Geburten, Arbeit, Geld: Rheinland-Pfalz in Zahlen

Rheinland-Pfalz wächst. Es leben aber nicht nur mehr Menschen hier, auch die Fläche des Landes hat nach den Daten des Statistischen Landesamts zugenommen.

Das Landesamt für Statistik hat für Rheinland-Pfalz alle möglichen Daten zusammengefasst. Aus dem Jahrbuch geht hervor: Die Bevölkerung ist gewachsen – die Fläche auch.

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Mainz. Mehr als 600 Seiten dick ist das neue Jahrbuch der Statistik über Rheinland-Pfalz. „Es enthält die Ergebnisse von mehr als 300 Statistiken und Rechenwerken”, schreibt das Landesamt der Statistik dazu. Bevölkerung, Geld und Natur: Die Zahlen verraten einiges über Land und Leute. Ein Blick ins Buch:

Rheinland-Pfälzer sind im Schnitt 46 Jahre alt

Junge und Alte: Ende 2021 lebten 4,1 Millionen Menschen in Rheinland-Pfalz. Im vergangenen Jahr wurden 38.647 Babys geboren, 1950 waren es  56.147 Kinder. 50.569 Menschen sind 2021 gestorben, etwas mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Männer traf es im Alter zwischen 80 und 85 Jahren, die meisten Frauen zwischen 90 und 95. 1950 zählten die Behörden 31.958 Verstorbene. Die Statistiker verzeichneten für das vergangene Jahr ein leichtes Bevölkerungswachstum (plus 0,2 Prozent). Zwölf Prozent der Bevölkerung hat ausländische Staatsangehörigkeit; es gab 2021 rund 6600 Einbürgerungen. Die Rheinland-Pfälzer sind im Durchschnitt 46 Jahre alt, das sind neun Jahre mehr als 1990. Die größte Gruppe waren 2021 die 55- bis 60-Jährigen. Die Lebenserwartung von Frauen beträgt 83,2 Jahre, das sind mehr als vier Jahre mehr als die für Männer.

Liebe: 2021 zählten die Standesämter 18.528 Eheschließungen. Die Zahl der Menschen, die sich trauen, nimmt ab. Falls sie es aber doch tun, waren die Männer im Schnitt 38,3 Jahre alt, die Frauen 35,6. Das ist ziemlich im Bundesdurchschnitt. Scheidungen sind in Rheinland-Pfalz rückläufig: Im Jahr 2000 gab es noch 10.416, 2021 waren es 7.416. Fast die Hälfte der rheinland-pfälzischen Bevölkerung lebt in Familien – Tendenz sinkend. Zur Jahrtausendwende waren es noch 56,4 Prozent. Von 1000 Familien sind in 129 Fällen die Eltern alleinerziehend, in mehr als 80 Prozent ist es die Mutter. Die meisten kleinen Kinder werden in Kitas betreut. Im Land gibt es aber auch  1364 Tagesmütter und -väter. Aus der Statistik geht hervor, dass die Zahl der Tagesväter abnimmt: Vor zehn Jahren waren es 52, zuletzt nur 41.

Arbeitslosenquote liegt unter dem Bundesdurchschnitt

Arbeit: 2,02 Millionen Rheinland-Pfälzer waren 2021 erwerbstätig, genauso viele wie im Jahr zuvor. 30 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in Teilzeit. Das Arbeitsvolumen liegt mit 1319 Stunden pro Kopf leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote (5 Prozent) liegt ebenfalls unter dem Durchschnitt für Deutschland (5,7). Der Anteil der weiblichen Erwerbstätigen an der weiblichen Bevölkerung zwischen 15 und 75 Jahren stieg zwischen 2011 und 2021 um 4,8 Prozentpunkte.

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Geld: Knapp ein Fünftel der Haushalte hat ein Nettoeinkommen von bis zu 1500 Euro. Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2021 für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bei 2407 Euro Einkommen im Monat. Für eine alleinlebende Person betrug der Wert  1146 Euro. Ende 2021 gab es 196.800 Empfänger von Arbeitslosengeld und Sozialgeld (minus 6,6 Prozent gegenüber 2020). 3977 Euro beträgt der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte. Monatsverdienste sind im produzierenden Gewerbe (4542 Euro) höher als in den Dienstleistungsbereichen (4181 Euro). Der Gender-Pay-Gap, also der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, beträgt 15 Prozent (Deutschland: 18 Prozent).

Fläche: 1992 maß Rheinland-Pfalz 19.852 Quadratkilometer, 2010 waren es zwei mehr, 2021 betrug die Fläche 19.858. Haben die Rheinland-Pfälzer vom Saarland eine Scheibe abgeschnitten? Auf Nachfrage erläutert das Amt, dass die unterschiedlichen Angaben eine Folge der Änderung im Liegenschaftskataster-Informationssystem sei. Die Vergleichbarkeit der Daten sei „erheblich eingeschränkt”.

Handwerk: Rund 17 Prozent aller Unternehmen zählen zum Handwerk, das waren 2019 28.000 Firmen mit 253.100 Beschäftigten. 80 Prozent der Unternehmen gehören zum zulassungspflichtigen Handwerk. Beim zulassungsfreien Handwerk ist der häufigste Beruf der des Gebäudereinigers. Mehr als die Hälfte aller Handwerksunternehmen zählen zum Baugewerbe. Wie aus den Daten hervorgeht, erwirtschafteten gegenüber 2010 acht Prozent weniger Unternehmen rund 30 Prozent mehr Umsatz.

Wald: Rheinland-Pfalz ist das Bundesland mit der größten Waldfläche. Allerdings schwankt die Größe. 1992 standen auf  8046 Quadratkilometern Bäume, 2021 waren es rund 30 Quadratkilometer mehr. Zwischendurch, 2010, war der Wald auf 8330 Quadratkilometer angewachsen. 40,7 Prozent der Fläche des Landes ist bewaldet, Hessen ist allerdings nah dran, schafft es derzeit auf 39,9 Prozent.

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Das statistische Jahrbuch kann man beim Landesamt für Statistik bestellen oder im Internet herunterladen.