Ist Frankfurt für car2go wirklich eine sichere Bank?

aus Im Auto Mobil

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Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche, hier vor der Mercedes-Benz Gallery auf den Pariser Champs-Elysées am Smart car2go edition, dem ersten in Serie gebauten Carsharing-Auto der Welt, kann mit dem Erfolg von car2go zufrieden sein. Ob es in Frankfurt auch rundläuft? Foto: obs/ Daimler AG

Der Siegeszug der Daimler-Tochter car2go scheint nicht aufzuhalten. Noch nicht einmal richtig den Kinderschuhen entwachsen, hat das vor fünf Jahren in Ulm (ja, Ulm!) gestartete...

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. Smart per App in der Umgebung lokalisieren, einsteigen, losfahren und am Zielort wieder abstellen - dieses einfache und kundenfreundliche Konzept hat car2go aus dem Stand heraus groß gemacht. Frankfurt aber verweigert dem Unternehmen das pauschale Nutzungsrecht von bewirtschaftetem Parkraum, insbesondere von Anwohnerparkplätzen. In der Folge kann der car2go-Nutzer eben nicht wie in anderen Städten jede freie Lücke nutzen, um den Smart abzustellen und die nach Minuten abgerechnete Miete zu beenden.

Viele freie Plätze in den Stadtteilen

car2go schreibt das Problem in der Pressemitteilung zum Start in Frankfurt klein. 70 Prozent der verfügbaren Parkflächen in der Bankenmetropole ständen den Carsharing-Nutzern zur Verfügung. Das mag richtig sein, aber was nutzt mir ein kostenloser Parkplatz in Heddernheim oder Nieder-Eschbach, wenn ich ins Zentrum will? Da ist es nur ein schwacher Trost, dass car2go Nutzungsverträge mit sechs Parkhausbetreibern (Hauptbahnhof, Zeil, Konstablerwache, Gericht, Schillerpassage und Alt-Sachsenhausen) abgeschlossen hat. Der große Reiz von car2go gegenüber den Mitbewerbern ist nun einmal, dass man die Fahrzeuge innerhalb des (großen) definierten Geschäftsgebietes üblicherweise nahezu beliebig abstellen kann.

Nur so spielt Carsharing in einer durch öffentlichen Nahverkehr gut erschlossenen Stadt seine Trümpfe aus. Wenn ich einen Termin in der Münzgasse habe, möchte ich das Auto auch in der Nähe der Münzgasse abstellen - und nicht von einem der sechs möglichen Parkhäuser dorthin laufen. Denn dann hätte ich ja doch die U-Bahn nehmen können.

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Carsharing-Test im Frühjahr

Frankfurt soll einem Bericht des Hessischen Rundfunks zufolge car2go eine "Frei-Parken-Lizenz" für 80 Fahrzeuge angeboten haben, worauf die Daimler-Tochter mit ihren 250 durch Frankfurt rollenden Autos dankend ablehnte. Die Stadt wiederum mochte laut HR ihre Zusage nicht erweitern, weil für das Frühjahr ein Carsharing-Test mit vier bis fünf Anbietern geplant sei und für alle Teilnehmer dieselben Bedingungen gelten sollten.

Für die Stadtverwaltung sei nämlich, so der HR-Bericht, noch längst nicht klar, ob Carsharing tatsächlich die innerstädtische Verkehrsbelastung reduziere. Tatsächlich würden viele junge Menschen, die über kein eigenes Auto verfügten und bislang den öffentlichen Nahverkehr nutzten, nun auf den Smart umsteigen und somit sogar mehr Verkehr generieren.

Mehrere tausend Nutzer erwartet

car2go wiederum scheint entschlossen, auch Frankfurt zu einer erfolgreichen Stadt im internationalen Carsharing-Netz zu machen. Das Unternehmen rechnet mit mehreren tausend Nutzern, die sich in Mainhattan in den ersten Monaten für car2go anmelden.