VW macht drei Kreuze: Triple-Weltpremiere des T-Cross

aus Im Auto Mobil

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Ralf Brandstätter und Cara Delevingne präsentierten den T-Cross in Amsterdam bei einer von drei Weltpremieren. Foto: Volkswagen

Und noch ein SUV für Volkswagen: Der T-Cross rundet das Portfolio bei den Sport Utility Vehicles ab, soll Käufer rund um den Globus begeistern. Beinahe folgerichtig gab es...

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. Das Beste hatte sich Ralf Brandstätter für den Schluss der T-Cross-Weltpremiere in Amsterdam aufgehoben. Der VW-Markenchef bat Cara Delevingne auf die Bühne. Cara wen?!? Die 26-Jährige, erfahren wir Journalisten beim hastigen Simultan-Googlen, während sie auf der Bühne erzählt, warum der T-Cross für sie als Schauspielerin, ehemaliges Model, künftige Regisseurin und Buchautorin das genau richtige Auto ist, wurde 2012 und 2014 bei den British Fashion Awards zum „Model of the Year“ gewählt, spielte in Filmen wie „Anna Karenina“ und „Valerian – die Stadt der tausend Planeten“ mit. Aber zurück zum Thema. Cara D. steht also mit Ralf B. auf der Bühne und man „streitet“ sich, wer den T-Cross aus der Halle fahren darf. Der VW-Markenchef gibt nach („spontan“ natürlich – hihihi). Hätte er nicht tun sollen. Denn die Britin bekommt den Wagen erst gar nicht gestartet, dann hoppelt er ein paar Zentimeter nach vorne. Brandstätter gibt daraufhin den Fahrlehrer, beugt sich zu seinem Ehrengast rüber und erklärt, so sieht es jedenfalls aus der Zuschauerperspektive aus, geduldig die Schaltung. Endlich, beim dritten Anlauf, klappt´s und T-Cross, Brandstätter und Delevingne schaffen es einigermaßen würdevoll von der Bühne.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich darf es bei einer Veranstaltung Pannen geben, sie sind vielleicht sogar das Salz in der Suppe. Wer sich aber hinstellt und, sinngemäß, sagt „wir bei VW sind cooler als jemals zuvor“, sollte seinen Ehrengast, wenn der die Bühne am Steuer der automobilen Weltneuheit verlassen soll, vielleicht vorher einmal in die Geheimnisse eines Schaltwagens einweisen – oder für ein Modell mit DSG sorgen.

Vor der Konkurrenz muss VW nicht bange sein Aber genau so wenig, wie man ein Buch nach seinem Einband beurteilt, erlaubt die holprige Weltpremiere eines Autos Rückschlüsse auf dessen Qualitäten. Denn der T-Cross, das dürfte sicher sein, wird für Volkswagen zu einem der wichtigsten Fahrzeuge im Portfolio werden. Natürlich ist es nicht so, dass die Wolfsburger das Rad neu erfinden. Sie kommen aber mit dem richtigen Auto fast zur richtigen Zeit. „Fast“, weil der T-Cross im Segment der Vier-Meter-SUVs bei seinem Markteintritt auf reichlich Konkurrenten trifft. Das macht aber nicht viel, denn der Kleine aus Wolfsburg bringt optisch und technisch einiges an Qualitäten mit, was die Konkurrenz ziemlich alt aussehen lässt.

Das Maß aller Dinge ist dabei die Variabilität. Mit einer Länge von 4,11 Metern ist der T-Cross etwa fünf Zentimeter länger als der Polo, als dessen SUV-Variante der Neue im Vorfeld gehandelt wurde. Wer aber weiß, wie es sich – vor allem hinten – im Polo sitzt, stellt bei einer Sitzprobe im T-Cross fest, dass die beiden Fahrzeuge Welten trennt. Das Kunststück besteht darin, dass der T-Cross – zusätzlich zu einem vergleichsweise langen Radstand von 2,56 Meter – über eine um 14 Zentimeter verschiebbare Sitzbank verfügt. Ist die in der hintersten Position eingerastet, ist das Raumangebot im Heck dem der nächsthöheren Fahrzeugklasse würdig. Von dem angeblich segmentgrößten Kofferraum (455 Liter) bleiben dann allerdings „nur“ 385 Liter übrig. Wer umgekehrt zeitweise auf die Rücksitze verzichtet und auch die Lehne des Beifahrerplatzes nach vorne klappt, macht aus dem Kleinen einen Kleintransporter, fast jedenfalls. 1281 Liter Stauvolumen reicht für mehr als nur ein, zwei Einkaufstaschen.

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Erhöhte Sitzposition und leichterer Einstieg SUV-Feeling auch auf den vorderen Plätzen. Der T-Cross ist zwar nur elf Zentimeter höher als der Polo, dennoch wartet VWs neuestes Automodell mit zwei der Attribute auf, die SUVs so attraktiv machen: einem leichteren Einstieg und einer erhöhten Sitzposition.

Den T-Cross wird es zunächst mit vier Motorisierungen geben. Zu den Benziner-Aggregaten (1.0 TSI mit 70 kW/95 PS und 85 kW/115 PS sowie 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS) gesellt sich – Abgasskandal hin, Abgasskandal her – auch ein Dieseltriebwerk mit 70 kW/95 PS. Die Frage, ob der Selbstzünder bei einem Kompakt-SUV eine Berechtigung hat, muss den Ergebnissen der Fahrpräsentation vorbehalten bleiben. Von der Papierform her erscheint das Dieselangebot eher überflüssig zu sein, zumal der T-Cross nicht als Allradler angeboten werden soll. Offroad-Ausflüge, bei denen sich ein Diesel vielleicht wirklich besser schlagen würde als ein Benziner, wird man sich also ohnehin eher verkneifen.

Keine Kompromisse bei der Sicherheit In Sachen Sicherheit will VW beim T-Cross keine Kompromisse machen. Schon in der Basisversion (ab 17.975 Euro) werden unter anderem das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist, der Spurhalteassistent Lane Assist, der Berganfahrassistent und der Spurwechselassistent Blind Spot Detection serienmäßig sein. Natürlich lässt sich der T-Cross, der auf ein jüngeres Publikum zielt, extrem individualisieren: Allein zwölf verschiedene Außenfarben stehen zur Auswahl.

Alles in allem: Vielleicht sind die Volkswägler nicht die Weltmeister im Präsentieren, der T-Cross aber ist das, was Brandstätter versprach: cool.