Unruhen in Brasilien: EU-Politiker solidarisch mit Lula

Bolsonaro-Anhänger

Der Angriff auf Brasiliens Regierungsgebäude schockiert über die Grenzen des Landes hinweg. Die Demokratie werde „über Gewalt und Extremismus siegen“, heißt es aus Brüssel.

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Brüssel (dpa) - . Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat nach der Stürmung des Regierungsviertels in Brasília durch Anhänger des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro dem neuen brasilianischen Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva den Rücken gestärkt.

„Die EU verurteilt die antidemokratischen Akte der Gewalt, die am Sonntag, den 8. Januar im Herzen des Regierungsviertels von Brasília stattgefunden haben“, teilte Borrell gestern Abend mit. Die EU sage Präsident Lula erneut ihre volle Unterstützung zu und gebe ihre Solidarität mit den demokratischen Institutionen zum Ausdruck, die bei diesem Angriff zum Ziel geworden seien. „Die brasilianische Demokratie wird über Gewalt und Extremismus siegen“, hieß es weiter.

Die politischen Führungskräfte Brasiliens, allen voran Ex-Präsident Bolsonaro, müssten „verantwortlich handeln und ihre Anhänger auffordern, nach Hause zu gehen“, mahnte der EU-Außenbeauftragte. Der richtige Ort zur Lösung politischer Differenzen seien die demokratischen Institutionen Brasiliens und nicht die Gewalt in den Straßen.

Macron, Sanchez und Meloni verurteilen das Geschehene

Auch Staats- und Regierungschefs mehrerer EU-Länder stellten sich hinter Lula. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron twitterte am Abend auf Portugiesisch: „Der Wille des brasilianischen Volkes und der demokratischen Institutionen muss respektiert werden!“ Lula könne auf die bedingungslose Unterstützung Frankreichs zählen.

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Klingbeil: „Wir DemokratInnen stehen zusammen“

In Deutschland verurteilte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock die Angriffe auf Brasiliens Regierungsviertel scharf. „Was in #Brasilia passierte, war ein feiger und gewalttätiger Angriff auf die Demokratie“, schrieb die Grünen-Politikerin am Morgen im Kurznachrichtendienst Twitter. Deutschlands ganze Solidarität gelte dem brasilianischen Volk, seinen demokratischen Institutionen sowie dem aktuellen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.

Eine Woche nach dem Ende der Amtszeit des früheren brasilianischen Präsidenten Bolsonaro hatten radikale Anhänger das Regierungsviertel in der brasilianischen Hauptstadt Brasília gestürmt und kurzzeitig die Schaltzentralen der wichtigsten Staatsgewalten des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Sie drangen in den Nationalkongress, den Obersten Gerichtshof und den Regierungssitz Palácio do Planalto ein und randalierten in Sitzungssälen und Büros.

Erst nach Stunden brachten die Sicherheitskräfte die Lage wieder unter Kontrolle. Rund 230 Verdächtige wurden festgenommen.