat. Mit dem wachsenden Erfolg von Škoda rollt auch der Superb ins Rampenlicht. Hat er seine Qualitäten behalten?

Karosserie & Innenraum

Würde man angesichts der Coronakrise in Zynismus verfallen, wäre das Urteil schnell gefällt: Für das Hamstern von Toilettenpapier gibt es kaum ein besseres Auto. 660 bis 1950 Liter Kofferraumvolumen lässt fast jedes der angeblichen ach so geräumigen SUVs alt aussehen, ebenso die meisten Kombi-Kollegen. Der Clou aber ist, dass auch die Passagiere auf den hinteren Plätzen konkurrenzlos viel Platz haben. „Wie machen die das bloß?“, fragt man sich da unwillkürlich, denn mit einer Länge von 4,86 Metern fällt der Superb Combi nicht unbedingt aus dem Rahmen. Zweites Kompliment nach Tschechien: Ein solches Raum-Schiff dennoch elegant und sportlich aussehen zu lassen – das ist große Kunst.

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Fahrleistung & Fahrverhalten

140 kW oder 190 PS – dass der Superb Combi schwach auf der Brust ist, kann man nun wahrlich nicht behaupten. Unser Testwagen hört zudem noch auf den Beinamen „Scout“, was automatisch Allradantrieb bedeutet. Allerdings ist Papier – wieder einmal – geduldig. Im Eco-Fahrmodus kann uns die Beschleunigung nicht überzeugen; erst, wenn der Superb eine gewisse Drehzahl erreicht hat, kommt gehörig Kraft ins Spiel. Und erst dann man der Umgang mit dem Superb so richtig Spaß. Aber es geht auch anders: Fahrmodusschalter auf „Sport“ stellen, dann sind die zuvor geschilderten niedertourigen Probleme passé. Die Fünf vor dem Komma beim Verbrauch allerdings auch.

Serienausstattung & Extras

Škoda als Marke für die Sparfüchse unter den Kunden des VW-Konzerns – das war einmal. Unser Testwagen (allerdings wahrlich nicht das Einstiegsmodell) hatte einen Grundpreis von 46 150 Euro. Natürlich geht es auch günstiger (ab 28 850 Euro für den 110 kW/150 PS-Benziner), aber wer will schon das Billigste vom Billigen? Warum man in der Fast-50 000-Euro-Preiszone aber 180 Euro für ein Gepäcknetz ausgeben muss, ist unverständlich. 180 Euro hier, 2230 Euro dort (Ausstattungspaket Business Columbus) – und schon ist man bei knapp 60 000 Euro für unseren Testwagen.

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Geldwert & Umwelt

Trotz 190 PS und trotz Allradantrieb lässt sich der Superb Combi mit einem Verbrauch von unter sechs Litern Diesel pro 100 Kilometer fahren. Das ist aller Ehren wert, aber um fast 20 Prozent über den EU-Testwerten (4,9 – 5,0 l/100 km). Dennoch: Die Verbrauchsdaten gehen in Ordnung.

Urteil & Fazit

Der Škoda Superb ist längst kein Geheimtipp mehr. Aber von seinen Qualitäten hat er nichts eingebüßt.

Von getestet von Ken Chowanetz