Backpapier immer in den Restmüll geben

Nicht recycelbar: Backpapier immer in den Restmüll geben

Manche Hersteller werben damit, dass ihr Backpapier nach Nutzung im Biomüll entsorgt werden kann. Das sehen Entsorgungsunternehmen anders.

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Berlin (dpa/tmn) - . Auch wenn Biomüll drauf steht: Backpapier sollte immer im Restmüll landen. Darauf weist der Verband kommunaler Unternehmen hin. Denn es ist kein übliches Papier.

„Schon beim bloßen Anfassen merkt man, dass Backpapier aus einem anderen Material besteht als etwa Zeitungspapier“, so eine Sprecherin des Verbandes, der die Entsorger vertritt. Aus Sicht des Verbandes gehört Backpapier in den Restmüll. „Auch die neue Bioabfallverordnung stellt dies noch einmal explizit klar.“

Denn Backpapier ist beschichtet, meist mit Silikon. Dadurch werden die Papiere wasserabweisend und Teig bleibt nicht kleben. „Die Chemikalien für die Imprägnierungen, Leime und Beschichtungen sind selbst oft extrem schwer abbaubar“, so die VKU-Sprecherin.

Voraussetzung fürs Recycling nicht gegeben

„Silikon-Öle zum Beispiel sind sogenannte "Persistente Organische Schadstoffe“ (auch als POP bekannt). Solche langlebigen organischen Schadstoffe sind biologisch gar nicht und chemisch nur sehr geringfügig in der Umwelt abbaubar.“

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Das heißt konkret: Die Schadstoffe reichern sich beim Versuch der Kompostierung in Fetten und an Partikeloberflächen an und werden mit Staub und Sedimenten abgelagert - was letztlich dazu führe, dass sie in Organismen und damit in der Nahrungskette zu finden sind. Das Entsorgen übers Altpapier ist nicht möglich, da die Beschichtungen verhindern, dass man die Faser herauslösen kann - was fürs Recycling nötig wäre.

Stichprobe von Backpapieren: Silikon gefunden

Zu dieser Einschätzung sind auch die Experten der Zeitschrift „Öko-Test“ nach der Analyse einer Stichprobe Backpapiere in 2021 gekommen. Darunter waren auch einige mit der Kennzeichnung „kompostierbar“. Aber: Alle Testprodukte bis auf eine Ausnahme waren laut Herstellerangabe trotzdem mit Silikon beschichtet.

„Das ist erst einmal sinnvoll, weil durch den Kunststoff die Lebensmittel nicht an den Papieren haften. Allerdings gibt es da ein großes Umwelt- und Entsorgungsproblem: Silikone sind sehr langlebig und bauen sich in der Umwelt kaum ab“, erklärt Katja Tölle, Stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift. „Diese beschichteten Papiere gehören deswegen in die Restmülltonne.“

Die nachhaltigeren Alternativen

Fazit: Sich nur auf die Kennzeichnung „kompostierbar“ auf der Verpackung zu verlassen, ist bei Backpapieren nicht empfehlenswert. Man sollte auch einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen, auch auf den Verpackungen im Handel oder in den Produktbeschreibungen bei Onlinebestellungen, und prüfen, ob Silikon dabei ist. Manche Hersteller werben auch damit, dass ihr Produkt „100&silikonfrei“ ist.

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Aber selbst dann rät die Zeitschrift „Öko-Test“, diese nicht beschichteten Papiere nicht auf den Kompost zu geben, sondern ins Altpapier - wenn keine Speisereste daran kleben. Katja Tölle hat noch einen Nachhaltigkeits-Tipp: „Für alle, die sehr viel backen, sind übrigens Backmatten aus Silikon eine gute Alternative zu den Wegwerf-Papieren.“