Nur eine USB-Buchse im Auto? Wie langweilig!

aus Im Auto Mobil

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Der neue Land Rover Discovery Sport. Foto: Land Rover

Die Auswahl an unterschiedlichen Fahrzeugen wird größer und größer. Die Autohersteller suchen deshalb mit wachsendem Engagement nach Eigenschaften, die ihr Modell von denen...

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. Es ist noch gar nicht so lange her, da entwickelte sich, ausgehend von den USA, ein heute skurril anmutender Wettbewerb in der Autobranche. In welchem Fahrzeug lassen sich, so hieß die Preisfrage seinerzeit, die meisten Getränke abstellen. Das Streben nach dem Rekord begann harmlos. Ein Halter für den Fahrer, später dann ein zusätzlicher für den Begleiter auf dem Nebensitz, noch später einer für die Passagiere hinten. Wer denkt, hier sei die Geschichte zu Ende, irrt. Auf dem Höhepunkt der Getränkehalter-Orgie gab es weit mehr als ein Dutzend Möglichkeiten, Coke oder Kaffee zu platzieren. Um alle Optionen zu nutzen, hätte jede Person im Auto rechnerisch drei Getränke mit sich führen müssen.

Beinahe den Trend verschlafen

Tatsächlich entwickelte sich die Frage, ob ein Wagen die Möglichkeit bietet, Becher oder Flaschen in Griffreichweite zu verstauen, zu einer entscheidenden. Deutsche Hersteller, die den Wunsch der Amerikaner nach möglichst vielen Halter-Optionen ignorierten, mussten feststellen, dass ihre eigentlich technisch und optisch überlegenen Fahrzeuge wegen einer vermeintlichen Lappalie ins Hintertreffen gerieten.

Europa konterte, indem es die Getränkehalterfrage weiterentwickelte. Plötzlich boten neue Autos an allen möglichen und unmöglichen Stellen zusätzlichen Stauraum - und das nicht nur für Flaschen oder Becher: Unter dem Sitz, in der Mittelkonsole, in extra angebrachten Fächern im Dachhimmel, unter den Armaturen, und, und, und.

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Stromanschluss in jeder Ecke

Alle Hersteller folgten den Pionieren - und heutzutage sind Ablageflächen in großer Zahl nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Ein neues Alleinstellungsmerkmal muss her - und es findet sich bei der Art, wie weit die Anbieter bei den Anschlussmöglichkeiten für elektronische Geräte gehen. Das betrifft nicht nur die Vernetzung mit der Außenwelt (wobei die Stichworte Bluetooth, WLAN, LTE und Hotspot immer häufiger einen großen Raum in den Verkaufsgesprächen einnehmen), das betrifft auch und vor allem die Möglichkeit, Smartphone und Tablet während der Fahrt aufzuladen. Eine USB-Buchse ist da inzwischen längst zu wenig. Dass auch eine zweite eine nur unwesentliche Verbesserung bietet, leuchtet ein. Und trotzdem überrascht Land Rover derzeit mit seiner USB-Offensive. Der Discovery Sport hat nicht drei oder vier, sondern sechs solche Buchsen an Bord. Das ist zwar, wenn man sich für die Siebensitzer-Variante entscheidet, nicht wie in der Werbung versprochen eine pro Person, kommt diesem Ziel aber schon sehr nahe - zumal auch noch vier Zwölf-Volt-Anschlüsse zur Verfügung stehen.

Land Rover wird sich über den Rekord wahrscheinlich nur kurzzeitig freuen können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis andere Hersteller die USB-Frage mit noch mehr Anschlüssen beantworten. Ob das sinnvoll und vom Kunden wirklich so gewünscht wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Einen Fahrbericht zum Land Rover Discovery Sport lesen Sie in unserem Motor-Angebot auf dieser Webseite im Bereich /ratgeber/auto-und-motorrad/neue-modelle/index.htm.