Der neue Seat Alhambra setzt auf Konnektivität

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Einer der entscheidenden Kaufgründe für den Seat Alhambra ist für viele Kunden dessen Variabilität. Foto: Seat

Sprachkurs "Pressemappe - Deutsch/Deutsch - Pressemappe", Lektion 1. "Das Design ist bewährt und wurde nur leicht verändert" heißt: "Wir haben eigentlich alles beim Alten...

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. Wenn es bei einem Automodell zu einem Generationswechsel oder zu einer Überarbeitung, einem Facelift, kommt, freut sich eine Gruppe von Menschen nicht: die, die sich ein solches Fahrzeug kurz zuvor gekauft haben und nun mit einer nicht mehr aktuellen Version herumfahren. Das Unbehagen verstärkt sich, weil üblicherweise optische Veränderungen auch noch explizit auf den Unterschied zwischen Alt und Neu hinweisen und so auch für Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde, nein, eigentlich für jeden, erkennbar ist, dass man sich zwar gerade erst einen Neuwagen gekauft hat, aber dennoch nicht mit dem neuesten Wagen des Modells unterwegs ist.

Neues Logo im Kühlergrill

Besitzer des Seat Alhambra haben es gut: Sie können ganz beruhigt sein. Die spanische VW-Tochter bringt jetzt zwar eine neue Version des Alhambra auf den Markt - mit allem Brimborium wie "Weltpremiere" auf dem Autosalon in Barcelona und auch sonst einigem Medienrummel - die optischen Veränderungen des Vans halten sich, um es vorsichtig zu formulieren, in engen Grenzen. Wer kann schon als Otto-Normal-Autofreund das neue Seat-Logo, das jetzt beim Alhambra zum Einsatz kommt, vom alten entscheiden? Man muss den größten Seat schon von hinten sehen, um einen Unterschied zum vorherigen auszumachen: Die Heckleuchten wurden neu gestaltet. Das war´s aber auch schon so ungefähr. "Dezente Überarbeitung" heißt das im Pressemappendeutsch. Die Kunden, die den Alhambra vor einigen Monaten gekauft haben (und das angesichts des bevorstehenden Facelifts möglicherweise zu einem reduzierten Preis), sind also vor spitzzüngigen Kommentaren ihres Umfelds sicher.

Motoren sparsamer und leistungsfähiger

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Dass es sich dennoch lohnt, über den neuen Alhambra zu berichten, hat insbesondere zwei Gründe: Motoren und Infotainment. Die Triebwerke sind gleichzeitig sparsamer und leistungsfähiger geworden. Der Alhambra TDI mit 85 kW/115 PS (ab 31.460 Euro) beispielsweise verbraucht im EU-Testzyklus 5,0 l Diesel/100 km, was nach Angaben von Seat den derart motorisierten Van zum sparsamsten des Segments macht. Das 2-l-Aggegrat wird auch mit 110 kW/150 PS und 135 kW/184 PS angeboten. Bei Testfahrten auf den und rund um den 512 m hohen Tibidabo, einen der beiden "Hausberge" Barcelonas, vermittelte der mit 150-PS versehene Test-Alhambra zwar grundsätzlich viel Fahrfreude, strengte sich aber auf den Steigungen dann doch überraschend an und verlangte nach vielen Schalteinsätzen. Das Geld für das Doppelkupplungsgetriebe DSG, das mit allen Motorvarianten außer der Diesel-Basisversion (115 PS) kombinierbar ist, erscheint gut angelegt. Man kann sich allerdings auch gleich den Top-Benziner, dessen Leistung um 20 auf 220 PS (162 kW) gesteigert wurde, zulegen. Bei dem nämlich ist DSG serienmäßig an Bord. Allerdings ist hier der Basispreis mit 38.005 Euro auch ein wenig höher als beim billigsten Alhambra überhaupt, dem 1.4 TSI mit 110 kW/150 PS (29.965 Euro). Dass alle Motoren die Abgasnorm EU 6 erfüllen, sei nur am Rande erwähnt, schließlich wird das ab 1. September 2015 ohnehin Pflicht.

iOS oder Android? Egal!

Infotainment scheint im Volkswagen-Konzern derzeit ein ganz großes Thema zu sein. Gefühlt alle 14 Tage erhält ein weiteres Modell die neue Smartphone-Schnittstelle zum bordeigenen Multimediasystem, mal App-Connect (VW), mal Full Link (Seat) genannt. Nun also auch der Alhambra. Full Link verfügt sowohl über einen Zugang zu Apple-Geräten (dank Car Play) wie auch zu denen mit Android-Betriebssystem (Android Auto, MirrorLink). Die von Seat entwickelte ConnectApp erfüllt die Verbindung von Auto und Handy mit Leben: Beispielsweise werden die neuesten Mails oder Facebook-Postings vorgelesen, damit der Fahrer nicht durch Lesen auf dem Bildschirm vom Fahrgeschehen abgelenkt wird.

Fahrersitz mit Massagefunktion

Verlieren wir zuletzt noch einige Worte über den Innenraum. Der Alhambra kann weiterhin mit bis zu sieben Sitzen ausgerüstet werden, auf allen Plätzen der zweiten Reihe können mit integrierten Kindersitzen ausgestattet werden. Nicht nur bei der Reise in den Urlaub mit bis zu fünf quengelnden Kindern im Fond verspricht die neue optionale Massagefunktion im Fahrersitz ausgleichende Entspannung (die vielleicht ebenfalls genervte Person auf dem Beifahrersitz muss hingegen sehen, wo sie bleibt…). Die Plätze der beiden hinteren Reihen lassen sich dank Easy-Fold-System leicht komplett einklappen. So wird der Alhambra zum spanischen Lastesel mit bis bis zu 2430 l Ladevolumen.