Im Auto mobil… in Köln mit dem Citroën C1

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Der neue C1 erregt bei einer Probefahrt in Köln längst nicht so viel Aufmerksamkeit, wie es die Pressemappe vorher versprochen hatte. Foto: Citroën

Der C1 ist für Citroën zur Erfolgsgeschichte geworden. 800.000 Mal verkaufte sich der Kleinwagen in seiner ersten Generation, 100.000 Mal davon in Deutschland. Für den...

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. Ich habe genau darauf geachtet: Wenn ich mit dem Citroën C1 in Köln an der Ampel stand - und das war gefühlt zu 75 Prozent der Fahrtzeit der Fall -, ging das Leben ganz normal weiter. Kein Passant beendete sein Handy-Telefonat und starrte mit offenem Mund auf die automobile Neuerscheinung, kein Kleinkind streckte den Zeigefinger in Richtung des Autos aus, niemand zückte das Smartphone, um schnell ein Foto zu machen. Bin ich unfair, weil ich mir mehr Beachtung erwartet hatte? Vielleicht. Aber in der Pressemappe steht eindeutig: "Mit seinem einzigartigen Styling erregt er (Anmerkung: der C1) vom ersten Blick an Aufsehen". Macht er nicht.

Der Kleine scheint zu lächeln

Das soll aber nicht heißen, dass die Designer ihren Job beim Generationswechsel nicht ordentlich gemacht hätten. Im Gegenteil: Insbesondere in der Frontansicht kommt Citroëns Kleiner ausgesprochen sympathisch daher. Es scheint beinahe so, als lächele er jedermann an. Das kann man als Fußgänger an der Ampel nur eingeschränkt zur Kenntnis nehmen, weil man dann naturgemäß eher die Seitenansicht zu Gesicht bekommt. Die wiederum hat zwar gegenüber dem Vorgänger ebenfalls gewonnen, aber nicht so sehr wie die Front.

Wenn man es genau betrachtet, ist es für einen Käufer eigentlich ohnehin egal, wie sein automobiler Neuerwerb von außen aussieht. Der Fahrer sitzt ja im Fahrzeug - und sieht das Exterieur nicht. Also wende ich mich dem Innenraum zu. Hier weiß ich, ehrlich gesagt, nicht, ob mich die in einem seltsamen Mix aus spartanisch und futuristisch daherkommende Gestaltung dauerhaft begeistern könnte. Natürlich sieht es flippig aus, wenn die Mittelkonsole frei zu schweben scheint. Solche Effekte aber, das mussten schon Legionen von Autodesignern erfahren, nutzen sich schnell ab. Punkte bekommt der C1 von mir für die Reduktion der Bedienelemente. Bewusst habe man, so Lützenkirchen, auf viele Knöpfe verzichtet, nicht aber auf viele Funktion. Die Nutzer eines, wie die Citroën-Marketingstrategen den C1 etwas despektierlich nennen, "Urban Device" sind jünger als der typische Neuwagenkäufer - und somit dank Smartphone daran gewöhnt, dass sich alles mit ein, zwei Knöpfen bedienen lässt (besser wären noch Wischbewegungen, aber so weit ist man in der Autobranche allgemein noch nicht, wenn man mal von wenigen Ausnahmen wie dem Touchpad in der Mercedes C-Klasse absieht).

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Entscheidende Rolle für das Smartphone

Überhaupt kommt dem Smartphone im C1 eine entscheidende Rolle zu. Ein fest eingebautes Navigationsgerät gibt es nicht einmal mehr optional. Citroën setzt stattdessen auf den Standard Mirrorlink, der das Smartphone des Fahrers mit dem Auto verbindet. Das "Handy" stellt dem Fahrzeug für Aktionen wie die Routenberechnung seine Rechenleistung zur Verfügung. Natürlich sind auch weitere Apps, etwa für ein Internet-Radio, auf dem Touchscreen des C1 darstellbar. Fast hätte ich bei aller Daddelei mit den technischen Möglichkeiten des C1 vergessen, worum es bei einem Auto eigentlich geht: Ums Fahren. Allerdings sind hier auch nicht viele Worte nötig: Der Komfort ist für ein Auto dieses Segments gut, wenn auch nicht überragend, die Spritverbräuche akzeptabel (den EU-Drittelmix von mindestens 3,8 l Super/100 km habe ich im Stop-and-Go-Verkehr durch Köln, das derzeit aus einer einzigen großen Baustelle zu bestehen scheint, nicht ernsthaft zu erzielen erwartet) und bei der Parkplatzsuche macht dem weiterhin 3,46 Meter langen "Urban Device" so schnell keiner etwas vor. Was mich, wenn es denn dauerhaft so bliebe, wirklich, wirklich um den Verstand bringen würde, ist das Temperaturmanagement des Motors. Laut vernehmlich geht ständig für 10, 15 Sekunden das Gebläse am Motor an, dem es angesichts der Juckelfahrt bei recht hohen Temperaturen wohl zu heiß wird. An, aus, an, aus… das nervt.

Beim günstigen Basispreis bleibt es nicht

Reden wir übers Geld. Mit 8.890 Euro steht der C1 in der Preisliste. Man sollte sich da aber keine Illusionen machen. Derart nackt macht der kleine Citroën nicht wirklich viel Freude. Nichts ist mit Mirrorlink (die Funktion, die den Standard nutzt, heißt bei Citroën Mirror Screen und kostet für das Basismodell ab 1.390 Euro), nichts ist mit Klimaanlage und Audiosystem (kombiniert 890 Euro), nichts ist mit elektrischen Fensterhebern, nichts ist mit Kopfstützen für die Fondpassagiere, sogar die 4. und 5. Tür kosten rechnerisch 1.210 Euro Aufpreis. Richtig teuer wird es, wenn die Wahl auf die Airscape-Varianten fällt. Für den C1 mit dem weit zu öffnenden Dach werden mindestens 12.050 Euro fällig.