In der E-Lounge über die Straßen

Ladesäule statt Zapfsäule: Mit dem Zafira-e Life wächst das Opel-Sortiment an Elektrofahrzeugen weiter. Foto: Opel

Rund um die Elektromobilität kommt es ja zu allerlei Wort-Neuschöpfungen, insbesondere zu Kopplungen mit einem (meist kleinen) „e“ am Anfang. Opel steuert diese Vokabel...

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. Rund um die Elektromobilität kommt es ja zu allerlei Wort-Neuschöpfungen, insbesondere zu Kopplungen mit einem (meist kleinen) „e“ am Anfang. Opel steuert diese Vokabel bei: E-Lounge. Mathias Reinartz, bei Opel für die Elektromodelle zuständig, fasst in einem Wort eine Nachricht zusammen, die die Fans von Großraum-Limousinen (oder, je nach Sichtweise, Großraum-Vans) im wahrsten Sinne des Wortes elektrisieren dürfte: Den Zafira gibt es jetzt auch als Vollzeit-Stromer. Die Neuerscheinung heißt, wen wundert´s, Zafira-e Life. Den Zafira-e wiederum, und da schließt sich der Kreis, beschreibt Reinartz als „E-Lounge auf Rädern“.

Ladesäule statt Zapfsäule: Mit dem Zafira-e Life wächst das Opel-Sortiment an Elektrofahrzeugen weiter. Foto: Opel
Ladesäule statt Zapfsäule: Mit dem Zafira-e Life wächst das Opel-Sortiment an Elektrofahrzeugen weiter. Foto: Opel

Während bei Kleinwagen und Kompakten gefühlt wöchentlich neue Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen, wird bei größeren und großen Fahrzeugen die Luft dünner. Einen Van wie den Zafira mit einer Batterie auszurüsten, die nicht zu viel Platz wegnimmt und dennoch genügend Reichweite bietet, ist eine Aufgabe, die umfangreiches Know-How bei Fragen der Elektromobilität verlangt. Dieses Fachwissen wird, sagt Reinartz, bei Opel seit Jahren gesammelt. Als große Teile der Konkurrenz die Stromer noch als Modeerscheinung und als nicht alltagstauglich abtaten, brachten die Rüsselsheimer bereits den Ampera auf den Markt. Die Erfahrungen bei dessen Batteriemanagementsystem tragen dazu bei, dass der Zafira-e mit der großen von zwei erhältlichen Energiespeichern (75 kWh Kapazität) bis zu 330 Kilometer weit kommt, mit der kleinen (50 kWh) immerhin noch 200 Kilometer (beide Werte im WLTP-Testzyklus). Weil sich der Zafira-e, was ihn von vielen Stromern der Konkurrenz abhebt, mit 100-W-Ladesäulen versteht, ist die kleine Batterie, wenn sie denn leer ist, in 30 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt, die große in 45 Minuten.

Opel sieht denn auch eines der wesentlichen Einsatzgebiete der „E-Lounge auf Rädern“ bei Shuttle-Diensten. Die Betreiber solcher Fahrzeuge fahren ihre Passagiere üblicherweise über eher kurze Strecken – und finden zwischen den einzelnen Einsätzen problemlos die Zeit, die Energiespeicher wieder zu füllen.

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Für eine solche Verwendung als Shuttle-Bus spricht auch, dass die Batteriezellen beim Zafira-e Life, den es in drei Fahrzeuglängen gibt (4,60 Meter, 4,95 Meter, 5,30 Meter), platzsparend im Fahrzeugboden untergebracht sind. Erfreulicher Nebeneffekt dieser Bauweise ist eine Optimierung des Schwerpunktes und eine geringere Anfälligkeit gegen Seitenwinde. Das Ladevolumen beim größten der drei elektrischen Zafira-Derivate beträgt bis zu etwa 4500 Liter.

Wer (E-)Lounge-Atmosphäre verspricht, muss natürlich auch liefern. Variable Ledersessel im Fond, sensorgesteuerte Schiebetüren und ein Panorama-Glasdach mit freiem Blick gen Himmel verbreiten Premium-Atmosphäre (oder heißt die jetzt E-Premium-Atmosphäre?).

Der Premium-Charakter schlägt indes nicht so sehr wie vielleicht befürchtet auf den Preis durch. Alle Zafira-e-Life-Varianten sind mit 7975 Euro Umwelt- und Herstellerprämie förderfähig. Der Einstiegspreis beträgt dadurch nach Abzug der Förderung 45 825 Euro (100 kW/136 PS).