Mission geglückt: Top-Werbung für den neuen BMW 3er

aus Im Auto Mobil

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BMW gönnt seinem wichtigsten Modell, dem 3er, ein Facelift. Foto: BMW

With a little help from my friends: Wenn BMW den facegelifteten 3er in den Handel bringt, schadet es sicherlich nicht, dass Millionen Kinozuschauer in aller Welt Tom Cruise...

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. Ja, klar. Die Impossible Mission Force (IMF) ist aufgelöst, alle Welt jagt Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) – und der, (fast) jeder Unterstützung beraubt, kommt in Casablanca irgendwie an einen M3 mit allem Zipp und Zapp (bis hin zur Besitzererkennung per Handauflegen auf die Fahrerscheibe). Nach gefühlt drei Filmminuten ist von dem Münchener Blech- und Glasarrangement nur noch ein Haufen Trümmer übrig (nachdem sich das Auto – ebenfalls gefühlt – 26 Mal überschlagen hat). Was ist eigentlich aus der guten, alten Product-Placement-Regel geworden, dass ein zur Verfügung gestelltes Automobil im Rahmen der Handlung höchstens ein paar Kratzer davontragen durfte?

Zu früh im Kino

„Mission Impossible 5 – Rogue Nation“ ist vier Monate früher als geplant in die Kinos gekommen, um beim Abkassieren nicht mit dem Garantie-Blockbuster „Star Wars – das Erwachen der Macht“ zu kollidieren. Für die Bajuwaren, die – abermals gefühlt – ihr gesamtes Auto- und Motorrad-Sortiment (inklusive Rechts- und Linkslenker-Abwechslung) in „MI5“ unterbringen konnten, ist das ein Glücksfall. Denn so bekommen sie die granatenmäßige filmische Unterstützung für den facegelifteten 3er passend zu dessen Marktstart.

3 als unbestrittene 1

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Die 3 ist bei BMW die unbestrittene Nummer 1. 14 Millionen Mal verkaufte sich das Premiumfahrzeug mit dem Nierengrill bislang. Mit etwa 25 Prozent des Gesamtfahrzeugabsatzes bilden BMW 3er Limousine und Touring zusammen die erfolgreichste Modellreihe der Marke BMW. 25 Prozent! Und so ist ein Facelift bei der Säule der Marke so wichtig wie anderswo der Generationswechsel.

Psst, Tom: Keyless Go gibt es schon lange

Was gibt es also Neues beim 3er? Eine Enttäuschung vorweg: Die Fahrzeugöffnung per Handauflegen auf die Fahrertürscheibe bleibt Ethan Hunt vorbehalten. Otto Normalfahrer braucht solchen Schnickschnack allerdings auch gar nicht. Es sieht vielleicht nicht ganz so spektakulär aus, wenn man einfach den Türgriff anfasst und – Schlüssel in unmittelbarer Fahrzeugreichweite vorausgesetzt – der Wagen entriegelt sich, aber es funktioniert unter dem Oberbegriff Keyless Go natürlich seit Jahren ganz vorzüglich. Ethan Hunt hätte zudem keinen M3 nehmen müssen, um die spektakuläre Verfolgungsjagd durch Casablanca zu starten. „Wir haben beim 3er Facelift das Augenmerk auf noch mehr Fahrdynamik gelegt“, sagt Pressesprecher Ralph Huber. Der neu entwickelte Sechszylinder in der Topvariante 340i leistet jetzt 240 kW/326 PS (Verbrauch 7,7 – 6,5 l/100 km, ab 45.950 Euro, mit xDrive ab 48.450 Euro), der Vierzylinder im 330i leistet jetzt 185 kW/252 PS (39,750 Euro, mit xDrive 44.400 Euro). Reicht doch, oder?

KiK-Niveau wird nicht erreicht

Bevor man jetzt aber angesichts dieser Preise, für die man sich auch – ein weiteres Mal gefühlt – jeweils zehn Kinokarten für sämtliche gedrehten Filme seit 1975 (dem 3er-Geburtsjahr) kaufen könnte, Schnappatmung bekommt: Es geht auch billiger – wenn es auch nie KiK-Niveau erreicht. Das 3er-Einstiegsmodell 318i mit 100 kW/136 PS und beinahe einem Diesel Konkurrenz machenden Verbrauchswerten von 5,5 – 5,1 l Super/100 km (EU-Testverbrauch) kostet 30.200 Euro (ob die Münchener diese Zahl mit Absicht über die 30000er-Marke gehievt haben, damit, zwinker, zwinker, beim 3er-Preis eine 3 am Anfang steht?). Wie sich der 318i fährt, kann an dieser Stelle leider nicht berichtet werden, den für eine erste Begegnung mit dem facegelifteten 3er standen bei der Präsentation nur die PS-stärksten Modelle der Baureihe zur Verfügung. In dieser Hinsicht fühlt man sich dann doch Tom Cruise sehr nahe, der sich auch nicht mit dem Basismodell auf seine unmöglichen Missionen begibt. Aber wer BMW kennt, weiß, dass die Freude am Fahren hier nicht nur eine Frage des verbauten Triebwerks ist. Oder andersherum gesagt: Die Facelift-Neuheiten, derer sich die Bajuwaren beim 3er zu Recht rühmen (strafferes Fahrwerk dank weiterentwickelter Dämpfertechnologie, verfeinerte Lenkungsabstimmung) haben mir die Berg- und Talfahrt mit dem topmotorisierten 3er in den österreichischen und deutschen Alpen zum schieren Vergnügen werden lassen (obwohl: das hätte auch mit dem nicht-facegelifteten 3er funktioniert), aber ich habe keinen Zweifel daran, dass ich mit dem 318i Spaß gehabt hätte – wenn auch vielleicht nicht ganz so viel.