XC 40 Recharge: Volvo zeigt erstes vollelektrisches Modell

Der XC 40 Recharge ist kaum von seinem benzingetriebenen Kollegen zu unterscheiden. Foto: Volvo

Für „deutlich unter 60 000 Euro“ verkauft Volvo seinen ersten Stromer, den SC 40 Recharge. Der hat allerlei Revolutionäres an Bord – bis hin zum Startknopf als Sensor im Sitz.

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. Junge, Junge, das dürfte ein wilder Ritt werden! In den ersten Märztagen kündigte der Autohersteller Volvo an, ab 2030 nur noch vollelektrische Fahrzeuge verkaufen zu wollen. Dabei bringt die schwedische Marke im Besitz des chinesischen Geely-Konzerns gerade erst ihren ersten Vollzeit-Stromer auf den Markt, Modelle der Tochter Polestar einmal ausgenommen. Und 2030 ist in der Autowelt nur eineinhalb Entwicklungsgenerationen weit entfernt.

Volvos erster Vollelektrischer zeigt aber, warum das Vorhaben ganz und gar nicht utopisch ist. Der Volvo XC 40 Recharge sieht auf den ersten Blick genauso aus wie das Pendant mit Verbrennermotor. Soll heißen: Die Schweden bereiten ihre Modelle schon lange auf den Übergang in rein elektrische Zeiten vor und müssen, überspitzt gesagt, nur noch den Schalter umlegen.

Viele der bisherigen Stromer, die von konventionellen Modellen abgeleitet wurden, litten an den Kompromissen, die bei der Konversion gemacht werden mussten. Der Klassiker: Das Kofferraumvolumen schrumpft erheblich, um die Batterie unterbringen zu können. Nicht so beim XC 40 Recharge. Hier ist für Fahrzeuginsassen und „Fracht“ dasselbe Platzangebot vorhanden wie beim Verbrenner-Kollegen. Tatsächlich wurden sogar vorne, wo ja kein wuchtiger Motor mehr werkelt, 32 bis 63 Liter zusätzlicher Stauraum gewonnen.

Beim Antrieb setzt Volvo von vorneherein auf zwei Elektromotoren, von denen einer an der Vorderachse und einer an der hinteren platziert ist. Vorteil dieses Konzepts: Die Kraft – das bärenstarke maximale kombinierte Drehmoment beträgt 680 Nm – wird direkt dort erzeugt, wo sie benötigt wird und situationsabhängig in passender Dosierung an Vorder- oder Hinterachse weitergegeben. Die Kombination zweier Motoren sorgt auch für eine üppige Systemleistung von 300 kW/408 PS.

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Auch der Schwachpunkt vieler Elektroautos, die geringe Reichweite, soll beim XC 40 Recharge kein Thema sein. 400 bis 418 Kilometer werden für eine Batterieladung angegeben, im Stadtverkehr gemäß WLTP-Messung gar 519 bis 539 Kilometer. Bei unseren Testfahrten wären zwar „nur“ gut 300 Kilometer Reichweite möglich gewesen, diese Zahl verliert aber auch bei Langstreckenfahrern ihren Schrecken, weil der XC 40 Recharge an Schnellladesäulen mit bis zu 150 kW angeschlossen werden kann. Die leere 78-kWh-Batterie (nutzbar: 75 kWh) ist bei einem solchen Energielieferanten innerhalb von 40 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt. An einer Dreiphasen-Wallbox mit 16 Ampere dauert die Komplettaufladung des Energiespeichers acht Stunden.

Bei der ersten Fahrt mit dem XC 40 Recharge stehen die Chancen übrigens gut, dass man sich auch als erfahrener Automobilist erst einmal zum Deppen macht, weil man nämlich nach dem Startknopf sucht. Auf den verzichtet Volvo – und integriert stattdessen einen Sensor im Fahrersitz. Sobald man Platz nimmt und das Bremspedal durchtritt, erwacht das Antriebssystem zum Leben. Dass die anschließende Ausfahrt Volvo-typisch und E-Auto-typisch ausgesprochen rasant verläuft, ist nur eine Randbemerkung wert.

Kurios wie der „Startknopf“ im Sitz ist auch die Preisansage zum ersten Stromer der Marke. Die Fahrzeuge des Modelljahrs 2021 (ab 62 000 Euro) sind bereits abverkauft, für die Autos des Modelljahrs 2022 – Lieferzeit drei Monate – gibt es noch keine Preise. Sie werden aber, so ein Volvo-Sprecher, „deutlich unter 60 000 Euro“ liegen. Abzuziehen ist hier dann noch die E-Auto-Kaufprämie.