Der VW Passat für die grünen Momente

Als Hybrid ist der Passat GTE unterwegs. Foto: Volkswagen

Der „Wind of Change" auf dem Automarkt hat längst auch den VW Passat erreicht. Die Wolfsburger Ikone neben dem Golf hat dabei als GTE den Fuß in der Tür zur Zukunft. Denn...

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. Der „Wind of Change" auf dem Automarkt hat längst auch den VW Passat erreicht. Die Wolfsburger Ikone neben dem Golf hat dabei als GTE den Fuß in der Tür zur Zukunft. Denn die achte Generation des ausgereiften Mittelklässlers nutzt hier als aufladbarer Hybrid den unterstützenden Elektroantrieb – und erledigt auch sonst so manches ganz alleine.

Als Hybrid ist der Passat GTE unterwegs.
Als Hybrid ist der Passat GTE unterwegs.

Karosserie & Innenraum

Auch wenn große Familienkombis auf der Wunschliste nicht mehr ganz oben stehen aufgrund des SUV-Booms: Der Passat ist als Variant mit knapp 4,90 Meter Länge eine stattliche Erscheinung. Und weiß zudem seine inneren Qualitäten zu visualisieren. Üppig ist das Platzangebot vorne auf perfektem Gestühl. In Reihe zwei kann man sich wunderbar herumlümmeln und die Beine ausstrecken. Ins Ladeabteil aber passen nur 483 und maximal 1613 Liter, etwa 150 Liter weniger als normal. Das ist dem dort ruhenden, 125 Kilo schweren Akku (bei 1,7 Tonnen Gesamtgewicht) geschuldet. Die Ladekante ist erfreulich niedrig. Und die Klappe öffnet schon von Weitem per Fernbedienung. Passt. Aber Vorsicht: Wer nach dem Rückwärtsfahren ganz schnell an das als Öffner dienende Logo greift, um ans Gepäck zu kommen, kann sich die Finger einklemmen. Denn dort ist auch die Rückfahrkamera untergebracht, die dann gerade zurückfährt. Autsch. Die Qualität des Innenraums umschmeichelt die Passagiere, das Digitalcockpit den Fahrer. Das dort beobachtbare Spiel der Kräfte – wann wird welche Energie verbraucht oder wieder eingespeist – sorgt für Unterhaltung und verändert den Fahrstil. An den Haken dürfen übrigens 1,6 Tonnen, was auch bei Teilzeitstromern nicht die Regel ist.

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Fahrleistung & Fahrverhalten

Der Antrieb darf als pädagogische Brücke hin zu mehr Effizienz gelten – trotz viel Kritik aus der Ökoszene an der Kraft der zwei Herzen. Das ist in diesem Fall ein 1,4-Liter Verbrenner mit 156 Pferdestärken und ein Elektroantrieb, der zu 218 PS Systemleistung führt. Beide spielen unmerklich Doppelpass mithilfe des perfekten Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes. Leise schnurrt der Passat in der Spielstraße los, auch wenn der Akku rot zeigt. Denn richtig leer ist er nie, weil er beim Bremsen Energie zurückgewinnt. Die reicht für ein paar hundert Meter Schritttempo. Ohne größere Stromzufuhr braucht es 6,6 Liter Super, im Hybrid-Modus steht eine vier vor dem Komma und 15 kWh Strom. Und beim Druck auf die GTE-Taste wird alles abgerufen, was verfügbar ist. 7,6 Sekunden bis 100 und 222 Spitze. Rein elektrisch (bis 130 km/h) sind 40 Kilometer drin. Die 13 kWh-Batterie ist an der Haushaltssteckdose aber erst nach zähen sechs Stunden voll. Das Fahrverhalten ist stets ausgewogen.

Serienausstattung & Extras

Zwei Dinge vorab: Ein Trennnetz gehört zu einem Kombi wie die Heckklappe. VW will aber dafür 100 Euro. Und für die Ladekabel 175 Euro. Unverständlich. Die Ausstattung ist in der 45 810 Euro teuren Highline-Version gut, aber locker auf 65 635 Euro zu steigern, was Schnappatmung verursacht. Dann gibt es LED-Matrixscheinwerfer, Lederausstattung und vieles mehr. Die Kaufprämie geht noch ab.

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Geldwert & Umwelt

Der hohe technische Aufwand führt nur zu begrenzten Sparerfolgen, wenn ständig geladen wird. 1,4 Liter und 37 Gramm CO2 sind marketingtechnische Papierwerte. Sauberer ist man aber letztlich im Optimalfall vor allem in der Stadt unterwegs.

Urteil & Fazit

Ein schönes Stück hochwertiger Fortschritt – mit stolzem Preis. Sinnvoll für Pendler und in der Stadt. Die Langstrecke gehört weiter dem Diesel. Natürlich auch bei VW – diesmal in sauber.

Von Achim Preu