Citroën C4 Cactus

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Auch bei Autos gilt: Mit der Mode ist das so eine Sache. Citroëns Cactus sorgt mit seinem außergewöhnlichen Design derzeit zweifellos für Aufsehen. Aber besteht nicht die...

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. Auch bei Autos gilt: Mit der Mode ist das so eine Sache. Citroëns Cactus sorgt mit seinem außergewöhnlichen Design derzeit zweifellos für Aufsehen. Aber besteht nicht die Gefahr, dass der Käufer dieses C4-Derivats in wenigen Jahren staunend vor dem Fahrzeug steht und sich fragt: Was habe ich mir da nur gekauft?

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Karosserie & Innenraum

Okay, denken wir nicht an die Zukunft, reden wir über das Hier und Jetzt. Der zunächst nur als Studie auf Automessen zu sehende Cactus hat sich in seiner Serienversion viel von seiner Außergewöhnlichkeit bewahrt. Das beginnt mit den „Luftpolstern“ an der Seite, die im Alltag kleinere Malheurs (wenn etwa ein Einkaufswagen gegen das Auto stößt) nicht gleich zur teuren Angelegenheit werden lassen – und hört mit den Stoffhenkeln statt der Türgriffe im Fahrzeuginneren noch lange nicht auf. Luxus wird hier einzig und allein durch das flippige Design definiert, wer eine klassische Premium-Anmutung will, sollte woanders weitersuchen.

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Fahrleistung & Fahrverhalten

Der im Testwagen verbaute Dreizylinder erhielt den begehrten „Engine of the Year Award“ – und so hätte dieser Abschnitt des Fahrberichts eine Lobeshymne auf ein wirklich gutes Triebwerk mit 60 kW/82 PS werden können (die aber erst bei 5750 Umdrehungen voll erreicht werden). Allerdings verdirbt das automatisierte Getriebe Efficient Tronic jeden innerstädtischen Fahrspaß. Es mag ja konstruktionsbedingt sein, dass die automatischen Gangwechsel mit einer Zugkraftunterbrechung und – wie weiland beim Smart – mit einem deutlichen Nicken des Fahrzeugs verbunden sind. Wer aber für einen Überholvorgang beschleunigt und plötzlich sozusagen ins Leere tritt, wünscht sich sein klassisches Schaltgetriebe zurück. Naturgemäß fällt dieser Kritikpunkt um so weniger ins Gewicht, je länger man sich im gleichen Gangbereich aufhält, beispielsweise bei Autobahnfahrten.

Serienausstattung & Extras

Den Cactus gibt es zum Kampfpreis ab 13 990 Euro. Unser Testwagen als Sondermodell „Selection“ kam mit einem Basispreis von 18 540 Euro (manuelle Schaltung: 17 640 Euro) deutlich teurer daher, verfügte dafür aber auch schon über unter anderem ein Audiosystem, eine Rückfahrkamera und eine manuelle Klimaanlage. Bei den Extras hat uns besonders das Panorama-Glasdach gefallen, das mit 490 Euro zu Buche schlägt.

Geldwert & Umwelt

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Nach heutiger Berechnung gilt der Cactus als „Restwertriese“. Was aber passiert, wenn sich der allgemeine Geschmack ändert? Würde sich heute beispielsweise noch jemand einen Fiat Multipla kaufen? Eben. Die Verbrauchsangabe von 4,3 l/100 km im EU-Testzyklus ist leider fern jeder Realität. Bei uns waren es 6,6 l/100 km. Der Unterschied ist inakzeptabel.

Urteil & Fazit

Mit dem Cactus setzt Citroën Designakzente. Im Alltagsbetrieb zeigt sich aber, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Von Getestet von Ken Chowanetz