„Opel-Übernahme kann Chance sein“

Auch die rheinland-pfälzische Regierung wurde von der Nachricht überrascht, dass der Autobauer Opel möglicherweise an den französischen Peugeot-Citroen-Konzern (PSA)...

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MAINZ. Auch die rheinland-pfälzische Regierung wurde von der Nachricht überrascht, dass der Autobauer Opel möglicherweise an den französischen Peugeot-Citroen-Konzern (PSA) verkauft wird. Doch nach den Gesprächen der vergangenen Tage ist Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nun etwas zuversichtlicher, was die deutschen Standorte betrifft. „Es gibt erste Signale, dass durch die Übernahme keine Standorte in Deutschland geschlossen werden“, sagte Dreyer am Freitag bei einer Debatte im Mainzer Landtag.

Alleine in Kaiserslautern beschäftigt Opel 2100 Mitarbeiter. Dreyer: „Die Übernahme durch PSA kann auch eine Chance für Opel sein. Opel und PSA können zusammen ein gewichtiger Spieler auf dem Weltmarkt werden.“ Sie sehe eine Chance, „dass eine große europäische Marke entsteht“.

Schulterschluss der Fraktionen im Landtag

Im Landtag gab es den Schulterschluss aller Fraktionen. Opel sei nach wie vor eine starke Marke, befand SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer. Die Standorte Kaiserslautern und Rüsselsheim könnten selbstbewusst in die anstehenden Verhandlungen gehen.“ Schweitzer: „Wir wollen die Standorte, die Marke und die Jobs in Rheinland-Pfalz erhalten. Das ist die Botschaft.“ Auch der SPD-Fraktionschef sieht mögliche Chancen durch den Verkauf. „Die Marken Opel und Peugeot könnten am Ende beide von einer Produktpalette für den europäischen Markt auf einer gemeinsamen Plattform profitieren.“

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Für einen „fairen Übernahmeprozess“

CDU-Fraktionsvize Christian Baldauf sagte, die deutsche Politik müsse auf europäischer Ebene klar zum Ausdruck bringen, dass durch einen Verkauf keine Nachteile für die deutschen Standorte und Arbeitnehmer entstehen dürften. Die europäischen Kartellbehörden müssten mit Blick auf die traditionell enge Verbundenheit des PSA-Konzerns mit der französischen Regierung alles dafür tun, dass es zu einem fairen Übernahmeprozess komme. Steven Wink (FDP) berichtete, Opel in Kaiserslautern verfüge über eine sehr gute Infrastruktur und gut ausgebildetes Personal. „Die Mitarbeiter mussten in den letzten Jahren schon sehr viel mitmachen und blieben trotzdem ihrem Arbeitgeber treu.“

Daniel Köbler (Grüne) begrüßte das Länder- und parteiübergreifende Vorgehen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Standorte in Deutschland gegeneinander ausgespielt werden.“ Innovative Technologien und Elektro-Mobilität seien ein wesentlicher Standortfaktor in Rüsselsheim, von dem Peugeot profitieren könne. Köbler sagte, es brauche im Bund und in Europa einen Schub in Richtung Elektromobilität. Auch Timo Böhme (AfD) stellte sich hinter die Opel-Beschäftigten.

Von Markus Lachmann