Reservierungsstart für den VW ID.3: Aus der Mitte entspringt...

aus Im Auto Mobil

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Noch ist der VW ID.3 unter einem Tarnkleid verborgen. Das ändert sich erst bei der Weltpremiere des Stromers bei der Automesse IAA in Frankfurt. Foto: Volkswagen

1000 Euro reichen, um bei der wohl größten Revolution in der Geschichte von VW vorne mit dabei zu sein. So viel kostet die – erstattbare – Reservierung für das E-Auto ID.3.

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. Wer derzeit 1000 Euro übrig hat, kann die auf sein Sparkonto legen und bekommt dafür so um die 0,0000001 Prozent Zinsen. Oder aber er nimmt – unverbindlich – teil an einem Stück Automobilgeschichte, über das man wahrscheinlich auch in 20 oder 30 Jahren noch reden wird. Volkswagen schlägt unter dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess einen mutigen, manche sagen: wagemutigen Weg ein in Sachen Elektromobilität ein. Diess will das Unternehmen zum führenden Anbieter von Stromern machen und dafür den „Global Player“ radikal umbauen.

Das erste sichtbare Ergebnis wird der ID.3 sein, ein von Grund auf neu entwickeltes E-Mobil (im Gegensatz zu beispielsweise e-Golf oder e-Up, die auf Basis bestehender Modelle mit Verbrennermotor der schönen, neuen Elektrowelt angepasst wurden). Der Kompaktwagen erlebt bei der IAA in Frankfurt im Herbst seine Weltpremiere, kommt wenige Monate später auf den Markt – und kann schon jetzt, knapp ein Jahr vor der Händlerpremiere, reserviert werden.

Die Fehler von Tesla werden nicht wiederholt

VW geht, so Volkswagen-Markenvorstand Jürgen Stackmann, also nicht nur mit dem ID.3 völlig neue Wege, sondern auch mit der Platzierung des Fahrzeugs im Markt. Eine Anzahlung auf ein Auto, das es ungetarnt, also ohne das Auge verwirrende Speziallackierung, noch nicht gibt – das kannte man bisher nur vom Stromer-Enfant-Teribble Tesla. Dort „durften“ Interessenten beim Model 3 kostenpflichtig ein Fahrzeug reservieren, von dem herzlich wenig bekannt war. Tesla-Chef Elon Musk schlug für die Aktion nicht nur Begeisterung entgegen.

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VW hat aus den Fehlern des amerikanischen E-Pioniers gelernt. Wer beim sogenannten ID. Pre-Booking, das in dieser Woche startete, 1000 Euro investiert, geht kein Risiko ein. Der Tausender-Geber leiste, so Stackmann, nicht etwa eine Anzahlung auf einen ID.3, sondern sichere sich lediglich einen frühen Produktionsslot im Werk Zwickau, wo der Stromer vom Band laufen wird.

Erst nach der IAA muss sich der Interessent entscheiden, ob er die Reservierung in eine feste Autobestellung umwandelt – oder ob er sich die 1000 Euro zurückgeben lässt. Die Katze im Sack kauft man zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr, weil, wie gesagt, der ID.3 auf der wohl wichtigsten Automesse der Welt seine Weltpremiere erlebt haben wird.

Schon jetzt steht fest, dass der ID.3 in etwa die Außenmaße des Golf haben wird, im Innenraum aber ein Platzangebot wie in einem herkömmlichen Mittelklassewagen besteht. Der „ID.3 1st“, so der Name für das jetzt reservierbare Sondermodell, kommt mit einer 58 kWh-Batterie daher, die nach dem (allerdings nicht unumstrittenen) WLTP-Testverfahren für eine Reichweite von mehr als 420 Kilometern ausreicht. Der „ID.3 1st“ wird unter 40.000 Euro kosten – zahlreiche Extras bis hin zu 2000 kWh Gratisstrom im ersten Nutzungsjahr inklusive.

Strom für 260 Kilometer in 30 Minuten

Die auf 30.000 Exemplare limitierte Startausgabe wird nicht die günstigste Möglichkeit sein, sich einen ID.3 zuzulegen. Das Fahrzeug gibt es in verschiedenen Ausstattungsvarianten und auch mit drei verschiedenen Batteriegrößen, die Reichweiten von 330 bis 550 Kilometern ohne Nachladen ermöglichen. Und auch das „Stromfassen“ soll sich mit der serienmäßigen Schnellladefunktion in einer Kaffeepause erledigen lassen. In 30 Minuten sichert sich der ID.3 mindestens 260 Kilometer Reichweite, verspricht Stackmann.

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In der einfachsten Variante (die allerdings alles andere als spartanisch ist und zum Beispiel das für ein ökologisches Ressourcenmanagement notwendige Navi inkludiert hat) wird der ID.3 unter 30.000 Euro kosten. Auch das sonst branchenüblichen Vorgehen, bei Markteinführung zunächst nur die Spitzenmodelle anzubieten, wird es beim ID.3 Stackmann zufolge nicht geben. Vom Start weg könne man den Basis-ID.3 kaufen. Vorrang haben lediglich die bis zu 30.000 Modelle ID.3 1st.

Warum eigentlich ID.3, wenn es sich doch um den ersten Stromer der ID-Serie handelt? „Die Ziffer 3 steht“, sagt Stackmann, „bei VW in der internen Projektnomenklatur für Kompaktklasse. Wir starten aus der Mitte heraus, so wie wir es immer erfolgreich getan haben.“